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Speicher
Kunst statt Getreide

Stefan Lötsch / 29.08.2018, 09:00 Uhr - Aktualisiert 29.08.2018, 14:40
Eisenhüttenstadt (MOZ) Fast drei Jahre ist es her, dass ein Privatmann bei einer Auktion den Getreidespeicher am Oder-Spree-Kanal ersteigert hat. Im Inneren des imposanten Gebäudes ist bisher schon viel passiert. An Ideen für eine künftige Nutzung fehlt es auch nicht. Doch es bedarf langwieriger Abstimmungen mit Behörden.

„Sie können ja als Überschrift wählen: ,Kleine Kunst in großem Gebäude’. Oder schreiben sie: ,Neue Kunst im alten Speicher“. Der Berliner Privatmann, der vor fast drei Jahren den Getreidespeicher am Oder-Spree-Kanal bei einer Immobilienauktion ersteigert hat, hat den Reporter eingeladen, um zu zeigen, was in der Zwischenzeit in und an dem imposanten Objekt passiert ist. Zunächst wurde in dem Gebäude Etage für Etage Ordnung geschaffen.

Nach wie vor ist aber die drängendste Frage, welche Nutzung künftig denkbar sind. Die Kunst ist eher eine Verlegenheitslösung. „Ich habe in Berlin in einer ehemaligen Schule ein Atelierhaus eingerichtet“, erzählt der Berliner. Künstler, die dort arbeiten, haben für sich auch schon den Getreidespeicher entdeckt. Und so findeen sich an der ein oder anderen Wand sowie in einem Speicherraum Kunstwerke. Durchaus bedeutende Künstler, wie der Berliner, der seinen Namen nicht öffentlich sagen will, betont. Die Künstler arbeiten mit Schablonen und Spraydosen und können neue Motive und Techniken in Eisenhüttenstadt an einem Objekt ausprobieren.

Gerne würde der Eigentümer das auch mal einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen, Ausstellungen organisieren. Doch dafür müsste das Gebäude über ein zweites Treppenhaus verfügen, als zweiten Fluchtweg im Falle eines Brandes.

Doch die Gedanken des Eigentümers gehen sehr viel weiter, als nur neue Ausstellungsräume und Probierflächen für Künstler zu schaffen. Schon bei einem anderen Termin hatte er erwähnt, dass in anderen Städten ehemalige Getreidespeicher umgebaut wurden. „In Kapstadt ist ein Museum für Moderne Kunst entstanden“, erzählt der Berliner. Aus anderen Städte kennt er Projekte, dass statt der großen Lagerräume großzügige Wohnungen und Büros entstanden sind, sogenannte Lofts.

Das kann sich der Eigentümer auch für einen Teil des ehemaligen Speichers vorstellen. Denn eines ist klar: Seine ursprüngliche Nutzung wird der Backsteinbau nie mehr wiedererlangen. Der Eigentümer kann sich diese Nutzungsvariante für den Teil des Gebäudes vorstellen, der schon über Fenster, wenn auch kleine, verfügt. Vor dem Gebäude erklärt er an der Giebelseite seine Vorstellung, außen einen Fahrstuhl anzubauen, der die mehr als 13 Etagen erschließt. Doch davon hat er wieder Abstand genommen. Nun soll ein Fahrstuhl im Inneren des Gebäude entstehen. Die Speicherräume, wo früher das Getreide lagerte, könnten dann zu Wohnungen oder Büros umgebaut werden. Vor allem in den höheren Etagen hätte man einen sehr schönen Blick über Eisenhüttenstadt und den Oder-Spree-Kanal. Selbst das Anlegen mit einem eigenen Boot wäre kein Problem, denn der Getreidespeicher verfügt auch noch über eine eigene Anlegestelle.

Doch lassen sich die Ideen umsetzen? Das ganze Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Unterlagen hat er bei der Denkmalbehörde eingereicht und wartet nun erst einmal auf eine Antwort, ohne die eine weitere Planung nicht sinnvoll ist. Bürgermeister Frank Balzer hat sich derweil bei einem Besuch positiv zu dem Vorhaben geäußert, sagt der Berliner.

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