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Lokale Arbeitgeber haben keine Sonderregelungen für die Fußball-WM / Fernsehen im Büro oder in der Schule muss explizit erlaubt werden

Freizeit
Fußball ist ein Freizeitvergnügen

Fussball-WM Deutschland gegen Portugal Fussball-WM Deutschland gegen Portugal, Deutschland gewinnt mit 4:0
Fussball-WM Deutschland gegen Portugal Fussball-WM Deutschland gegen Portugal, Deutschland gewinnt mit 4:0 © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 13.06.2018, 06:00 Uhr
Eisenhüttenstadt/Neuzelle (MOZ) Die ersten Autos sind schon wieder mit schwarz-rot-goldenen Utensilien bestückt. Deutschland-Trikots werden in den kommenden Tagen und Wochen in Schulen oder Büros auftauchen. Doch wie sieht es mit den Spielübertragungen aus? Nicht jeder wird schließlich daheim auf dem Sofa sitzen können.

Anwälte sind sich einig: Wer auf Arbeit Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft schauen möchte, der braucht die ausdrückliche Genehmigung des Arbeitgebers. Auch wenn Deutschland aktuell Fußball-Weltmeister ist, gibt es kein verbrieftes Recht auf Fußballzeit. Wer trotz eines Verbots heimlich dem Ball folgt – beispielsweise per Live-Stream auf dem Handy – oder sich zu wichtigen Spielen mal eben krank meldet, dem droht eine Abmahnung. Sogar Kündigungen sind möglich. Schließlich hat man einen Arbeitsvertrag unterschrieben und der verpflichtet jeden, auch wirklich zu arbeiten. Stellen Sie sich vor, im Roheisen- oder Kaltwalzwerk würde man extra für die WM einen Fernseher aufstellen. Das wäre schon aus Arbeitsschutz-Gründen ein grobes Foul und verlangte nach der Roten Karte.

„Fußballübertragungen auf Arbeit? So etwas geht bei uns nicht“, betont Herbert Nicolaus, Pressesprecher von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt. „Auch für die WM gibt es da keine Sonderregelungen.“ Die Mitarbeiter hätten vorab ihren Urlaub oder ihre freien Tage so legen können, dass sie die Spiele privat verfolgen können. Zu Engpässen in den Schichtdiensten komme es deshalb aber nicht, versichert der Sprecher.

Auch bei der Stadtverwaltung Eisenhüttenstadt verzichtet man auf WM-Regelungen. „Unsere Mitarbeiter haben Gleitzeit. Die können sich das selbst einteilen“, erklärt Frank Eckert, der Pressesprecher. Die jeweiligen Fachbereichsleiter müssten allerdings dafür sorgen, dass es nicht zu Problemen bei den Sprechzeiten komme.

Beim Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (TAZV) Oderaue rollt der Ball auch nur außerhalb der Geschäftsstelle. „Wir haben allerdings wegen eines Deutschlandspiels unsere Verbandsversammlung verlegt“, verrät Heike Herrmann, die Geschäftsführerin des TAZV. Lange Diskussionen wollen die Verantwortlichen keinem Fußball-Fan zumuten.

Erste Diskussionen gibt es bereits auf dem Schul-Campus in Neuzelle – darüber, wer denn nun Fußballweltmeister wird. Ägypten, Südkorea, Russland, England oder Polen? Unter anderem aus diesen Ländern kommen einige Schüler dort. Da fiebert man also nicht nur den Deutschlandspielen entgegen. Doch wie läuft das dann mit dem Unterricht? Denn es gibt etliche Spiele, die um 14 Uhr beginnen. „Sagen wir mal so, wir haben keine offizielle Regelung. Aber es wird einen Weg geben“, sagt Campusleiter Michael Tomkinson – seinerseits Engländer – mit einem verschmitzten Lächeln. Fahnen von verschiedenen Nationen hängen jedenfalls schon. Streit wird es nicht geben, da ist er sich sicher. Und dass die Schüler sich jetzt hier und da mal necken und ihr eigenes Team in den Himmel loben, das gehöre nun mal zu einer WM und einer internationalen Schule dazu, findet Michael Tomkinson.

Im Albert-Schweitzer-Gymnasium Eisenhüttenstadt bleibt Schulleiter Roland Görlitz gelassen. Unterrichtsausfall wegen bestimmter Spiele schließt er aus. „Wir haben bei vorherigen Fußballturnieren auch schon mal gemeinsam in der Aula Spiele verfolgt“, sagt er. Wie das diesmal laufe, das müsse man einfach abwarten. Diese Töne schlägt auch Antje Hoffmann, stellvertretende Leiterin der Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe, an. Es gebe keinen konkreten WM-Unterrichtsplan.

Wenn Sie einen Chef haben, der Sie auf Arbeit Fußball schauen lässt, dann melden Sie sich bitte bei uns. Schreiben Sie uns eine E-Mail an eisenhuettenstadt-red@moz.de

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