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Leichte Mietsteigerung

Geld, in Scheinen
Geld, in Scheinen © Foto: dpa
Stefan Lötsch / 15.12.2018, 08:15 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Von

Die durchschnittliche Nettokaltmiete in Eisenhüttenstadt liegt bei 4,83 Euro. Das ist geringfügig niedriger als im Schnitt des Landkreises Oder-Spree, liegt aber über dem Wert der Stadt Frankfurt. Die Mietsteigerung in Eisenhüttenstadt ist gering.

Einmal im Jahr legt der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) einen Marktmonitor für Berlin und Brandenburg vor, wo unter anderem die Mietentwicklung analysiert wird. Der BBU wertet dazu die Daten seiner Mitgliedsunternehmen aus. Dazu gehören auch die beiden großen Wohnungsunternehmen in Eisenhüttenstadt, die städtische Gebäudewirtschaft (Gewi) und die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG).

Nach Auswertung der Daten für 2017 liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete für den Quadratmeter in Eisenhüttenstadt bei 4,83 Euro. Das sind 0,03 Cent weniger als im Durchschnitt im Landkreis Oder-Spree verlangt wird. Allerdings sind Frankfurt (4,70 Euro), Guben (4,78 Euro) und Cottbus (4,80 Euro) im Schnitt günstiger. Wobei sich die Schere zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt immer mehr zu schließen scheint. Denn in Frankfurt haben die Mieten 2017 im Vergleich zu 2016 deutlich um 2,8 Prozent zugelegt. In Eisenhüttenstadt sieht das wesentlich günstiger aus, erst recht, wenn man den Blick auf das gesamte Land richtet. „Bei gut einem Fünftel der erfasste Orte (zehn von 48) lag die Mietsteigerungsrate im Jahr 2017 bei weniger als einem Prozent“, heißt es in dem Bericht des BBU. Dazu gehören neben der Stadt Brandenburg auch Senftenberg und Eisenhüttenstadt (0,6). Der Landesdurchschnitt bei der Mitsteigerung liegt bei zwei Prozent.

Noch hat Eisenhüttenstadt bei den Bestandsmieten eine sehr hohe Spreizung. So liegen die Bestandsmieten zwischen 3,42 Euro pro Quadratmeter bis zu 7,22 Euro pro Quadratmeter. Bei den Minimalmieten sind die umliegenden Städte nicht so günstig. In Eisenhüttenstadt besteht die Besonderheit, dass durch den Denkmalbereich in den Wohnkomplexen I bis III die Sanierung aufwendig war, entsprechend sich die Mieten auch gestalten im Vergleich zu anderen Städten mit einem hohen Anteil an Plattenbauten.

Allerdings ist es das preiswerte Segment, meistens unsanierte Wohnungen, die wahrscheinlich perspektivisch dem Stadtumbau in Eisenhüttenstadt zum Opfer fallen werden. Denn nach wie vor verliert Eisenhüttenstadt Einwohner, der Abriss wird weitergehen müssen. Auf der anderen Seite werden vor allem gerade im IV. Wohnkomplex von beiden Wohnungsunternehmen Wohnblöcke saniert.

Die durchschnittlichen Mieten die bei Neuvermietungen verlangt werden, liegen unter anderem auch deshalb höher als der Durchschnitt bei den Bestandsmieten. Im Schnitt werden in Eisenhüttenstadt bei Neuvermietungen 5,14 Euro pro Quadratmeter genommen. Die Spanne ist allerdings sehr hoch, reicht von 3,16 Euro bis 7,23 Euro.

Bei den Neuvertragsmieten liegt der Durchschnittswert etwas über dem von Frankfurt (5,06 Euro), aber deutlich unter den Werten von Fürstenwalde (5,79 Euro) – hier macht sich der Zuzug aus Berlin bemerkbar –, Guben (5,25 Euro) sowie Cottbus (5,36 Euro). Der Landeswert beträgt 5,61 Euro.

Allgemein hat der BBU in einer Umfrage für das gesamte Land ermitteln lassen: „Als mindestens angemessen, vielfach aber sogar als günstig oder sehr günstig: so schätzen 83 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in Berlin-Brandenburg ihre Wohnkosten ein.“

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Werner Matzat 15.12.2018 - 14:10:47

Leichte Mietsteigerung? - liegt es am Dürresommer - oder ist wieder mal der Putin schuld? - Die falsche Politik zur falschen Zeit!

Die Überschrift ist catchy, was folgt, fragwürdig. Wieso wird hier allen Ernstes behauptet, die Mietsteigerung in Eisenhüttenstadt ist gering? Diese Abgehobenheit erlaubt ihnen, ihre törichten Grundsätze weiter zu verfolgen. Mietsteigerungen erzeugen bei vielen ein flaues Gefühl im Magen. Die Mietwohnung ist zumeist Dreh- und Angelpunkt im Leben einer Person. Es ist nur natürlich, dass sich hier Interessenkonflikte zwischen dem gewinnorientierten Vermieter und dem Mieter, der ganz einfach nur möglichst günstig und komfortabel wohnen möchte, auftun. Von diesem Kuchen möglichst viel abzuschneiden, ist das Bestreben der Vermieter. Das äußert sich in horrenden Mietpreisen, fehlender o. unsachgemäßer Renovierung und vielfach unbeseitigten Mängeln, die sich mit der Zeit häufen. Über ein Drittel beziehungsweise sogar die Hälfte seines Einkommens gibt der Durchschnittsdeutsche (aber auch der Eisenhüttenstädter) schon heute für die Miete aus. Irgendwann muss ein Ende der immer weiteren Verschärfung der Mieten-Ausbeutungspolitik zum Nachteil der kleinen Leute kommen. Gleichzeitig leidet eine breite Mittelschicht unter einer enormen Abgabenlast, die große Teile ihres Einkommens an einen Staat abführt, der anschließend bei der allgemeinen Daseinsvorsorge spart. Das ist so schwierig vermittelbar wie der Umstand, dass Aktienbesitz geringer besteuert wird als tatsächliche Arbeit. Auch noch so ausgeklügelte Meinungsmache und Manipulationen der Medien helfen nicht mehr, weil letztlich das Sein das Bewusstsein bestimmt. Irgendwann, wenn es den breiten Massen, auch in dieser Stadt, in ihrer täglichen Lebenswelt mit viel Arbeit bei schlechter Bezahlung noch schlechter geht, werden sich auch in Eisenhüttenstadt (Deutschland) die Massen gelbe Westen anziehen. Hier müssten auch die Kommunalpolitiker endlich aufwachen, indem sie nicht ständig jede Mietsteigerung, zum Nachteil der Bewohner, durchwinken. Oder sollten die Verantwortlichen, insbesondere die "gelernten Geschäftsführer" und "kontrollierende Aufsichtsräte" davon tatsächlich keine Ahnung gehabt haben? Das ist kaum vorstellbar. Gilt etwa beim Vermieter nicht der Grundsatz, zum Wohle der Mieter? Es erschüttert mich allerdings immer wieder, wie willfährig die Stadt - Politik den Boden dafür bereitet, nach der Devise: unsere Gier ist gut, unsere Gier ist richtig, unsere Gier ist gesund - des Mieters Geld schläft nicht. Warum eigentlich?

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