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Dokumentationszentrum
Ein Abend zum Wirken der Treuhand

Wütende Proteste: Stahlwerker protestieren vor der Treuhandanstalt in Berlin.
Wütende Proteste: Stahlwerker protestieren vor der Treuhandanstalt in Berlin. © Foto: unbekannt
MOZ / 19.01.2019, 06:30 Uhr
Eisenhüttenstadt Um die Treuhand wird es bei der kommenden Veranstaltung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR gehen. Vorgestellt wird am 24. Januar das Buch „Die Treuhand: Idee – Praxis – Erfahrung 1990-1994“. Anschließend gibt es ein Podiumsgespräch mit Professor Dr. Dr. Karl Döring, dem ehemaligen Generaldirektor des VEB Bandstahlkombinats „Hermann Matern“, teilt Axel Drieschner, Kurator des Dok-Zentrums, mit.

Zur Diskussion steht eine laut Drieschner über die Fachwelt hinaus mit großem Interesse aufgenommene Neuerscheinung zur Treuhandanstalt, ihrem Personal und ihrem so vielschichtigen wie umstrittenen Arbeitsauftrag. „Der Autor Dr. Marcus Böick legt mit seinem Buch die erste umfassende Untersuchung zur Treuhandanstalt und der kontroversen Debatte um sie vor“, sagt der Historiker.

Als sogenanntes größtes Unternehmen der Welt führte die Treuhand einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Zwischen kollabierendem Realsozialismus und sich globalisierendem Kapitalismus überführte ihr Personal die volkseigenen Betriebe der DDR vom Plan zum Markt. Verkäufe an zumeist westdeutsche Investoren, Branchenabwicklungen und Massenentlassungen prägten ihre krisengeschüttelte Geschäftspraxis nicht weniger als wütende Proteste, politische Kontroversen und öffentliche Skandale.

Axel Drieschner schreibt: „Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem ‚Erfolg’ oder neoliberale ‚Abwicklung’ wirft Marcus Böick erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus und rückt dessen Personal in den Fokus.“ An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichne der Autor mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.

Marcus Böick wurde 1983 in Aschersleben geboren und lehrt nun Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind unter anderem die Transformationen in Europa nach 1989/90.(red)

„Die Treuhand ...“, 24. Januar, 18 Uhr, Dok-Zentrum

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