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Handwerk
Die Suche fängt bei Kindern an

Ziehen an einem Strang: René Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt, und Frank Balzer, Bürgermeister der Stahlstadt.
Ziehen an einem Strang: René Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt, und Frank Balzer, Bürgermeister der Stahlstadt. © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 18.01.2019, 17:44 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) „Mit dem Handwerk im Gespräch“ hieß es diese Woche in der Kleinen Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters. Handwerksmeister, Unternehmer, Politiker und andere Experten trafen sich in großer Runde zum Meinungsaustausch.

„Eisenhüttenstadt und Frankfurt, da passt kein Blatt Papier dazwischen“, betonte Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke, der gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus der Stahlstadt zu der Podiumsdiskussion eingeladen hatte. „Die gefühlte Konkurrenz muss aufhören. Was gut für Frankfurt ist, ist gut für Eisenhüttenstadt. Was gut für Eisenhüttenstadt ist, ist gut für Frankfurt“, setzte er in seinen einleitenden Worten fort. Man müsse die Region gemeinsam denken.

Als die beiden Stadtoberhäupter auf den Regionalen Wachstumskern und das Aus von Astronergy am Standort Frankfurt angesprochen wurden, sagte Wilke für seine Stadt: „Wir sind kein klassischer Industriestandort. Da muss man neidlos anerkennen, dass Eisenhüttenstadt diesbezüglich besser aufgestellt ist. Und das gönne ich den Eisenhüttenstädtern.“

Doch an diesem Tag sollte es nicht um Unterschiede, sondern Gemeinsamkeiten gehen. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass beide Städte auch die gleichen Probleme haben. Der Fachkräftemangel stand dabei bei der ersten Runde dieser neuen Veranstaltungsreihe „Mit dem Handwerk im Gespräch“ im Vordergrund. „Wir wollen hier das Handwerk stärken und gleichzeitig signalisieren, dass wir zusammen mit Frankfurt die Firmen überall unterstützen werden, wo wir können“, erklärte Balzer. Handwerker würden schließlich einen wesentlichen Kern des Mittelstandes in Deutschland bilden.

„Wir freuen uns, dass es dem Handwerk momentan ganz gut geht“, erklärte Frank Ecker, Geschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder)/Region Ostbrandenburg. Und die gute konjunkturelle Situation werde sich wohl weiter fortsetzen, da sei er guter Hoffnung. Wobei die Situation ihm zufolge beim Nahrungsmittelgewerbe nicht ganz so rosig sei. Private Bäcker und Fleischereien haben es schwer, gegen große industrielle Anbieter zu bestehen.

Christian Ringk, seinerseits Fleischermeister, hat diese Erfahrungen auch schon machen müssen. Dennoch hat er sich getraut, sein eigenes Geschäft in Eisenhüttenstadt aufzubauen. Er und auch Randy Millatz, Geschäftsführer der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH, regten an, dass Schüler viel früher in Berührung mit dem Handwerk kommen sollten, um überhaupt erst einmal zu erfahren, welche Möglichkeiten es da beruflich gibt. Doch momentan sei nicht erkennbar, dass die Schulen an ihrer Praxis der Pflichtpraktika etwas ändern wollen, merkte Millatz kritisch an und meinte: Um heutzutage junge Menschen als Auszubildende zu gewinnen, müsse sich das Unternehmen bei ihnen bewerben.

Bauunternehmer Ulrich Zimmer  betonte ebenfalls, dass beispielsweise in Müllrose die Unternehmen auf die Schüler zugegangen sind. „Wir haben denen erst einmal erzählt, was Handwerk ist“, erklärte er. „Kinder sind unsere besten Werbeträger.“

Ein anderes Problem in Bezug auf den Nachwuchs sprach Autohändler Karsten Bohlig an: „Das Handwerk kann nicht die Löhne zahlen wie die Industrie. Wir können den Stundenlohn nicht so nach oben schrauben.“

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Werner Matzat 23.01.2019 - 17:21:31

Zum Löschvorgang 23.01.2019 - 14:20:07 - Handwerk Fachkräfte Jammerei? - Lag es erneut am Wahrheitsgehalt?

Sehr geehrte Redaktionsmitarbeiter (in), Der Text ist in vielerlei Hinsicht interessant. Das bürgerliche Leserpublikum der Märkischen Oderzeitung wird mit oberflächlichen Formeln umgarnt – "Mit dem Handwerk im Gespräch", "der Fachkräftemangel" und so weiter. Die Zukunft der Arbeit ist kein Kinderspiel. Sie lässt sich nicht als App auf das Smartphone laden. Der Multimilliardär Warren Buffett hat schon Anfang des Jahrtausends verlautbart, es gebe Klassenkrieg und es sei seine Klasse, die Klasse der Reichen, die diesen Krieg gewinne. Zur Zeit wird uns vermutlich vorgeführt, wie das geht. Es ändert nichts an der Tatsache, dass sie geschriebene Kommentar Wahrheiten erst einmal verschwinden lassen und somit der "Scheindebatte zum Fachkräftemangel", geführt vom Handwerksmeister, Unternehmer, Politiker und andere Experten, bei der Podiumsdiskussion, in der Kleinen Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters, Vorschub leisten. Es gebe eine "Abstiegsangst bei den Fachkräften"" bis tief hinein in die "Mitte der Gesellschaft", oftmals prekäre Arbeitsplätze seien durch Lohnverzicht und Dequalifizierung erkauft worden. So geht das heute immer noch. Wer solche Bedingungen im Handwerksbereich schafft, sollte sich nicht beschweren, wenn die Wünsche der Handwerkskammer, Handwerksmeister, Unternehmer, Politiker und andere Experten auch mal platzen. Ernst R. Hauschka formulierte den Wahrheitsgehalt so: "Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann". Max Frisch formulierte es anders: "Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!" Und, "Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch Handeln, sondern durch Unterlassung erreicht. Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen von Wahrheit." - Aldous Huxley Sehr geehrte Redaktionsmitarbeiter (in), Freiheit der Meinungsäußerung sind wesentliche Voraussetzungen beständigen Fortschritts. (Wahrheit bleibt Wahrheit, auch wenn sie jeder leugnet. Lüge bleibt Lüge, auch wenn sie jeder bestätigt. Hank Hanegraaff) Meinungsfreiheit ist eine tolle Sache. Ein gezielter Schuss mit der Zensurkanone auf den kleinen Spatzen im MOZKABINETT und die alte Ordnung war wieder hergestellt. MOZ - ONLINE Leser bekamen ab sofort wieder nur noch zu lesen, was die "Herren" oder auch "Damen" der Meinung ihnen zubilligten. Der alte "Schwarze Kanal" des DDR - Fernsehens lässt grüßen. Das ist journalistische Qualität auf neuem Tiefstand! Nun gilt es, Vertrauen neu aufzubauen.

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