Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ehemaliges Hotel
Stadt war nie Eigentümerin des Lunik

Wechselvolle Geschichte: Das Hotel Lunik wurde nach der Wende ohne Auflagen an Investoren verkauft, danach zwei Mal zwangsversteigert.
Wechselvolle Geschichte: Das Hotel Lunik wurde nach der Wende ohne Auflagen an Investoren verkauft, danach zwei Mal zwangsversteigert. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 10.02.2019, 21:24 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Stadt Eisenhüttenstadt war nie Eigentümerin des ehemaligen Hotel Lunik in der Straße der Republik. Auf eine entsprechende Behauptung, die in einem Leserbrief aufgestellt wurde, den die MOZ in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, reagierte die Stadt mit einer Richtigstellung.

„Die Behauptung, die Stadt sei der Verkäufer des Lunik gewesen, ist falsch. Die Stadt war nie Eigentümer des Gebäudes Hotel Lunik und somit auch nicht der Verkäufer“, heißt es in einem Schreiben der Stadtverwaltung.

Tatsächlich hat das stadtbildprägende Gebäude seit der Wende eine wechselvolle Geschichte, steht seit Ende der 1990er-Jahre leer. Die Immobilie wurde zweimal zwangsversteigert, nachdem sie von der Treuhand an Investoren verkauft worden war – damals ohne jegliche Auflagen.

Verwaltet wird das denkmalgeschützte Gebäude inzwischen von der DL Immobilienverwaltungs GmbH&C0 „Altmark Ansgar“ KG. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Ullrich Marseille. Der Jahresabschluss für 2017 der Gesellschaft, der kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, weist keine größeren Aktivitäten aus. Das Anlagevermögen, zu dem noch andere Immobilien gehören, schrumpft seit Jahren, dafür steigen die Verbindlichkeiten.

Tatsächlich gab es bei Bürgermeisterin Dagmar Püschel die Überlegungen, das Gebäude zu kaufen, und mit Fördermitteln zu sanieren. Doch hat sich gegen solch ein Geschäft die Kommunalaufsicht ausgesprochen. Unabhängig davon wird nicht wirklich deutlich, was der Eigentümer mit der Immobilie vorhat. Dagmar Püschel hatte 2017 gesagt, dass es in ihrer Amtszeit zwei ernsthafte Kaufinteressenten gab.

Der Eigentümer selbst hatte der Stadt den Vorschlag gemacht, das Haus zu einem Gesundheitszentrum zu entwickeln. Die Idee war, dass der Eigentümer das Gebäude saniert, und an die Stadt vermietet. Die Stadt hätte dann über Miete, unabhängig davon ob sich überhaupt Mieter gefunden hätten, gleichsam die Sanierungskosten plus Rendite gezahlt, also das wirtschaftliche Risiko getragen.

Erst jüngst hatte Bürgermeister Frank Balzer angekündigt, zu Gesprächen nach Hamburg zu reisen, wo die Immobilienverwaltungs GmbH ihren Sitz hat. Was bei diesem Gespräch herausgekommen ist und ob es überhaupt stattgefunden hat, darüber herrscht Schweigen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Martin Tänzel 11.02.2019 - 20:58:29

Von welcher Zeit spricht die Stadt? Vor 1990 oder nach 1990?

Der Lunik wurde weit vor 1990 mit volkseigenen Mitteln erbaut, genau an der Stelle wo er jetzt als Ruine steht, mitten in der Stadt. Er war Volkseigentum, also auch Eigentum der Stadt. In der DDR hätte eine Privatperson überhaupt gar keine Mittel für den Bau eines solchen Gebäudes gehabt. Also ist die bloße Aussage, das die Stadt nie Eigentümerin war nicht wahrheitsgemäß. Wenn die Stadt nach 1990 nicht mehr Eigentümerin war ist es unwahr wenn gesagt wird "die Stadt war nie Eigentümerin". Bekanntlich gibt es in jeder Kommune ein Parlament und einen Bürgermeister oder Bürgermeisterin, gestellt von der stärksten Partei, welche dann das Sagen in der Stadt haben. Also sollte sich keine Regierung von nach 1990 hinter fadenscheinige Ausreden verstecken um ihr Versagen zu verschleiern. Sollte man jetzt noch versuchen Frau Püschel an dieser Misere zu beteiligen wäre das nur eine billige Ausrede. Frau Püschel hat keine Investruinen hinterlassen, im Gegenteil, Fördermittel für die Oderlandstraße und Fördermittel für den Neubau der Feuerwache. Natürlich schmücken sich jetzt andere damit. Aber was kommt danach? Ist der Lunik nur der Anfang?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG