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Tagesmutter will mit speziellem Pikler-Klettergerüst Bewegungsentwicklung von Kindern fördern / Unterstützung durch Unfallkasse

Kleinkindpädagogik
Hinfallen und Aufstehen will gelernt sein

Einweihung des neuen Spielgeräts: Die Kinder von Tagesmutter Michaela Zach klettern auf dem neuen Gerüst herum.
Einweihung des neuen Spielgeräts: Die Kinder von Tagesmutter Michaela Zach klettern auf dem neuen Gerüst herum. © Foto: Patrizia Czajor
Patrizia Czajor / 18.10.2018, 07:00 Uhr
Neuzelle (MOZ) In der Kleinkindpädagogik ist Emmi Pikler ab Mitte des 20. Jahrhunderts neue Wege gegangen. Noch heute spielt die Forschung der ungarischen Kinderärztin eine Rolle. Rund 30 Einrichtungen im Land hat der Spiel- und Bewegungspädagoge Peter Fuchs bislang bei der Umsetzung ihres Erziehungsansatzes begleitet, in der die Bewegungsentwicklung von Kindern im Vordergrund steht. Er beriet weitere 75 Brandenburger Einrichtungen, die sich an Elfriede Hengstenberg orientieren – die deutsche Pädagogin schlägt in dieselbe Kerbe, nur richtet sich an ältere Kinder.

Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet Peter Fuchs, der Mitglied der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft ist, seit zwölf Jahren eng mit der Unfallkasse Brandenburg zusammen. Diese unterstützt diese Idee vor allem finanziell, denn eingesetzt werden in den kooperierenden Einrichtungen spezielle sogenannte Pikler-Bewegungsgeräte. Auch die Kosten für die Fortbildungen der Erzieher übernimmt der Versicherungsträger.

So ist es im Fall der Tagesmutter Michaela Zach gewesen. Eher zufällig hat die Erzieherin aus Neuzelle von dem Kleinkindprojekt „Lasst mir Zeit“ erfahren und sich beworben. Letztlich wurde ihre Kindertagespflegestelle als Referenzeinrichtung ausgewählt, die nun von der Unfallkasse Brandenburg unterstützt wird. „Es freut mich, dass ich diese Möglichkeit nun bekommen habe“, freute sich die Tagesmutter, die am Mittwoch gleich das spezielle Pikler-Klettergerüst einweihte. Die fünf von ihr betreuten Kinder tobten dann am Sprossdreieck und der Bogenleiter herum oder krabbelten unter dem Holztunnel hindurch. Als die Kinder oben auf dem Gerät herumtanzten, klopfte hingegen auch das Herz von Manuela Zach einen Moment lang etwas schneller als sonst, wie sie später erzählte. Doch eigentlich übe sie sich schon länger darin, meinte die Erzieherin, beim freien Spielen der Kinder nicht immer direkt einzugreifen. „Das richtige Hinfallen und Aufstehen muss gelernt sein“, machte sie deutlich.

Ein Stichwort des Pikler-Ansatzes sei etwa die achtsame Begleitung der Kinder, erläuterte Peter Fuchs. Das Gerüst biete die ideale Umgebung und einen Anreiz, in der die Kinder eigenständig Neues entdecken könnten. „Mit der Zeit werden sie immer sicherer“, hob der Pädagoge hervor. Dabei steht dieser Ansatz laut Peter Fuchs dem entgegen, wie Kinder heute für gewöhnlich aufwuchsen. Sie würden sich viel öfter mit elektronischen Spielgeräten beschäftigen und damit viel Zeit im Haus anstatt draußen verbringen, meinte er. „Eine gesunde Bewegungsentwicklung ist jedoch auch eine Grundlage für eine gesunde Gehirnentwicklung“, betonte der Lehrer, der als pädagogischer Begleiter der Basisgemeinde Wulfshagenerhütten die speziellen Holzspielgeräte bereitstellt.

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