Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Deutlich weniger Besucher als in den Vorjahren beim Neujahrsempfang / Jugendliche präsentieren Wünsche

Neujahrsempfang
Halbleere Reihen im Theater

Stefan Lötsch / 27.01.2019, 21:50 Uhr - Aktualisiert 28.01.2019, 05:05
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wirtschaftsstaatsstaatssekretär Hendrik Fischer hat beim Neujahrsempfang der Stadt angekündigt, dass es in diesem Jahr noch freie Internet-Zugänge in Eisenhüttenstadt geben wird. Die Veranstaltung der Stadt war nur mäßig besucht.

So viele halbleere Stuhlreihen im Friedrich-Wolf-Theater dürfte es bei einem Neujahrsempfang der Stadt Eisenhüttenstadt wohl noch nie gegeben hatten. Auf der Einladung zu der Veranstaltung war vermerkt worden, dass diese nur für eine Person gelte und auch nicht übertragbar sei. Die Stadt wollte damit verhindern, dass sich am Samstagabend im Friedrich-Wolf-Theater die Gäste gegenseitig auf die Füße treten. Das Gegenteil trat ein. Viele waren, so war am Rande der Veranstaltung zu hören, aus Ärger, weil sie nicht mal zu solch einem Ereignis ihren Partner oder Partnerin mitbringen können, dem Empfang gleich ganz fern geblieben.

Dabei war es ganz anders gedacht. Frank Balzer hatte extra 50 Jugendliche eingeladen, die im vergangenen Jahr an dem Projekttag „Hütte for you“ teilgenommen haben. Dort waren Wünsche und Ideen gesammelt worden, wie Eisenhüttenstadt attraktiver gemacht werden kann, damit Jugendliche in der Stadt bleiben. Denn, darauf machten sowohl Frank Balzer als auch Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer in ihren Reden aufmerksam: Die Nachwuchsgewinnung bei Fachkräften wird in den nächsten Jahren ein großes Thema sein.

Begegnungen auf dem Neujahrsempfang im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt.
Bilderstrecke

Neujahrsempfang 2019 - Eisenhüttenstadt

Bilderstrecke öffnen

Lukas Jurk, Schüler der Gesamtschule 3, sowie Carolin Meyfarth und Florian Homm, Auszubildende bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, erhielten die Gelegenheit, die Ergebnisse des Jugendtages vorzustellen und Ergebnisse zu präsentieren. Überzeugt werden müssen die drei nicht. Florian Homm ist sogar wieder zurückgekommen, wegen der Freunde und der Familie.

Trotzdem haben sie Wünsche. Als Prioritäten nannten sie weitere Treffpunkte für Jugendliche und Erwachsene, Verbesserungen auf der Insel (vor allem bei der Beleuchtung), eine Verbesserung der Nahverkehrs, mehr Mitbestimmung für Jugendliche beim Stadtfest sowie eine größere Sichtbarkeit von Vereinen und Betrieben. Dabei soll das Internet besser genutzt werden.

Der Neujahrsempfang sollte auch dazu dienen, dass Jugendliche mit Partnern aus der Wirtschaft ins Gespräch kommen, um Projekte umzusetzen. Dass Jugend Zukunft ist, wie das Motto des Neujahrsempfangs lautete, solle auch Ansporn für das politische Handeln sein, sagte Balzer.

Genannt wurde auch der Ausbau des Internetangebotes. Hier konnte Hendrik Fischer eine Verbesserung ankündigen. Wir in anderen Städten in Brandenburg geplant soll es noch in diesem Jahr auch in Eisenhüttenstadt freie Internetzugänge geben, dafür WLAN-Hotspots eingerichtet werden. Fischer warb dafür, nicht die sogenannten weichen Standortfaktoren aus dem Blick zu verlieren. „Niemand entscheidet sich heute nur noch für einen Job in der Stadt“, so Fischer.

Frank Balzer wies in seiner Rede auf die bevorstehenden Wahl in diesem Jahr hin. Gerade die Kommunalwahl biete Gelegenheit, Einfluss zu nehmen, die Stadt weiter lebenswert zu machen. „Nutzen sie die Chance, Gesicht zu zeigen und zu kandidieren“, warb Balzer. Im Rückblick auf das vergangene Jahr hob er lobend hervor, dass sich das politische Klima in der Stadtverordnetenversammlung und zur Stadtverwaltung positiv verändert habe.

Kommentar: Instinktlos

Wenn man gutwillig ist, kann man Bürgermeister Frank Balzer unterstellen, er wollte mit seiner eigenartigen Einladungspraxis zum Neujahrsempfang vermeiden, dass es für einige Gäste nur Stehplätze gibt. Aber es ist instinktlos, dass man Stadtverordneten, Vereinsvertretern, Geschäftsführern, die bei ihrer Tätigkeit ständig Abstriche am Familienleben machen müssen, auch bei solch einer Gelegenheit den Partner oder die Partnerin vor die Tür setzt.

Die leeren Reihen beim Neujahrsempfang sprechen eine deutliche Sprache, dass sich viele der Eingeladenen nicht willkommen gefühlt haben, gleich zu hause geblieben sind. „Mehr Miteinander“ lautet das Motto des Bürgermeisters. Der Neujahrsempfang hat gezeigt: Da gibt es noch einige Luft nach oben. ⇥Stefan Lötsch

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Werner Matzat 28.01.2019 - 16:37:28

Nur Instinktlos? - Vieles wird im Wahlkampf versprochen -Wenn Worte und Taten auseinanderklaffen!

Haben Sie gemerkt, geht so ein "Mehr miteinander"? Man könnte das zynisch kommentieren, dass dieser Neujahrsempfang eine echte Katastrophe war. Kein Wunder, dass viele dem Empfang aus Ärger, weil sie nicht mal zu solch einem Ereignis ihren Partner oder Partnerin mitbringen konnten, gleich ganz fern geblieben sind. Aber die Bevölkerung hat kaum eine Möglichkeit, sich gegen diese Politik, des Bürgermeisters, zu wehren. Tatsächlich aber kann der einzelne Bürger in diesen Scheindemokratien nichts Relevantes mitbestimmen. Das "Volk" muss sich fügen und die Suppe auslöffeln, es hat kein Mitspracherecht. Es ist quasi wie in einer Diktatur. Deshalb wirkt es wie ein kleines Wunder, dass trotzdem die Stuhlreihen, im Friedrich-Wolf-Theater, nur halbleer waren. Versprechen wurden schon x - mal gebrochen, da muss man doch das Vertrauen verlieren. Jetzt gilt es, Versprechen einzuhalten, gerecht zu verteilen, was allen gehört, mit Weitblick die Stadtpolitik zu gestalten, nur dann sind die Einwohner nicht mehr empört. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass unser Bürgermeister, Frank Balzer, (SPD) vollkommen unfähig war , unwillig Profil zu zeigen. Nichts. Null. Und was soll die Konsequenz sein? Sehr geehrter Bürgermeister, Frank Balzer, (SPD) wann klappt es mit der Umsetzung des "Mehr miteinander"? Es macht wütend, wenn jemand das Gegenteil des Gesagten tut. Irgendwann wird man einem Menschen nicht mehr glauben, wenn er etwas verspricht. Irgendwann ist es mit der Glaubwürdigkeit vorbei, wenn Reden und Tun zu weit auseinanderklaffen. Verlässliche Menschen sind solche, auf die sich jemand verlassen kann. Das nicht, weil sie vollkommen, sondern weil sie glaubwürdig, und wahr sind. Und das heisst, dass sie erkennbar sind in dem und durch das, was sie tun. Hier gälte es anzusetzen. Auch das sollten Sie beachten.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG