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Tage der Naturwissenschaften am Albert-Schweitzer-Gymnasium / Schüler können sich kreativ ausleben

Naturwissenschaftstag
Meister der Schaltkreise

MOZ / 13.06.2018, 22:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (Patrizia Czajor) Praxis statt blanke Theorie. Diesem Ansatz folgend beschäftigten sich Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums zwei Tage lang mit den Naturwissenschaften. Zur Wahl stand zum Beispiel Astronomie, Digitaltechnik und Lebensmittelchemie.

Schummeln ist mit dem elektronischen Würfel wohl eher schwierig. 1500 Mal in der Sekunde zählt der darin eingebaute Zufallsgenerator laut Heinz Neumann von 1 bis 6 herunter. „Drückt man auf den Taster, hält er zufällig bei einer Zahl an“, erläutert der gelernte Elektriker. Mit vier weiteren Kollegen des Radio-Stammtisches aus Frankfurt (Oder) führt er Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums praxisnah an das Thema „Digitaltechnik“ heran. Anlass ihres Besuchs sind die Tage der Naturwissenschaften, die den Gymnasiasten die Möglichkeit geben, sich zwei Tage lang kreativ mit naturwissenschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. „Es geht nicht nur um blanke Theorie“, ist auch Heinz Neumann wichtig, der bereits mit neun Jahren sein erstes Radio zusammengebaut habe.

Viel erklären muss der 43-jährige Technikfreak Christoph Dao und Paul Ullrich hingegen nicht. Die Elftklässler haben die Schaltung des Würfels bereits richtig zusammengebaut, jetzt wird der Schaltungsaufbau noch gelötet. Auch Louis Linke und Tim Schiller, die in der Reihe vor ihnen sitzen und an ihrem Steckbrett verschiedene Schaltungen kombinieren, hatten den Dreh schnell raus. „Am Anfang mussten wir noch ein bisschen herumprobieren, aber dann hat man das System verstanden“, schildert Louis Linke. Der 17-Jährige und sein Sitznachbar haben bereits ein Vibrationsmodul elektronisch zum Schwingen sowie ein Lämpchen zum Blinken gebracht. An dem Steckplatz mit der 60-Hertz-Frequenz scheint es jedoch, als leuchte die Lampe durchgehend. „Das Blinken ist so schnell, dass unser Auge es nicht mehr wahrnimmt“, erklärt Peter Hüttner, ebenfalls vom Radio-Stammtisch. „Ich bin nicht unbedingt ein Lehrertyp“, sagt der 75-Jährige von sich. Doch wenn die Schüler Interesse hätten, dann funktioniert das seiner Erfahrung nach sehr gut.

Damit unterschiedliche Themenbereiche abgedeckt werden, steht an den Tagen der Naturwissenschaften eine Vielzahl von Kursen für die Fünft- bis Elftklässler zur Wahl. Kristine Just und Josephine Puschkann haben sich für Astronomie entschieden, weil es in ihren Augen ein sehr spannendes Feld ist. „Obwohl es sehr physik- und mathelastig ist“, finden sie. Auf dem Stundenplan steht das Fach in der Regel nicht, warum Carmen Gruno häufig das Gefühl hat, dass junge Menschen viel zu wenig über astronomische Vorgänge wissen. Während des Astro-Projekts nutzt die Mathelehrerin die Gelegenheit, mit den Teilnehmern „über die Erde hinauszugucken“. Die Schüler sollen ausrechnen, wie viel Masse die Sonne in 4,6 Milliarden Jahren – so lange existiert sie schon – verloren hat. Denn ewig wird sie nicht mehr scheinen, schätzungsweise noch fünf Milliarden Jahre. „Dann ist Schluss und sie wird zum kleinen Zwerg“, schildert die Pädagogin.

Um Hitze und Wärme geht es im Unterricht von Elke Janssen irgendwie auch. Über Bunsenbrennern erwärmen die Neuntklässler Reagenzgläser, die eine Mischung aus Aminosäuren sowie Wasser und Zucker enthalten. Anschließend notieren sie den Geruch. „Riecht nach einer Bratwurst, die zu lange auf dem Grill lag“, gibt ein Schüler seinen Eindruck laut kund. Das Gemisch unter seinem Glas ist bereits sehr dunkel geworden. Ziel des Versuchs ist laut Elke Jannsen zu demonstrieren, dass gerade die Kombination aus Aminosäuren und Zucker zu einem schönen Grillaroma führten – vorausgesetzt es werde nicht erhitzt, bis es schwarz werde. Wird der Zucker hingegen weggelassen, „riecht es nur verbrannt“, bemerkt die Schülerin Maxie Kulbas.

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