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Fußball
Schmidt vermisst die Leidenschaft

Hagen Bernard / 03.10.2018, 22:06 Uhr
Eisenhüttenstadt Fußball-Brandenburgligist FC Eisenhüttenstadt hat am Mittwoch seine vierte Niederlage in Folge kassiert. Er unterlag auf heimischer Anlage dem MSV Neuruppin mit 0:4 (0:1).

Die Rahmenbedingungen weckten zumindest aus Eisenhüttenstädter Sicht Erinnerungen an bessere Zeiten. Vorstandsmitglied und Sportartikelhändler Wolfgang Schneider hatte zum Tag der Einheit ein Pressegespräch im Klubraum des FC Eisenhüttenstadt ermöglicht – doch ausgerechnet dann musste der Eisenhüttenstädter Trainer Andreas Schmidt eine 0:4-Niederlage erklären, die auch der Eisenhüttenstädter Bürgermeister Frank Balzer gesehen hatte. Die letzte Pressekonferenz nach einem Fußballspiel mit Eisenhüttenstädter Beteiligung hatte es im Jahr 2003 gegeben – damals hatte der EFC Stahl ein DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen mit 0:1 verloren. Mit dabei war vor 15 Jahren ebenso Wolfgang Schneider als Vorstandsmitglied wie der dieses Mal moderierende Harry Rath, damals auf der Trainerbank. Angesprochen auf eine Tasse Kaffee erklärte Rath, dass ihm angesichts der Eindrücke vom Spiel eher nach einem Likör zumute sei.

Immerhin versprühte Gäste-Trainer Henry Bloch beste Laune, der sich über den Ausbau seiner Positiv-Serie freute, nachdem sein Team recht vorsichtig ins Spiel gegangen sei. „Unsere Tore sind zum richtigen Zeitpunkt gefallen. In der zweiten Halbzeit war dann der Unterschied sichtbar.“

Das war er in der Tat. Nachdem die Eisenhüttenstädter Anhänger in der ersten Minute noch einen Schuss von Christoph Krüger beklatschen konnten, bestand anschließend Funkstille in der Offensive. Immerhin ließ der FCE seinen Kontrahenten nicht zur Entfaltung kommen. Gegen die gut gestaffelte Eisenhüttenstädter Abwehr gelang zunächst nichts Zwingendes. Bis zur 38. Minute, als Dimitar Milushev auf halblinks zum völlig freien Marcel Weckwerth flankte, der den Ball aus etwa zehn Metern zum 1:0 einköpfte. Doch wer in der zweiten Halbzeit auf eine Aufholjagd der Eisenhüttenstädter gesetzt hatte, sah sich getäuscht. In der 50. Minute erhöhte Lukas Japs mit einem 25-Meter-Schuss aus halbrechter Position auf 2:0 – der Ball schien haltbar. Nur neun Minuten später der nächste Nackenschlag, als Schlussmann Martin Stemmler einem platzierten 25-Meter-Freistoß von Weckwerth nur noch hinterher schaute. Auch da kein Aufbäumen – der wegen einer Zahn-Operation fehlende Kapitän Mariusz Wolbaum etwa wurde vermisst. Auch Stürmer Danny Grünberg, der wegen einer Kreuzband-Operation im rechten Knie voraussichtlich bis zum Frühjahr ausfällt. Da ging dann auch der nach längerer Zeit mal auch wegen seiner Einsatzfreude von Anbeginn aufgebotene Christoph Wunder mit unter. Das Spiel plätscherte dahin. Dennoch erhöhten die Gäste auf 4:0. Florian Riehl hatte den aus dem Strafraum geeilten Torwart Stemmler noch ausgespielt (84.).

FCE-Trainer Andreas Schmidt: „Das war ähnlich wie beim 0:4 am Sonntag in Frankfurt, als wir nach einer guten ersten Halbzeit mit 0:1 zurücklagen, aber in der zweiten Halbzeit noch drei weitere Tore kassiert hatten. Ich habe die Leidenschaft vermisst.“ Dennoch nahm er seine Spieler in Schutz. „Wir sind uns unserer Möglichkeiten ohne die Fehlenden bewusst. Ohne Leidenschaft sind wir aber nicht konkurrenzfähig. Nun müssen wir den Ehrgeiz wieder wecken.“ Gefragt zu den personellen Möglichkeiten, deutete Schmidt an, dass Torwart Matthias Kreutzer zum Zuge kommen könnte. „Martin Stemmler hat die letzten zwei, drei Spiele unglücklich agiert. Allerdings ist er auch der Letzte in einer Fehlerkette.“ Für den Offensivbereich könnte bald wieder Jens Brüllke zur Verfügung stehen. Zu Verstärkungen äußerte Rath als sportlicher Leiter, dass man sich schon im näheren Umfeld umschaue. Allerdings habe der Verein nicht die Mittel, um Hochkaräter von außerhalb zu verpflichten. Vielleicht bewirkt Rath auch kurzfristig eine Trendwende. Voraussichtlich wird er wie in der Vorsaison den FCE-Trainer am 20. und 27. Oktober vertreten. Damals hatte er mit zwei Siegen die auch dieses Mal so herbeigesehnte Erfolgsserie eingeleitet.

FC Eisenhüttenstadt: Martin Stemmler – Kevin Kahlisch, Michel Becker, David Steinbeiß – Christoph Wunder (64. Hermann Wamba Tsafack), Erik Schack, Lukas Szywala (64. Johann Krüger), Christoph Krüger, Tony Wernicke – Georges Florent Mooh Djike, Benjamin Lommatzsch (73. Nico Fischer)

– Schiedsrichter: Steffen Seifert (Zinnitz) – Zuschauer: 81

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Fußball Regional Martin Stemmler Fußball Tony Wernicke Rahmenbedingung

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