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Dok-Zentrum
170 000 Objekte als Herausforderung

In Vitrinen: Aus allen Sammlungsbereichen werden ausgewählte Objekte in der Schau gezeigt.
In Vitrinen: Aus allen Sammlungsbereichen werden ausgewählte Objekte in der Schau gezeigt. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 02.07.2018, 20:23 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Als am Sonntag die neue Sonderausstellung unter dem Titel „10 000 Kubikmeter Alltag“ im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR eröffnet wurde, da war auch immer wieder davon die Rede, über was für einen Schatz die Einrichtung verfügt. Allerdings kommt dieser Schatz, 170 000 Objekte aus dem Alltag der DDR, nicht so richtig zur Geltung.

Mit der Ausstellung, die einen kleinen Einblick in den großen Sammlungsbestand gibt, wolle man auch zeigen, vor welchen Herausforderungen das Dokumentationszentrum steht, sagte Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs und des Dokumentationszentrums. Zwar handele es sich um einen einzigartigen Bestand, doch die Unterbringung ist nach wie vor prekär. So habe es in den 25 Jahren, seit die Sammlung vor allem durch Schenkungen begonnen wurde, zwölf Umzüge in immer wieder neue Gebäude gegeben, sagte Kurator Axel Drieschner. Depotfläche sei dabei auch verloren gegangen.

Ein Arbeiten mit den Objekten – sie sind ja nicht dazu da, nur aufbewahrt zu werden – ist da kaum möglich. Florentine Nadolni sprach zum Beispiel in diesem Zusammenhang von dem Wunsch, nach einem Schaudepot. Auch Axel Drieschner machte deutlich, dass es eine Lösung geben sollte, wo der Bestand langfristig und vernünftig bewahrt werden kann. Momentan . – und das können die Besucher in der Ausstellung nun erleben und auch daran mitwirken –, werden die Objekte weiter digitalisiert und katalogisiert, was seit 2013 nicht mehr geschehen ist. Aber das bedeutet, dass man dafür neben den räumlichen Kapazitäten auch Personal benötigt.

Jürgen Danyel, stellvertretender Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, betonte die Bedeutung der Eisenhüttenstädter Sammlung. „Die Bedeutung der Sammlung wird eher zunehmen als abnehmen“, sagte er und schloss sich seinen Vorrednern an: „Die Sammlung muss weiter geöffnet und zugänglich gemacht werden.“ Nicht zuletzt, weil die Sammlung der Objekte zur Gründungsidee des Dokumentationszentrums gehört.

Die neue Sonderschau ist noch bis März des kommenden Jahres zu sehen. Sie gibt Einblick in die 35 Sammlungsbereiche, die exemplarisch gezeigt werden. Ein Bereich, die Spielsachen, wird sogar komplett präsentiert und zwar so, wie er auch im Depot gelagert ist, nämlich in Regalen. Axel Drieschner hofft, auch von Besuchern Hinweise zu erhalten. So besteht die Möglichkeit auf Karteikarten seine Erlebnisse zu Spielsachen aufzuschreiben, die sich in der Ausstellung wiederfinden.(lö)

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