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Neuntklässler des Carl-Bechstein-Gymnasiums diskutieren mit Ortspolitikern über ihre Wünsche und Vorstellungen von mehr Mitwirkung.

Gesellschaft
S-Bahn nach Woltersdorf

Wunschliste: Kira Zippel bringt die Vorstellungen der Woltersdorfer Jugendlichen zu Papier.
Wunschliste: Kira Zippel bringt die Vorstellungen der Woltersdorfer Jugendlichen zu Papier. © Foto: Joachim Eggers
Joachim Eggers / 13.06.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 13.06.2019, 12:38
Erkner (MOZ) Mehr Polizeikontrollen gegen Drogen in Erkner, eine S-Bahn nach Woltersdorf, WLAN im Schöneicher Kinder- und Jugendzentrum, ein Jugendbeirat für Grünheide – das sind Wünsche, die Gymnasiasten aus den vier Orten am Dienstag bei einem Workshop im Carl-Bechstein-Gymnasium formuliert haben.

Die Bewegung ging ein Stück weit von Erkner aus. Der frühere Schülersprecher des Carl-Bechstein-Gymnasiums war an den Änderungen der Kommunalverfassung beteiligt, die Kommunen auferlegt, Jugendliche stärker politisch einzubinden. Daran erinnerte Jens Wissendaner, Schulsozialarbeiter am Bechstein-Gymnasium, als er am Dienstag in der Aula einen zweistündigen Workshop eröffnete. An großen Tischen wurden die Schüler, nach den vier großen Wohnorten  im Einzugsbereich des Gymnasiums sortiert, mit Bürgermeistern, Ortspolitikern und führenden Verwaltungs-Mitarbeitern zusammengebracht.

Workshop am Carl-Bechstein-Gymnasium zu mehr politischer Teilhabe von Jugendlichen
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Workshop: Mehr politische Teilhabe von Jugendlichen

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Am Erkneraner Tisch ging es schnell um den vermüllten Dämeritzsee und um Drogen. "Es kommt vor, dass die halbe Friedrichstraße nach Gras riecht", sagte der 14-jährige Erik Berger. Er und Leoni Rexin machten sich für mehr Polizeikontrollen stark. Auch Antonia Wilke formulierte einen sehr kritischen Blick auf ihren Heimatort. Es gebe schon Trupps, die denjenigen hinterherliefen, die ihren Müll überall liegenlassen würden, sagte sie. Später, in einer Auswertungsrunde am Ende der Veranstaltung, war sogar von Bedrohungen mit Schreckschusswaffen und Messern die Rede. Es gebe zu viele Supermärkte und zu wenige Orte für Freizeitmöglichkeiten.

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Erkneraner Schüler diskutieren für mehr Mitbestimmung

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Die Woltersdorfer, die schon einen Jugendbeirat haben, dessen Vorsitzender auch dabei war, machten einen langen Forderungskatalog auf. Ganz oben auf der Liste: ein Jugendclub. Der vorhandene sei zerstört, man wolle einen eigenen aufbauen. Auch vom offensichtlich unrealistischen Wunsch einer S-Bahn nach Woltersdorf war die Rede, von einer Eisdiele, einem Badesteg, einem Kunstpark, mehr Mitsprache der Trainer im Sportverein. Einige der Neuntklässler erklärten sich bereit, in den Jugendbeirat zu gehen.

Die Schöneicher stellten fest, dass das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum in der Prager Straße für ihre Altersgruppe nicht mehr das Wahre sei. "Ich weiß nie, wo ich mich da hinsetzen soll", sagte Renée Tänzler. WLAN wäre ein Argument, schälte sich heraus. Die Installation eines Hotspots kommt nach Aussage von Bürgermeister Ralf Steinbrück sowieso. Mehr Angebote im Schlosspark waren ein weiterer Wunsch. Schülersprecherin Jette Mai wusste, dass dort gerade ein Fitness-Parcours entsteht.

Bei den Grünheidern stand der Wunsch nach Gründung eines Jugendbeirats mit bestimmten Rechten im Zentrum. Jannik Schütz und Dominik Rehme kritisierten die Jugendarbeit der Vergangenheit, was ihnen scharfe Blicke von Jugendkoordinator Martin Wiegoldt eintrug.

Es gab noch einen Tisch, der sich mit Problemen am Bechstein-Gymnasium beschäftigte. Dort wurde gefordert, dass Klausuren binnen einer Frist korrigiert werden müssten, außerdem wollen die Schüler bei extremen Temperaturen das Schulgebäude auch in den Pausen nutzen.

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