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Schüler der Gesamtschule 3 haben mit dem Künstler Ronald Wozniak ein Plakat-Projekt durchgeführt

Schulprojekt
Werbung für Rauchen ist schwer

Stefan Lötsch / 28.01.2019, 07:30 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Unter dem Titel „Visuelle Botschaften verstehen, bewerten und gestalten“ haben Schüler der Gesamtschule 3 Plakate entworfen. Die Ergebnisse sind seit kurzem in der Bildungseinrichtung zu sehen.

Dass Schüler im Rahmen des Unterrichtes das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt besuchen, ist nicht ungewöhnlich. „Wir bieten Tagesseminare an“, sagt Kurator Axel Drieschner. Die Jugendlichen setzen sich mit der DDR-Geschichte auseinander, über die sie selbst im eigenen Elternhaus kaum etwas erfahren, wie die Erfahrung von Axel Drieschner ist. Im Sommer gibt es die Sommerschule, die sich mit künstlerischen Aspekten beschäftigt.

Was aber in der vergangenen Woche mit einer Ausstellungseröffnung seinen Abschluss gefunden hat, das ist auch für das Dok-Zentrum ungewöhnlich, wie Axel Drieschner zugibt. Schüler haben sich in der ehemaligen Kinderkrippe, die sich neben dem Museum befindet, über mehrere Wochen immer wieder mit einem Thema beschäftigt. Ein Experiment, sei das gewesen, so der Kurator. Eine Wiederholung sei nicht ausgeschlossen. „Wir dürfen das aber nicht überstrapazieren.“

Aber nicht nur die zeitliche Dauer war ungewöhnlich. Auch, dass das Thema des Projektes, das unter dem Titel „Visuelle Botschaften verstehen, bewerten, gestalten“ stand, nicht direkt was mit der DDR-Geschichte zu tun hatte. Dabei war das ursprünglich anders gedacht. Der Künstler Ronald Wozniak hatte die Idee, im Rahmen der Plakatausstellung aus dem Bestand des Dok-Zentrum, die sich vor allem versteckten politischen Botschaften gewidmet hat, ein Schülerprojekt durchzuführen. Allerdings fand er dafür keine Förderung. Erst nachdem das Konzept umgeschrieben war, der sperrige Titel aber blieb, konnte die „PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur“ gewonnen werden.

Ziel des Projektes war es, dass Schüler der 12. Klasse der Gesamtschule ein eigenes Plakat entwerfen. Ein Thema dafür lag gleichsam auf dem Schulhof, beziehungsweise liegt dort nicht mehr. Schulleiterin Ute Tupy erinnerte in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung daran, dass sich die Bildungseinrichtung das Ziel gesetzt hat, rauchfrei zu sein. Das bedeutet, sowohl Lehrer als auch Schüler dürfen auf dem gesamten Schulgelände nicht mehr rauchen. Dazu Plakate zu erstellen, die vom Rauchen abhalten, war eine Aufgabenstellung. Ronald Wozniak wollte aber noch einen Schritt weiter gehen, um zu verdeutlichen, wie Bildsprache und versteckte Botschaften funktionieren. „Wir haben auch das Gegenteil gemacht. nämlich Werbung für das Rauchen.“ Die Erfahrung war durchaus überraschen. „Das ist ganz schön anstrengend“, hat der Künstler mit den Schülern festgestellt. Denn Zigaretten-Werbung gibt es nicht mehr, Fantasie war gefragt. Und so fanden sich zum Beispiel die Olsen-Bande oder auch die Zeichentrickfigur Popeye als Werbeträger wieder.

Aus der Vielzahl der Arbeiten, die entstanden sind, wurde ein Teil ausgewählt und ist nun in der Gesamtschule 3 zu sehen. An den Arbeiten Interessierte, die nicht zur Schule gehören, aber trotzdem mal einen Blick auf die Projekt-Ergebnisse werfen wollen, sollen sich vorher im Sekretariat melden, dann können auch sie sich die Ausstellung anschauen.

Solch ein Projekt, wo immer mal wieder ein Teil der Klasse gefehlt hat, weil er im Dok-Zentrum war, funktioniert nur, wenn sich ein Lehrer dafür begeistert. Ute Tupy bedankte sich deshalb besonders bei Winfried Bellgardt. Auch wenn das Projekt kaum Vorlaufzeit hatte, ist der Kunst- und Deutschlehrer mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Da ist ein Feuerwerk an Ideen entstanden.“ Und die Schüler? „Es hat großen Spaß gemacht“, sagte Timo Kuhnert

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