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Fußball
Klassenerhalt geschafft

Der FC Eisenhüttenstadt bleibt in der Brandenburgliga: Die Spieler mit Trainer Andreas Schmidt (links) haben sich zum gemeinsamen Jubel aufgestellt.
Der FC Eisenhüttenstadt bleibt in der Brandenburgliga: Die Spieler mit Trainer Andreas Schmidt (links) haben sich zum gemeinsamen Jubel aufgestellt. © Foto: Enrico Woldt
Hagen Bernard / 24.06.2019, 02:15 Uhr
Eisenhüttenstadt Fußball-Brandenburgligist FC Eisenhüttenstadt hat mit einem 4:1 (2:0) beim Werderaner FC Eintracht 1920 den Klassenerhalt doch noch auf den letzten Drücker geschafft. Damit blieb ihm ein Abstieg wie vor sechs Jahren erspart, als die Eisenhüttenstädter dort nach einem Gegentreffer in letzter Minute noch mit 2:3 verloren hatten und damit nach 2007 der zweite Abstieg besiegelt war.

So jedoch geht diese Saison sicherlich als eine der spannendsten mit glücklichem Ausgang in die Annalen des vor vier Jahren aus dem Jugendförderverein, der SG Aufbau, dem 1. FC Fürstenberg und dem EFC Stahl gegründeten FC Eisenhüttenstadt ein. Nachdem die Eisenhüttenstädter sich vor einem Jahr durch das 0:3 beim BSV Guben Nord zum letzten Nichtabstiegsplatz gezittert hatten und mit dem um vier Treffer besseren Torverhältnis schließlich noch vier Teams hinter sich ließen, mussten dieses Mal nur zwei Mannschaften den Gang eine Liga tiefer antreten.

Jetzt hatte der FCE das schlechteste Torverhältnis und nur ein Sieg zählte, um gegen den am Sonnabend ebenfalls siegreichen BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow den letzten Nichtabstiegsrang zu halten.  In letzter Minute erfolgreich den Abstiegskampf absolviert hatte der FC Eisenhüttenstadt bereits vor drei Jahren und der Vorgängerverein EFC Stahl im Jahr 2006, als Lukas Szywala in letzter Minute den Siegtreffer in Velten erzielt hatte. Sowohl Szywala als auch sein damaliger Vorlagengeber Carsten Hilgers wollten auch dieses Mal in Werder den Ligaverbleib schaffen. Beide fanden sich jedoch etwas überraschend auf der Wechselbank wieder. Während Szywala sich damit zuletzt schon so manches Mal abfinden musste, war es bei Hilgers ein Novum. Da sich Hilgers bereits in der Frühschicht zweimal übergeben hatte, entschloss sich FCE-Trainer Andreas Schmidt fünf Minuten vor Anpfiff, ihn wegen Magenproblemen draußen zu lassen. Für ihn stürmte Hermann Wamba Tsafack, der in Werder laut Schmidt neben Christian Siemund zum besten Spieler avancierte. Der 22-jährige Heißsporn lief wie sein Sturmpartner Georges Florent Mooh Djike viel und war noch torgefährlich.

Nach einer nervös geführten Anfangsphase  mit zwei Möglichkeiten auf beiden Seiten hatte Tsafack in der 19. Minute die Weichen auf Auswärtssieg gestellt. Er überwand Werder-Schlussmann Jan-Niklas Rauch mit einem satten Schuss aus 20 Metern. Sein erster Saisontreffer. Diese Premiere war ebenfalls aus der Distanz Hoang Sa Nguyen Ngoc vor einer Woche gegen den BSC Preußen gelungen. Nun krönte er den disziplinierten Auftritt der Gäste mit dem Pausenpfiff. Da hatte sich Sa auf halblinks durchgesetzt und aus spitzem Winkel per Vollspann aus 13 Metern seinen zweiten Saisontreffer erzielt.

Werder greift über die Außen an

Die nicht unambitionierten Gastgeber hatten es vor allem mit Angriffen über die Außenpositionen versucht – die Eisenhüttenstädter Abwehr stand geordnet.  Mit dem 1:0 im Rücken war mehr Ballsicherheit ins Gäste-Spiel gekommen.

Dennoch fand Schmidt in der Kabine noch einiges zu verbessern am Stellungsspiel und im Zweikampfverhalten gegen den Ball. Schließlich hatte sich die Eintracht noch nicht aufgegeben. Dadurch boten sich dem FCE Kontermöglichkeiten, von denen er eine in der 51. Minute zum 3:0 nutzte. Nach einem Angriff über Tony Wernicke auf der linken Seite war Hermann Wamba Tsafack nach dessen Eingabe im Strafraum von Rauch elfmeterreif gefoult worden. Wernicke verwandelte gewohnt sicher, er ist damit mit sieben Punktspieltreffern der beste Schütze des Brandenburgligisten.

Nach dem 3:0 Bruch im Spiel

Doch mit der Drei-Tore-Führung im Rücken ließen es die Gäste zunehmend schleifen, in den folgenden 20 Minuten hatte Werder klar die Oberhand.  Vier Minuten nach dem 0:3 gelang dem eingewechselten Mateuz Wallroth das verdiente 1:3. Werder-Chancen nun im Zweiminuten-Takt, Martin Stemmler rettete zwei Minuten nach dem ersten Gegentreffer. Doch die Werder-Spieler agierten vor dem Tor überhastet. So war es in der 75. Minute Christian Siemund, der den Deckel zum Gäste-Sieg drauf machte. Nach einem Freistoß fast von der Eckfahne hatte Sa zum Strafraum geflankt, wo Siemund aus Nahdistanz das Zuspiel mit der Innenseite verwertete. Da die Gastgeber ihrem kräftezehrenden Spiel bei der tropischen Witterung zunehmend Tribut zollen mussten und die Eisenhüttenstädter mehr auf Ergebnis-Halten aus waren, versandete die Partie in ungefährlichen Querpässen und Verletzungspausen der Gastgeber. Bei den Gästen gab ein oben mit Total-Rasur auflaufender Danny Grünberg nach fast einjähriger Verletzungspause ein zehnminütiges Comeback.

"Der Sieg ist auch aufgrund unserer besseren Möglichkeiten verdient. Wir hatten den Klassenerhalt in der eigenen Hand und haben es geschafft. Doch so eine Spannung  brauche ich nicht mehr. Die Mannschaft bleibt zusammen. Nun geht es in die verdiente Pause, heißt es Kräfte sammeln und uns neu zu ordnen", erklärt FCE-Trainer Andreas Schmidt.

FC Eisenhüttenstadt: Martin Stemmler – Johann Krüger, Michel Becker, David Steinbeiß, Tony Wernicke – Christoph Krüger, Christian Siemund, Eric Schack (67. Lukas Szywala), Hoang Sa Nguyen Ngoc (78. Maciej Piotr Ossowski) – Hermann Wamba Tsafack (80. Danny Grünberg), Georges Florent Mooh Djike

Schiedsrichter: Toni Bauer (Joachimsthal) – Zuschauer: 88

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Regionalsport Martin Stemmler Klassenerhalt Tony Wernicke Fußball

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