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Tiere
Vier Samtpfoten werden vermisst

Verspielter Stubentiger: Immer wieder verschwinden Hauskatzen. Die Gründe bleiben oft ungeklärt.
Verspielter Stubentiger: Immer wieder verschwinden Hauskatzen. Die Gründe bleiben oft ungeklärt. © Foto: Julian Stratenschulte
Janet Neiser / 12.12.2018, 09:30 Uhr
Müllrose (MOZ) In Müllrose sind mehrere Hauskatzen verschwunden. Die Besitzer sind besorgt, haben sogar Flugblätter verteilt. Eine Spur zu den Tieren gibt es nicht. Was bleibt, ist Unsicherheit und ein leerer Platz am Futternapf.

„Vier Katzen sind mittlerweile weg“, erzählt Ingeborg Schulz*, die nicht weg vom Kleinen Müllroser See wohnt. „Unsere eigene Katze, die vom Nachbarn zur rechten Seite, die vom Nachbarn zur linken und eine weitere aus dem Wohngebiet – alle weg.“ Klar, sei es mal vorgekommen, dass ihre eigene Katze mal eine Nacht nicht zu Hause war, aber spätestens am nächsten Morgen oder während des Tages stand sie miauend vor der Tür und wollte endlich ihr Futter. „Bei einer Nacht macht man sich noch keine Gedanken“, betont die Müllroserin. Aber als die Mieze dann auch die zweite und die dritte Nacht wegblieb, da wuchsen die Sorgen doch.

Ingeborg Schulz kam mit den Nachbarn ins Gespräch und plötzlich war klar, nicht nur ihre eigene Katze, sondern auch Tiere im Umfeld waren von heute auf morgen einfach verschwunden. Zudem wurde ein Transporter im benachbarten Wald entdeckt. Ob der aber nur durch Zufall dort war oder aber etwas mit den Katzen zu tun hat, das weiß keiner. „Katzen sind jedenfalls leicht anzulocken“, betont Ingeborg Schulz und fährt fort: „Wir haben sogar Flugblätter verteilt.“ Mit der Polizei habe man ebenfalls gesprochen und mit dem Ordnungsamt. „Im Endeffekt ist aber niemand wirklich zuständig“, sagt sie.

„Wenn es sich um Diebstahl handelt, ist die Polizei zuständig“, heißt es am Dienstag aus der Amtsverwaltung Schlaubetal. Die Polizei wiederum kann nichts tun, solange keine Straftat vorliegt oder es zumindest Spuren für eine solche gibt. Eine Häufung von verschwundenen Samtpfoten in Müllrose können weder Ordnungsamt noch Polizei bestätigen. Aus der Amtsverwaltung kommt sogar der Hinweis, dass im Gegenteil immer wieder Meldungen von Fundtieren eingehen.

Im Tierheim am See zwischen Eisenhüttenstadt und Vogelsang kennt man das Problem besorgter Katzenbesitzer. „Die melden sich dann meist bei uns und fragen nach, ob ein Tier abgegeben oder ob es gefunden wurde“, heißt es aus dem Tierheim. Dass Hauskatzen verschwinden, komme aber immer wieder vor. „In Fürstenberg war das vor einiger Zeit mal ganz schlimm“, weiß die Tierheim-Mitarbeiterin. Und auch aus Wiesenau und Brieskow-Finkenheerd höre man immer wieder etwas. Momentan sei es aber eher ruhig.

Die Stiftung für Tierschutz „Vier Pfoten“ hat sich dem Thema auch gewidmet. Die häufigsten Gründe für das Verschwinden seien folgende: Jährlich kämen unzählige Haustiere durch Unfälle im Straßenverkehr zu Tode. Gefunden würden sie kaum. Sogar von Abschüssen von Jägern ist dort die Rede. Dann wäre da noch der unbemerkte Besitzerwechsel: Katzen würden nicht weit von ihrem eigenen Zuhause entfernt von Fremden angefüttert, die sie dann behalten. Und ja, es gebe auch Katzenhasser, die Jagd auf die Tiere machen. Dass Katzen professionellen Tierfängern zum Opfer fallen, sei hingegen sehr unwahrscheinlich.

„Vier Pfoten“ hat aber auch Tipps parat, um das Verschwinden des geliebten Vierbeiners zu vermeiden. „Lassen Sie Ihren Stubentiger kastrieren, chippen und registrieren“, wird geraten. Die Lockrufe rolliger Katzen und nicht kastrierter Kater würden ansonsten auch häusliche Tiere zu ausgedehnten Ausflügen verführen, auf denen Gefahren lauern können. Die Registrierung mit einem Mikrochip verhinder zudem die ungewollte Adoption von Nachbarn.

* Name ist der Redaktion bekannt, wurde aber geändert

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