Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Anlieger der Fürstenwalder Krausestraße sind erleichtert über die gesunkenen Beiträge – sie kommen als erste in den Genuss der 50:50-Regelung.

Straßenbau
Anwohner loben Bauarbeiter

Die Höhe muss stimmen: Lukas Rahn passt auf, dass Baggerfahrer Heiko Korsig genau die richtige Menge Boden abträgt. Er bereitet den Gehwegbau in der Krausestraße vor.
Die Höhe muss stimmen: Lukas Rahn passt auf, dass Baggerfahrer Heiko Korsig genau die richtige Menge Boden abträgt. Er bereitet den Gehwegbau in der Krausestraße vor. © Foto: Manja Wilde
Manja Wilde / 13.06.2019, 07:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Dass ihr Auto jetzt von einer Staubschicht überzogen ist, nimmt Brigitte Gladow gern in Kauf. Statt auf ihrem Grundstück parkt die Seniorin seit einiger Zeit in einer Seitenstraße. Der Grund: Die Krausestraße vor ihrem Haus ist Baustelle. Autos dürfen dort nicht fahren. Bagger tragen den Boden ab. Die Stadt lässt die Straße herstellen. Und sie wendet dabei erstmals die geänderte Erschließungsbeitragssatzung an. 50 statt 70 Prozent müssen die Anwohner nun nur noch zahlen.

"Wir haben es geschafft", freut sich Brigitte Gladow. In der Tat können es sich die Anwohner zum großen Teil selbst zuschreiben, dass die Satzung geändert wurde. Als die Stadt bekannt gab, dass sich die Baukosten von 475 300 auf 715 400 Euro erhöhen – die Alt-Anlieger mehr zahlen müssen – gingen diese auf die Barrikaden. Die MOZ berichtete in ihrer Dranbleiben-Aktion.

Ein Grund des Ärgers: Die Kostensteigerung sollte sich nicht gleichmäßig auf alle Anlieger verteilen. Denn Neu-Anlieger, die im Baugebiet "Ketschendorfer Feldmark I" Grundstücke von der Stadt gekauft hatten, zahlten den Straßenbau gleich mit – als Pauschale von 10 Euro je Quadratmeter. Für Alt-Anlieger sollten die Preise jedoch bis auf 13,92 Euro klettern, je nachdem, in welchem Abschnitt der Straße sie wohnen.

Bescheide gibt’s erst 2020

"So richtig weiß ich immer noch nicht, was ich zahlen muss", sagt Brigitte Gladow. Ihren Nachbar geht es genauso. "Die Beitragsbescheide können erst 2020 verschickt werden", teilt Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling mit. Gebaut werde schließlich laut Plan noch bis Ende September, danach müssten noch Bäume gepflanzt werden.

Theoretisch, wenn keine Kostensteigerung eintritt, lassen sich die Beiträge aus den bislang von der Stadt genannten Summen errechnen. Für den Abschnitt Post- bis Emma-Reich-Straße müssten sie sich von 13,20 auf 9,42 Euro je Quadratmeter Grundstück reduzieren, zwischen Reichstraße und Am Waldemarplatz von 10,96 auf 7,83 Euro und für Am Waldemarplatz bis Langewahler Straße von 13,92 auf 9,94 Euro.

Ob die Bauarbeiten in der angegebenen Zeit zu schaffen sind, ist fraglich. "Wir haben Probleme mit Medien, die im Boden liegen", sagt Jens Noack, Polier der Firma Oevermann. Das Umverlegen von Telefon- und Vodafone-Leitungen laufe, aber wann eine alte Gasleitung entfernt werde, wisse er nicht. Um die Zeit zu überbrücken, haben seine Leute begonnen, die Borde für den Gehweg neben der Kita "Schmusebacke" zu stellen. "Dann können die Leute dort wieder ordentlich laufen", sagt Noack. Überhaupt versuchen die Arbeiter Einschränkungen für die Anlieger zu minimieren. "Sie sind sehr kulant", lobt Brigitte Gladow. Wenn sie mit ihren Einkäufen um die Ecke biege, böte sich meist einer der Männer an, um diese bis zur Gartentür zu schleppen. "Und die gelben Säcke tragen sie auch zur Kreuzung."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG