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Nach dem erfolgreich bestrittenen Abstiegskampf mit vier Absteigern fällt das Saisonfazit in erster Linie positiv aus.

Fußball
7:1-Sieg im Endspiel um die Liga

Nimmt Abschied: Nach  14 Jahren und 367 Pflichtspielen für die erste Männer-Mannschaft des FC Eisenhüttenstadt nimmt der 31-jährige Tony Raddatz (links/gegen Sachsenhausen) Abschied.  In der zurückliegenden Saison bestritt er 23 Pflichtspiele für die Erste.
Nimmt Abschied: Nach 14 Jahren und 367 Pflichtspielen für die erste Männer-Mannschaft des FC Eisenhüttenstadt nimmt der 31-jährige Tony Raddatz (links/gegen Sachsenhausen) Abschied. In der zurückliegenden Saison bestritt er 23 Pflichtspiele für die Erste. © Foto: Bernd Pflughöft
Hagen Bernard / 06.07.2018, 03:45 Uhr
Eisenhüttenstadt Der FC Eisenhüttenstadt hat als Zwölfter gerade noch so den letzten Nichtabstiegsrang in der Fußball-Brandenburgliga belegt. Nach dem erfolgreich bestrittenen Abstiegskampf mit vier Absteigern fällt das Saisonfazit in erster Linie positiv aus.

Selten haben die Anhänger des FC Eisenhüttenstadt beziehungsweise des Vorgängervereins EFC Stahl solch einen spannenden Abstiegskampf mit einem glücklichen Ende erlebt. Mit einem 7:1-Heimsieg gegen den unmittelbaren Konkurrenten Stahl Brandenburg hatten die Eisenhüttenstädter bereits am vorletzten Spieltag den Ligaverbleib praktisch sicher. Zwar hatten sie eine Woche später mit dem 0:3 beim bereits vorher als Absteiger feststehenden BSV Guben Nord in den Abstiegskampf noch etwas Spannung hineingebracht, da der RSV Waltersdorf mit dem 3:1-Heimsieg gegen Grün-Weiß Lübben noch nach Punkten aufschloss, doch letztlich hatten die Eisenhüttenstädter als Faustpfand noch das um vier Treffer bessere Torverhältnis.

Vergleichbar ist dieser Abstiegskampf mit dem vor zwei Jahren, als der FC Eisenhüttenstadt in letzter Minute noch den Ligaverbleib bewerkstelligt hatte und mit dem im Jahr 2006, als Lukas Szywala in letzter Minute den 2:1-Siegtreffer beim Absteiger Oberhavel Velten erzielt hatte. Der war übrigens jetzt auch noch in Guben dabei wie Carsten Hilgers, der damals die Vorlage geliefert hatte. Übrigens war vor zwölf Jahren anstelle der Eisenhüttenstädter der damals noch frisch fusionierte FSV Union Fürstenwalde abgestiegen. In den vergangenen Dutzend Jahren haben sich jedoch die Vorzeichen deutlich geändert. Die Fürstenwalder bewegen sich im MIttelfeld der Regionalliga, der mittlerweile ebenfalls per Fusion entstandene FC Eisenhüttenstadt kämpft zwei Klassen tiefer Jahr für Jahr um den Ligaverbleib.

Nicht anderes als ein Abstiegskampf war auch vor der Saison von den Eisenhüttenstädtern zu erwarten. Schließlich hatten sie nur glücklich den Klassenerhalt geschafft. Kurzfristig hatte sich der erfahrene Stammtorwart Kamil Duchnowski verabschiedet. Immerhin kam Mariusz Wolbaum nach einem Jahr Intermezzo beim Oberligisten Victoria Seelow zurück. Auch auf der Trainerbank hatte es einen gravierenden Wechsel gegeben. Der 40-jährige Andreas Schmidt hatte vom langjährigen Trainer Harry Rath übernommen, der nun als sportlicher Leiter fungiert.

Zunächst schienen sich die schlimmsten Befürchtungen vieler Anhänger zu bewahrheiten. Der FC Eisenhüttenstadt zeigte sich kaum Liga-tauglich. Vor allem die Abwehr wirkte instabil. Negativer Höhepunkt war am sechsten Spieltag das Heim-0:10 gegen das Mittelfeld-Team SV Falkensee-Finkenkrug. Sowohl der aus Frankfurt geholte Matthias Kreutzer als auch der von den Junioren hinzugezogene Eddie Björn Vandreier mussten jeweils in ihrer Halbzeit fünfmal hinter sich greifen.

Der als Nummer Eins vorgesehene Martin Stemmler hatte zu Saisonbeginn verletzungsbedingt passen müssen. Ab dem 8. Spieltag stand der 28-Jährige wieder zur Verfügung für die Partie beim späteren Schlusslicht Eintracht Miersdorf/Zeuthen. Bis dahin hatten die Eisenhüttenstädter nur einen Zähler geholt. Ausgerechnet jetzt ging Andreas Schmidt für zwei Wochen in den langfristig angekündigten Urlaub, der sportliche Leiter Harry Rath setzte sich auf seinen ehemaligen Stammplatz. Mit ihm am Regiepult gewannen die Eisenhüttenstädter erst in Zeuthen mit 5:2, dann setzten sie zu Hause den damaligen Spitzenreiter Einheit Bernau mit 4:0 matt. Schmidt knüpfte nahtlos daran an und ließ ein 0:0 in Klosterfelde folgen.

Personell konnte Schmidt nun nach der überwundenen Knieverletzung seines Stürmers Danny Grünberg in der Offensive auf seine bestes Aufgebot zurückgreifen, dazu fand Wolbaum nach überwiegend defensiven Aufgaben zu Saisonbeginn mehr offensiv eingesetzt zur alten Torgefahr zurück.

Zwar blieb das Spiel des FC Eisenhüttenstadt weiterhin nicht fehlerfrei, doch regelmäßig konnte er sein Leistungsvermögen abrufen. Zudem brachten die im halben Dutzend in die Brandenburgliga aufgerückten A-Junioren frischen Wind ins Training und vor allem in der Rückrunde auch in den Punktspielen.

Etwas unglücklich war die Rückrunde angelaufen, als Witterungs-bedingt die Eisenhüttenstädter zunächst nicht zum Zuge kamen. Dazu hatte es im ersten Spiel ein unglückliches 0:1 beim FSV Bernau gesetzt. Da jedoch die Schmidt-Schützlinge ihre Heimaufgaben gegen RSV Waltersdorf, Eintracht Miersdorf/Zeuthen und TuS Sachsenhausen mit einem Dreier lösten, geriet der Nichtabstiegsrang zunächst nicht in Gefahr. Doch als bis Ende Mai der FCE sich in neun Partien sechs Remis leistete, dazu in Ludwigsfelde, in Oranienburg und Neuruppin verlor, war er am drittletzten Spieltag wieder auf einen Abstiegsrang gerutscht.

Ausgerechnet gegen den FC Stahl Brandenburg, gegen den er vor Jahresfrist ebenfalls zu Hause sein Endspiel vergeigt hatte und lediglich wegen dem Nichtabstieg des Oberligisten 1. FC Frankfurt nach einer Anfrage am Verband nicht in die Landesliga abstieg, musste er es richten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten überzeugten vor allem die Offensivspieler um Grünberg, Mooh Djike und Wolbaum, so dass es Trainer Schmidt entfuhr: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie hat das abgerufen, was sie kann. Nun muss sie den nächsten Schritt noch in Guben machen.“ Das gelang ihr zwar nicht ganz, doch immerhin blieb sie nach dem Saisonfinale über dem Strich in der Tabelle.

„Von diesem Spiel muss ich mich erst mal erholen“, hatte unmittelbar danach Sportdirektor Harry Rath gestöhnt. „Jetzt gilt es, die Truppe zusammen zu halten, schließlich haben einige Spieler auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt.“ Definitiv das Schiff verlassen haben die langjährigen Stammspieler Tony Raddatz und Rico Walter. Auch steht noch nicht fest, ob der in der Winterpause zurückgewechselte Christian Siemund seine Zelte in Eisenhüttenstadt stehen lässt. „Wenn die Mannschaft so zusammen bleibt, dann sollte sie in der nächsten Saison nicht gegen den Abstieg spielen“, ist Schmidt optimistisch, das es nach vielen Jahren mal nicht so nervenaufreibend am Saisonende zugeht. Doch angesichts der vier Absteiger und der Oberliga-Rückkehrer 1. FC Frankfurt, Victoria Seelow und Grün-Weiß Brieselang dürfte die Aufgabe nicht unbedingt leichter geworden sein.

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