Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zirkus
Tierischer Besuch in Müllrose

Frank Groneberg / 05.12.2018, 09:00 Uhr - Aktualisiert 05.12.2018, 09:11
Müllrose (MOZ) Der „Circus Henry“ macht derzeit Quartier auf dem Schützenplatz in Müllrose. Die Artisten, Akrobaten und Dompteure bereiten sich hier auf ihr Gastspiel als „Frankfurter Weihnachtscircus“ ab dem 20. Dezember in Frankfurt vor.

Müllrose hat derzeit tierischen Besuch. „Mama, sind das Kamele?“, fragt ein kleiner Junge, der staunend am Zaun zum Schützenplatz steht. Ja, sind es. Und zwar 13 Trampeltiere, um genau zu sein. Dazu mehr als eine Hand voll Lamas und Alpakas, ein paar Pferde, eine Simmentaler Kuh, Schafe und Ziegen und eine große Familie Hunde. Es ist sozusagen „tierisch was los“ auf dem Platz, auf dem sonst die Müllroser Bogenschützen ihre Pfeile fliegen lassen.

Der Junge traut sich nicht rauf auf den Platz, doch die Zirkusleute hätten eigentlich nichts dagegen. Ganz im Gegenteil. „Wir freuen uns immer, wenn mal jemand gucken kommt“, sagt Georg Frank. Der 71-Jährige ist Direktor des vor 206 Jahren in Breslau gegründeten „Circus Henry“. Und das schon seit seinem 23. Geburtstag. Früher war er Kunstreiter. Heute führt er durch das Programm, lässt sich von den Clowns reinlegen und spielt Trompete – als Solist und in der Zirkuskapelle. Wirklich? „Ja, wir haben noch eine eigene Hauskapelle“, sagt er und fügt stolz hinzu: „Wir sind der größte Mittelzirkus Deutschlands.“

Auf jeden Fall dürfte der „Circus Henry“ die größte Kamelherde aller Zirkusse haben. „Die Kamele sind unser ganzer Stolz“, betont Georg Frank. „Wir züchten die Tiere selbst, schon mein Vater hatte Kamele.“ Acht der erwachsenen Tiere arbeiten in der Manege. Zwei Einjährige warten auf ihre ersten Übungsstunden, die sie nach ihrem zweiten Geburtstag bekommen. Zwei Fohlen dürften die Lieblinge der Kinder in den Tierschauen sein. Und drei der Stuten sind derzeit tragend und bekommen im Januar und Februar den nächsten Zirkusnachwuchs – der einzige Zuchthengst in der Herde hat mal wieder ganze Arbeit geleistet.

In Müllrose braucht keines der Tiere zu arbeiten oder zu trainieren. Weder die Kamele noch die Pferde oder die anderen Tiere. Sie genießen die Ruhe in den großen überdachten Boxen. Oder laufen draußen auf der großzügig abgesteckten Koppel herum. Und sie fressen den ganzen Tag. Für das Futter sorgt einer der Söhne des Zirkusdirektors. Und das ist momentan gar nicht so einfach. „Unsere Tiere brauchen jeden Tag allein zwei Rundballen Heu, doch Heu ist nach dem trockenen Sommer sehr knapp und sehr teuer“, erklärt Georg Frank. Sein Sohn sei täglich unterwegs, klappere die Landwirtschaftsbetriebe und Bauernhöfe ab. „Wer überschüssiges Heu abzugeben hat“, bittet er, „gern auch älteres, kann sich bei uns melden.“ Altes Brot sei als Futterspende ebenfalls willkommen.

Nach Müllrose ist der „Circus Henry“ vom letzten Gastspielort Torgau gezogen, weil Frankfurt nur 15 Kilometer entfernt ist. Denn in der Oderstadt gastiert das Unternehmen ab dem 20. Dezember als „Frankfurter Weihnachtscircus“ – eine Premiere für die Stadt und für den Zirkus. „Viele andere Zirkus­unternehmen machen das schon länger und schwärmen davon“, erzählt Georg Frank, „weil das eine ganz andere Atmosphäre ist als sonst.“ Er habe sich das extra vorher beim Zirkus „Roncalli“ angesehen. „Da ist alles so schön geschmückt, das ist richtig weihnachtlich – das machen wir auch so.“ Der Aufwand sei natürlich groß – für die Dekoration, für spezielle Weihnachtskostüme, für das Festtagsprogramm. „Aber ich denke, das lohnt sich. Unsere Besucher werden es genießen und ich freue mich sehr darauf.“

Telefon 0152 53222806, Internet: frankfurter-weihnachtscircus.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG