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Amtsbeschluss
Die Oderfähre kann kommen

Beliebte Verbindung: Zum deutsch-polnischen Sommerfest gibt es schon jetzt einmal im Jahr einen Fährverkehr .
Beliebte Verbindung: Zum deutsch-polnischen Sommerfest gibt es schon jetzt einmal im Jahr einen Fährverkehr . © Foto: Janet Neiser
Frank Groneberg / 06.04.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 06.04.2019, 10:53
Brieskow-Finkenheerd (MOZ) Am Ende ging doch alles überraschend schnell. Ohne Diskussion, ohne eine einzige Frage oder Anmerkung hat der Amtsausschuss des Amtes Brieskow-Finkenheerd am Donnerstagabend den Amtshaushalt für das laufende Jahr beschlossen. Und damit endgültig den Weg freigemacht für die Herstellung einer Fährverbindung zwischen dem Dörfchen Aurith am deutschen Oderufer und dessen Nachbarort Urad am polnischen Ufer des Grenzflusses. Neun der Ausschussmitglieder stimmten für den Haushaltsplan für das laufende Jahr, zwei – zwei Vertreter aus Vogelsang, welche die Oderfähre nach wie vor ablehnen – stimmten dagegen.

Amtsdirektor Danny Busse war die Erleichterung anzusehen. Denn es hatte zwar im Vorfeld noch mal klärende Beratungen mit den Ausschussmitgliedern gegeben, aber mit möglichen Überraschungen hatte man trotzdem rechnen können. "Dem Informationsbedürfnis der Ausschussmitglieder ist nun offenbar ausreichend Rechnung getragen worden", sagte er am Freitag. "Diejenigen, die prinzipiell gegen die Die Oderfähre waren, die haben auch dagegen gestimmt."

Er sei froh über die Zustimmung und "darüber, dass wir den eingeschlagenen Weg, den wir bereits seit Jahren gehen, nun endlich zu Ende gegangen sind", betonte der Amtsdirektor. "Für mich war eigentlich immer klar, dass wir daran nicht rütteln." Umso überraschter sei er im Februar von der plötzlichen Ablehnung des Projektes Oderfähre gewesen.

Von der Oderfähre, die künftig Fußgänger und Radfahrer zwischen Aurith und Urad hin- und herbringen werde, würde die gesamte Region profitieren, und zwar auf beiden Seiten der Oder. "Unsere Region wird mit der Fährverbindung für Touristen noch attraktiver werden", ist sich Danny Busse sicher. Beispielsweise werde es für Radtouristen wieder interessanter, den Oder-Neiße-Radweg zu befahren, welcher zuletzt an Bedeutung im Bundesvergleich ein bisschen verloren hatte. "Wenn künftig die Möglichkeit besteht, vom Oder-Neiße-Radweg aus in Aurith einen Ausflug nach Polen zu machen, wird der Radweg wieder etwas attraktiver." Auch die in Aurith ortsansässigen Gastronomen würden profitieren – zum Beispiel von Gästen aus Polen. "Wo Begegnung stattfindet, da wird sich etwas entwickeln."

Danny Busse denkt aber weiter, über die Region hinaus. Er nennt das Stichwort "naturnaher Tourismus", dem sich bundesweit immer mehr Menschen verschreiben. "Stellen Sie sich vor, Radtouristen kommen aus Berlin in unsere Region, setzen dann in Aurith über die Oder und fahren dann weiter nach Polen." Und er denkt auch an den Wassertourismus, der sich rund um den Anleger entwickeln kann, etwa mit Angeboten für den Kanusport.

Doch wie geht es jetzt weiter? Die Planungen für den Bau des Fähranlegers in Aurith sind inzwischen aktualisiert worden, jetzt wartet man im Amt auf den Fördervertrag, der mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) geschlossen wird. Die Europäische Union übernimmt über Fördermittel aus dem Interreg-Programm 85 Prozent der Kosten, die ILB reicht die Fördermittel aus. "Noch in diesem Quartal wollen wir den Fähranleger ausschreiben", erläuterte Danny Busse. "Unser Wunsch ist, dass der Anleger noch in diesem Jahr fertiggestellt wird." Sobald der Anleger abgenommen sei, könne das Fährboot ausgeschrieben werden. Und wenn der Auftrag für den Bau der Fähre erteilt worden ist und damit auch feststeht, welche Art Boot letztlich angeschafft wird, kann ein Betreiber für die Fähre gesucht werden. "Für realistisch halte ich einen Start des Fährverkehrs im Jahr 2021", so der Amtsdirektor.

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