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Klinikum
Frankfurts größte Baustelle

Thomas Gutke / 11.02.2019, 19:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Klinikum ist die größte Baustelle in Frankfurt. Bis zu 15 Firmen sind hier täglich im Einsatz. Mit der Sanierung der Bettenhäuser gehen die 60 Millionen Euro umfassende Modernisierung und der Umbau zum Gesundheits-Campus nun in die finale Phase.

Seit 2015 wurden auf dem Gelände des Klinikums in Markendorf vor allem Grundsteine gelegt, Richtfeste gefeiert und Neubauten eröffnet: Im September 2016 ging das Haus 7 in Betrieb; mit der Tagesklinik für Schmerzmedizin und der Komfortstation. Ein Jahr später eröffnete das Haus 1C am Waldrand. Das erste der sieben Stockwerke bezog die neue Palliativstation für schwerstkranke Patienten. „Vom Versorgungskonzept her ist die Station eine richtige Erfolgsgeschichte“, freut sich Mirko Papenfuß, Geschäftsführer der Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH. Auch die Frühgeborenen-Intensivstation ist bereits in das Haus 1C umgezogen, das direkt an die beiden Bettenhäuser anschließt.

Die Station ist Teil des im Aufbau befindlichen Mutter-Kind-Zentrums. „Wand an Wand“ werden auf der vierten Etage neben der Neonatologie die Pädiatrie, der Kreißsaal mit Geburtshilfe und Wöchnerinnenstation sowie die Klinik für Frauenheilkunde gebündelt. Damit alles, was sich um das Thema Mutter und Kind dreht, gut zusammenarbeiten kann“, sagt Papenfuß. Im Frühjahr sollen die Arbeiten an einer neuen Station für Frauenheilkunde abgeschlossen und das Zentrum fertig sein.

Das Baugeschehen hat sich in den letzten Monaten zunehmend in die älteren Klinikgebäude verlagert. In der untersten Ebene im Haus 1 wird zurzeit an einer komplett neuen Station gebaut. Sie soll spätestens im Mai in Betrieb gehen. Mit den neuen Räumen und dem Haus 1C hat das Klinikum die Voraussetzungen für die letzte große Etappe des Bauprojektes geschaffen: die Sanierung der beiden Bettenhäuser. „Damit wird es jetzt konkret“, sagt der Chef des Klinikums. Denn die neue Station im Haus 1 diene vor allem als Herberge für jene Stationen, die in den kommenden Monaten Stück für Stück  saniert und mit komfortableren Zwei-Bett-Zimmern samt WC und Dusche ausgestattet werden sollen. „Doch es geht auch um vieles, von dem die Patienten später nichts sehen. Ob elektronische Leitungen, Heizungs- und Wasserrohre: alles wird ausgetauscht und erneuert. Auch die Aufzüge“, erklärt er.

Rund sechs Jahre Bauzeit hatte das Klinikum 2015 bei der Vorstellung des Projekts ins Auge gefasst. Trotz der einen oder anderen „Überraschung, die hinter aufgerissenen Wänden warten“, liege man tatsächlich bisher gut im Zeitplan. „Natürlich haben wir bei einigen Gewerken auch mit Bauverzug zu kämpfen. Aber einen Bauplan hält ein, wer am letzten Tag mit allem fertig ist“, meint Mirko Papenfuß. Die Hochkonjunktur im Baugewerbe wirke sich allerdings auch auf das Baugeschehen am Klinikum aus. „Unser Hauptproblem ist, die Firmen zum richtigen Zeitpunkt in der vereinbarten Mannstärke auf der Baustelle zu haben.“ Denn die Auftragsbücher der Bauunternehmen seien voll. Anderseits profitiere das Klinikum davon – auch was die Einhaltung des Baubudgets von über 60 Millionen Euro betrifft – langfristig Beschäftigung anbieten zu können.

„Wir gehen davon aus, 2020/2021 mit allem, was wir uns am Anfang vorgenommen hatten, fertig zu sein“, sagt Mirko Papenfuß. Allerdings gebe es gegenwärtig noch die Überlegung, den ambulanten Bereich noch stärker auszubauen, als zunächst angedacht, was zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen würde. „Hier müssen wir mehr Platz bieten. Denn der Bedarf verändert sich rasant“. In den letzten Jahren sei dem Klinikum immer stärker die Rolle zugewachsen, neben dem stationären Betrieb auch eine fachärztliche, ambulante Versorgung sowie therapeutische Angebote vorzuhalten. „Mit der Modernisierung verbinden wir ja auch die Idee des Gesundheits-Campus, auf dem wir medizinische Dienstleistungen bündeln und kurze Wege für Patienten ermöglichen“, erläutert Mirko Papenfuß. Der Geschäftsführer betont, dass es nicht darum gehe „sämtliche Praxen der Region aufzukaufen. Uns ist vor allem an einer dauerhaften, guten Partnerschaft mit den niedergelassen Kollegen gelegen.“

Zu den großen Herausforderungen gehöre auch, Beeinträchtigungen wie beispielsweise Lärm für Patienten und Mitarbeiter in Grenzen zu halten. „Ganz vermeiden lassen die sich nicht. Und natürlich bekommen wir Rückmeldungen dazu. Aber unsere Bauleitung gibt sich größte Mühe, lärmintensive Arbeiten und Einschränkungen möglichst früh anzukündigen, damit sich die Kliniken darauf einrichten können.“  Die Absprachen mit den Baufirmen funktionierten insgesamt sehr gut. In sensiblen Momenten sei es sogar vorstellbar, sagt Mirko Papenfuß, Frankfurts größte Baustelle „auch mal kurz anzuhalten“.

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