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Sowohl Rico Walter (35) als auch Tony Raddatz (31) hatten als Kapitän fungiert, beide galten als besonders talentierte Mittelfeldspieler.

Fußball
Zwei Mittelfeldstrategen hören auf

Wechsel zum Abschied: Rico Walter (links) kommt für Tony Raddatz
Wechsel zum Abschied: Rico Walter (links) kommt für Tony Raddatz © Foto: Enrico Woldt
Hagen Bernard / 22.06.2018, 02:15 Uhr
Eisenhüttenstadt. Der 7:1-Heimsieg des Fußball-Brandenburgligisten FC Eisenhüttenstadt gegen Stahl Brandenburg vor knapp zwei Wochen war nicht nur wegen des Resultates und dem damit verbundenen praktischen Klassenerhalt bemerkenswert. In der 76. Minute wurde Rico Walter für Tony Raddatz eingewechselt. Beide waren zuvor aus dem Brandenburgliga-Team verabschiedet worden. Die beiden verbindet wesentlich mehr als nur die langjährige Zugehörigkeit zur 1. Eisenhüttenstädter Mannschaft.

Sowohl Rico Walter (35) als auch Tony Raddatz (31) hatten als Kapitän fungiert, beide galten als besonders talentierte Mittelfeldspieler. Beide haben den Sport in ihre Wiege gelegt bekommen, sowohl Eltern als auch Großeltern sind Sportler. So waren auch bei der Verabschiedung ihre vor allem unter den älteren Eisenhüttenstädter Sportlern bekannten Großeltern zugegen. Bei Rico Walter ist es der 83-jährige Rolf Lüdicke, in den 1960-er-Jahren sogar Nationalkader im Bowling. Als einstiger Bezirksklasse-Spieler hatte er natürlich ab 1990 aktiv die Karriere seines Enkels Rico verfolgt und ihn zeitweise bei den Junioren und der Zweiten des EFC Stahl als Kotrainer begleitet. Am 19. August 2001 bestritt Rico Walter in der Oberliga-Nord gegen den FC Schönberg (0:0) sein erstes Punktspiel für die Erste, schließlich wurden es 242, in denen er 17 Tore erzielte. Leider hatte der Krankenpfleger frühzeitig gesundheitliche Probleme, im Jahr 2003 hatte er bereits drei Knie-Operationen hinter sich, eine weitere folgte. Dennoch entwickelte er sich zum kampfstarken Regisseur, dessen Pässe und Freistöße gefürchtet waren. Acht Gelb-Rote und zwei Roten Karten sind Ausdruck seines körperlich engagierten Einsatzes.

Nicht ganz so ruppig auf dem Platz ist da sein langjähriger Mitspieler Tony Raddatz, mit dem er auch schon gemeinsam den Neuzeller Run & Bike über die Marathon-Distanz bestritt. Am 8. August 2004 wurde Raddatz zum ersten Mal in der Oberliga eingesetzt (0:1 gegen Yesilyurt), schließlich wurden es 346 Punktspiele und 95 Tore. Bemerkenswert – der auch außerhalb des Spielfeldes sehr höfliche Vater eines Sohnes und einer Tochter sah nur einmal Gelb-Rot. Darüber hinaus bestritt der Metallurge 21 Pokalspiele (6 Tore), bei Walter sind es 20 (5 Tore). Während Walter in seiner Karriere – zwischenzeitlich spielte er für die SG Aufbau und die SG Wiesenau in der Landesklasse – schnell körperliche Grenzen gesetzt wurden, schien Raddatz seine seit seiner Jugend zum Leidwesen seines Vaters und seines Opas nicht unbedingt ausreizen zu wollen. So blieb er Führungsspieler beim EFC Stahl und FC Eisenhüttenstadt. Der aktuelle Ziltendorfer Dorfmeister im Kugelstoßen liebäugelt jedoch aus familiären Gründen bereits einige Zeit damit, sportlich kürzer zu treten. „Schade. Er könnte noch einige Zeit in der Brandenburgliga spielen, seine Pässe kommen noch an. Eine Kreisliga wäre doch sportlich keine Herausforderung. Ich habe bis zum 38., 39. Lebensjahr geboxt. Das macht sich dann im Alter bezahlt, wenn man lange Sport getrieben hat“, erklärt Opa Ansgar Raddatz. Der 80-Jährige war 1956 nach Eisenhüttenstadt gekommen und hatte im Halbweltergewicht für SG Aufbau geboxt. „Er sagt, es wäre das Knie, das glaube ich aber nicht“, sagt der langjährige Elektromonteur im Wohnungsbau-Kombinat. (hb)

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