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Grüne Woche
Fisch, frisch gefischt

Patrizia Czajor / 18.01.2019, 07:45 Uhr - Aktualisiert 18.01.2019, 08:00
Berlin (MOZ) Von heute an dreht sich unter dem Berliner Funkturm alles um Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Bis zum 27. Januar findet dort die Grüne Woche statt. Branchen aus der Region bieten etwa Fisch, Bier und Backwaren zum Probieren an.

Am Freitag ist Fischtag. Zumindest nach christlichem Brauch. Zur Tradition des Eröffnungstags der Grünen Woche hat das mittlerweile auch der Verband pro agro gemacht, der sich für die Förderung des ländlichen Raumes in Brandenburg-Berlin einsetzt. Noch bevor sich also Landkreise und Regionen mit ihrem Programm in der Brandenburg-Halle präsentieren werden, wird am ersten Messetag im pro-agro-Kochstudio zunächst einmal der Fisch im Mittelpunkt stehen.

Das macht in den Augen von Torsten Kleinschmidt vom QualifizierungsCentrum der Wirtschaft (QCW) in Eisenhüttenstadt auch viel Sinn. „Wir sind das Bundesland mit den meisten Gewässern“, sagt der Küchenchef der Kochhütte, der dank der Einladung des Brandenburger Fischereiverbandes ebenfalls im Kochstudio hilfreiche Tipps rund um die Zubereitung von Fisch geben wird. Ihn freut vor allem, dass neben den überwiegend gastronomischen Betrieben mit dem QCW auch ein Ausbildungsbetrieb auf der Grünen Woche vertreten ist.

Gemeinsam mit seinen Auszubildenden wird der Küchenmeister den Besuchern am Freitag dann knusprige Karpfenfinger sowie Blei, zubereitet als Bierbratfisch, zum Kosten anbieten. Blei, auch als Brasse bekannt, ist laut Torsten Kleinschmidt dabei sehr grätenreich. Von ihm können die Besucher am ersten Messetag lernen, wie die Zubereitung trotzdem gelingt.

Den Fisch bekommt der QCW-Küchenmeister übrigens von der Fischerei Schneider aus Brieskow-Finkenheerd, die an den Messetagen mit einem Stand präsentieren möchte, dass sich die Oder zu einem qualitativ hochwertigen Fließgewässer entwickelt hat. In den Netzen von Henry Schneider, der den Fischbetrieb in Brieskow-Finkenheerd in fünfter Generation leitet, tummeln sich zum Beispiel Oderwels, Zander, Hecht, Döbel oder Brassen. Gemeinsam mit dem Fischereiverband Brandenburg, mit dem der Betrieb einen Kooperationsstand hat, wird er zum Beispiel Karpfen in Biersauce – eigentlich ein Traditionsessen zu Weihnachten – anbieten, wie er verrät. Ihm geht es vor allem darum, die Vielfalt zur Geltung zu bringen. „Es geht auch um die Wertschätzung für einheimische Fische.“ Dabei hat Henry Schneider  auch an die verschiedenen Zielgruppen gedacht. Für die Kinder wird es reichlich Fischbouletten geben, die Erwachsenen können Aal oder Karpfen kosten.

Insgesamt sind an den zehn Messetagen der Grünen Woche 1750 Aussteller aus 61 Ländern vertreten, die regionale Spezialitäten, aber auch Trends aus Landwirtschaft und Gartenbau zeigen. Aus der Region vertreten sind außerdem noch die Bäckerei Dreißig und die Neuzeller Klosterbrauerei, die seit über 20 Jahren zur Grünen Woche fährt. 42 Biersorten, also fast das ganze Sortiment, werden in diesem Jahr wieder auf dem Stand der Klosterbrauerei angeboten werden.

Fehlen darf laut Maria Schiller, die in der Brauerei für Marketing und E-Commerce zuständig ist, natürlich nicht der „Schwarze Abt“. Im vergangenen Jahr stand die Sonderedition des Schwarzbieres im Mittelpunkt, in diesem Jahr bekommt er „sozusagen einen weiblichen Begleiter“. Die „Schwarze Äbtin“ ist ein leichtes Schwarzbier, das den Darm anspricht, wie Maria Schiller erläutert. Korrekt müsse es, räumt die Marketingsverantwortliche ein, zwar Äbtissin heißen. Doch die Wortneuschöpfung mache neugierig und sei provokativer, so begründet sie den Namen.

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Werner Matzat 18.01.2019 - 13:35:40

Was die "Grüne Woche" dem Verbraucher verschweigt: Feinstaub durch Landwirtschaft - Seit Jahren verharmlost

Wenn von Feinstaub die Rede ist, denken die meisten an vielbefahrene Straßen, Dieselautos oder belastete Innenstädte - weniger an ländliche Regionen, freie Felder oder Tierställe. Dabei ist die Landwirtschaft eine der größten Verursacher der mikroskopisch kleinen Teilchen, die Lungen, Herz und Kreislauf erheblich schädigen können. Fachleute kennen das Problem schon länger; von der Politik dagegen wird es seit Jahren ignoriert. Jetzt gibt es eine neue Studie, die deutlich macht, wie dringend Handlungsbedarf besteht. (ganz aktuell zur "Grünen Woche" vom 17.01.2019 bei Monitor) Quelle: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-feinstaub-durch-landwirtschaft-seit-jahren-verharmlost-100.html --- Das vergangene Jahr wird in die Geschichte eingehen: 2018 war das heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland. Dürren, Hitzewellen, Waldbrände und Ernteausfälle – der Hitzesommer hat gezeigt: Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen. Dazu kommen nicht nur Feinstaub in den Städten durch den Autoverkehr, sondern hauptsächlich verursacht durch die Landwirtschaft. Es wird eine Politik über den grünen Klee gelobt, die im Ergebnis keinerlei Verbesserungen für die Betroffenen bringt. Es ist müßig, all die Skandale aufzuzählen, die wir fast täglich verfolgen können (wenn wir die richtigen Zeitungen lesen): LuxLeaks, Cum-Ex, Cum-Cum und Cum-Fake, Paradise Papers, Diesel, Glyphosat, Waffen für Massaker ... Die Reichen und Mächtigen entwickeln eine Menge krimineller Energie und streben nach totaler Macht. Sie versagt also nicht, wie Kritiker oft meinen, sondern strebt diese Verhältnisse systematisch an. Dazu zählen Löhne, Renten, Mieten, Arbeitsbedingungen – die soziale Sicherung insgesamt hat sich für viele bedrohlich entwickelt; in Teilen der Bevölkerung löst das existenzielle Unsicherheit und Angst aus. Der Grund dafür liegt darin, dass Gerechtigkeit gar nicht Absicht der neoliberalen Politik ist. Daher brauchen wir dringend eine starke Zivilgesellschaft, die sich für Klimaschutz stark macht. Denn: Die Zeit verstreicht – und die Politik schaut zu. Aus Perspektive der Verbraucher könnte die Frage gestellt werden, ob mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die falsche Person auf diesem Ministerposten ist. Der Bauernverband hat in Julia Klöckner (CDU) offenbar einen willigen Helfer gefunden. Dieser Monitor Beitrag passt aber gut zur Politik der derzeitigen Bundesregierung. Ultrapeinlich – halt typisch CDU. Und die SPD schaut zu!

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