Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Deutsch-polnisches Projekt
Gastronomen entdecken Neuzelle

Patrizia Czajor / 31.01.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 01.02.2019, 15:21
Neuzelle (MOZ) Ein Projekt zwischen dem QualifizierungsCentrum der Wirtschaft und einer Gastronomie-Fachschule in Gorzów bringt deutsche und polnische Azubis zusammen. In Neuzelle bekamen die Lehrlinge einen Einblick in das Ernährungshandwerk sowie in die Kultur des Ortes.

Als gebürtiger Neuzeller kennt Torsten Kleinschmidt sich in der Gemeinde natürlich sehr gut aus. Unabhängig von dieser persönlichen Verbindung, die der Leiter des QualifizierungsCentrums der Wirtschaft (QCW) in Eisenhüttenstadt zu diesem Ort hat, gibt es hier in seinen Augen für jeden eine Menge zu entdecken. „Es ist ein toller Ort, um schöne Dinge zu zeigen.“ Und diese wurden auch den Auszubildenden aus dem Bereich des Gastronomie- und Lebensmittelgewerbes am Mittwoch nicht vorenthalten.

Anmelden konnten sich Lehrlinge beidseits der Oder für den Studienaufenthalt, den das QCW gemeinsam mit der Gastronomie- und Hotelfachschule in Gorzów (Woiwodschaft Lebus) organisiert hat. Beide Einrichtungen haben im vergangenen Jahr ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen und bieten im Rahmen dieser Kooperation nun regelmäßig Workshops sowie andere Projekte für Lehrlinge aus Brandenburg und aus Gorzów an.

Und um den jungen Gästen einen möglichst authentischen wie allumfassenden Einblick in die Besonderheiten von Neuzelle zu geben, durften unter anderem die Besichtigung des Klosters mit dem Museum „Himmlisches Theater“, des Weinbergs oder der Einblick in die Neuzeller Braukunst nicht fehlen. Stefan Fritsche, Geschäftsführer der Klosterbrauerei, der die Azubis nach der Führung im Braustübchen zum Mittagessen begrüßte, ließ bei dieser Gelegenheit auch ein paar Worte in eigener Sache  fallen und wies auf den in Brandenburg einzigen Ausbildungsgang zum Brauer und Mälzer in seinem Betrieb hin sowie auf die Vorteile, sich in einem kleineren Betrieb ausbilden zu lassen. „Bei uns machen Azubis gleich alles.“ Wohingegen, führte der Geschäftsführer aus, in größeren Unternehmen oft nur ein kleiner Arbeitsbereich kennengelernt werden könne. Zudem sei bei ihm auch physische Arbeit gefragt. „Sie tragen auch mal Fässer.“

Viele der jungen Erwachsenen aus Brandenburg sowie aus Gorzów haben auch schon genaue Vorstellungen davon, wie es nach ihrer Ausbildung weitergehen soll. Tim Zilz, der sich derzeit im Wellnesshotel A-Rosa Scharmützelsee in Bad Saarow zum Koch ausbilden lässt, wird nach Abschluss seiner Ausbildung im August zu einem Fünf-Sterne-Hotel auf Sylt wechseln. „Auf diesen Traum habe ich lange hingearbeitet“, sagte der 19-Jährige, der derzeit noch in Arensdorf in der Gemeinde Rietz-Neuendorf lebt. Wichtig ist dem angehenden Koch, die „Hingabe zum eigenen Produkt“, wie er sie auch während der Führung durch die Neuzeller Klosterbrauerei verspürt habe. Wichtig ist ihm auch die Regionalität sowie die Schonung von Ressourcen. „Man sollte mit dem arbeiten, was man zur Verfügung hat und es bestmöglich vermarkten“, legte er dar.

Und auch für die Mädchen und Jungen aus Gorzów, von denen der überwiegende Teil eine Ausbildung zum Hotelfachmann oder -frau absolviert, war der Aufenthalt in Neuzelle sehr erkenntnisreich. Agnieszka Kaminski fand den Geschmack des Neuzeller Bieres sehr interessant. „So etwas kenne ich aus Polen nicht“, sagte die 19-Jährige.

Nach der Besichtigung der Brauerei trafen die Lehrlinge in der Stiftskirche dann auf die Mönche, die ihnen nach ihrem Gebet für Fragen zur Verfügung standen. Zum Abschluss ging es für die Azubis noch in die Wilde Klosterküche, wo Chefkoch Manuel Bunke ihnen sein Hotel- und Küchenkonzept erläuterte. Für Torsten Kleinschmidt, der die Azubis während der Stationen begleitete, ist gerade die Klosterküche ein gutes Beispiel für die Erlebnisgastronomie.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG