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Verein VII. Seniorenwanderschaft bereitet sich auf 30-jähriges Jubiläum vor / Beim Kaffeeklatsch gab es in dieser Woche etwas zu feiern

Seniorenverein
Kaffee mit Hundertjährigem

Schätzen das Miteinander: Das Geburtstagkind war fotoscheu. Nicht hingegen Helga Mai und Klaus Palfner, die dem Seniorenverein schon seit vielen Jahren treu sind. Sie freuen sich über den Austausch, aber auch die gemeinsamen Ausflüge.
Schätzen das Miteinander: Das Geburtstagkind war fotoscheu. Nicht hingegen Helga Mai und Klaus Palfner, die dem Seniorenverein schon seit vielen Jahren treu sind. Sie freuen sich über den Austausch, aber auch die gemeinsamen Ausflüge. © Foto: Patrizia Czajor
Patrizia Czajor / 06.02.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 06.02.2019, 10:48
Eisenhüttenstadt (MOZ) Der Name ist eine Anlehnung an den VII. Wohnkomplex. Denn dort war der Mann zu Hause, der vor fast 30 Jahren den Verein VII. Seniorenwanderschaft ins Leben rief. Neben gemeinsamen Unternehmungen schätzen die Mitglieder besonders das Miteinander.

Hier zählen nicht nur die Kilometer. Obwohl die Mitglieder des Vereins VII. Seniorenwanderschaft regelmäßig auf Achse sind und Natur und Umgebung erkunden. „Wir haben uns dem Wandern verschrieben“, so drückt es Vorsitzende Irmgard Wiese aus. Doch neben dem Ziel, auch im hohen Alter fit und aktiv zu bleiben, schätzen die Mitglieder gerade auch den regelmäßigen Austausch.

Abgesehen von den gemeinsamen Ausflugsterminen, die an jedem Mittwoch anstehen, trifft sich ein kleinerer Teil der Gruppe auch wöchentlich zum Kartenspielen oder zum Schwimmen. Es ist schon zum Ritual geworden, dass die Schwimmer unter ihnen – nachdem sie ihre Bahnen im Inselbad zurückgelegt haben – anschließend zum Kaffeeklatsch und gemeinsamen Mittagessen zusammenkommen.

In der Cafeteria des AWO-Kreisverbands erzählt eine der Damen an diesem Tag zum Beispiel von ihrem Urlaub in Bad Elster. Helga Mai, die neben ihr sitzt, hat vor zehn Jahren selbst dort Urlaub gemacht. „Die Landschaft ist wirklich sehr schön“, schwärmt die 81-Jährige. Besonderer Fokus liegt an diesem Nachmittag hingegen auf dem Geburtstagskind. Denn ein Mitglied unter ihnen ist im Januar 100 Jahre alt geworden. Viel Bedeutung möchte der Mann, der am Fuß des Tisches sitzt, dem hingegen nicht beimessen.

Die Jüngsten sind sie hingegen allesamt nicht mehr, wie Irmgard Wiese schmunzelnd ergänzt. Insgesamt seien die rund 53 Mitglieder des Vereins im Durchschnitt 80 Jahre alt. Sie hätte nichts dagegen, wenn vielleicht wieder ein paar neue Gesichter die Gruppe „etwas verjüngen“ würden. Ohnehin würde in den Augen der Vorsitzenden ein bisschen frischer Wind in Anbetracht des bevorstehenden Jubiläums ganz gut passen. Denn im kommenden Jahr wird der Verein 30 Jahre alt.

Der Name der Gruppe sei übrigens, erläutert sie, eine Anlehnung an den VII. Wohnkomplex, der damals eine Verbindung zu Fürstenberg darstellte. In dem wohnte der Mann, der vor fast 30 Jahren den Verein VII. Seniorenwanderschaft ins Leben gerufen hat. Aktiv für Mitglieder geworben haben sie laut Irmgard Wiese hingegen nie. „Das ist alles Mund-zu-Mund-Proganda.“ Sie selbst habe durch Bekannte, die bereits im Verein aktiv gewesen sind, von der Gruppe erfahren. 2005 ist die Eisenhüttenstädterin dann dazugestoßen und zwei Jahre später gleich Vorsitzende geworden.

Für sie wie für die anderen Vereinsmitglieder steht in der kommenden Woche wieder die sogenannte Wanderplanberatung an. Gerade treffen sie sich mittwochs aufgrund der Witterungsverhältnisse nämlich noch zum Bowlen statt zum Wandern. In den wärmeren Sommermonaten sind dann wiederum Ausflüge geplant. Im vergangenen Jahr gehörten zu den Zielen etwa die Diehloer Berge, der Treppelsee oder die Burg Beeskow. Auch eine Kanalwanderung und eine Glühweinwanderung haben sie unternommen.

In der ersten Maiwoche steht für die Gruppe zudem wieder ein viertägiger Ausflug auf dem Programm. „Das ist immer unser Höhepunkt“, sagt Irmgard Wiese. In diesem Jahr haben sich die Senioren Thüringen als Ziel dieser Reise ausgesucht. Gerade auf das Erkunden neuer Landschaften und Orte freut sich Klaus Palfner. „Das Wandern ist meine Welt“, sagt der 85-jährige Eisenhüttenstädter, der fast von Anfang an im Verein aktiv ist. Am allerliebsten streift er durch den Wald, wie er sagt. Doch er genießt auch jene Nachmittage, in denen er und die anderen einfach nur zusammensitzen und quatschen.

Irmgard Wiese drückt es so aus: „Wir haben uns zusammengetan und versauern nicht.“ Schon aufgrund ihres Alters hätten viele der Senioren auch ähnliche Lebenserfahrungen gemacht. Auch wenn die Vergangenheit hier eigentlich nicht so sehr eine Rolle spielt. „Wir machen aus dem, was nach der Wende passiert ist, das Beste.“

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