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Kiesgrube
Das Luch ist für das Baden gesperrt

Stefan Lötsch / 10.07.2019, 19:15 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Lang gehalten hat er nicht, der Zaun an der Kiesgrube, der Badegäste davon abhalten soll, im See zu baden. An mehreren Stellen ist der Maschendrahtzaun, der in der vergangenen Woche aufgebaut wurde, durchgeschnitten, niedergetrampelt oder gleich ganz großflächig entfernt worden. Manch einem Badegast ist gar nicht aufgefallen, dass es da ein Hindernis gab.

"Das ist traurig", sagt eine Frau, die dort immer wieder schwimmen gegangen ist. "Seit 50 Jahren sind wird hier", sagt sie. Solch drastische Maßnahme hat sie bisher nicht erlebt. Peter Schmidt dagegen, der eine Gartenparzelle in der Sparte Schwarzes Luch besitzt, verfolgt das schon länger. Er hat an der Kiesgrube einen Bootsverleih betrieben, auch Surfbretter hat er verliehen, ganz offiziell mit Gewerbeschein. "Ich habe auch am Badestrand immer alles sauber gemacht. Ich bin hier eine Art Hausmeister." Doch inzwischen hat er die Boote aus dem See nehmen müssen. Gab es vorher einen Pachtvertrag, lassen sich die neuen Eigentümer darauf nicht ein. Seit zwei Jahren gibt es Probleme, nun kam das endgültige Aus.

Peter Schmidt hat eine Unterschriftenaktion gestartet, eine Petition bei Bürgermeister Frank Balzer (SPD) eingereicht. Doch über dessen Reaktion – beziehungsweise Nicht-Reaktion – ist er enttäuscht. Erst auf Nachfrage habe ihm Frank Balzer mitgeteilt, dass das Thema in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden soll. Bis dahin dürfte die Sommersaison vorbei sein.

Anzeige weist auf Verbot hin

Tatsächlich ist das Baden in der Kiesgrube verboten. Erst im Juni dieses Jahres hatte die Sand und Kies Union GmbH eine Anzeige geschaltet, die dick mit "Badeverbot" überschrieben ist. "Hiermit weisen wir die Bevölkerung und insbesondere Eltern darauf hin, dass Baden im Kiessee des Werkes Vogelsang nicht erlaubt ist", heißt es in der Zeitungs-Anzeige. Das Betreten des Kieswerksgeländes sei strengsten verboten, es bestehe Lebensgefahr. "Zuwiderhandlungen werden zur Anzeige gebracht." Nun die drastische Maßnahme: "Die Kiesgrube ist kein Badesee", erklärt Maren Brandt, Pressesprecherin der Eurovia GmbH, der das Gewässer gehört. "Die Leute machen es aber trotzdem. Das ist aber mit Risiko behaftet." Das Unternehmen habe sich deshalb gezwungen gesehen, so zu handeln. Es gehe auch um die Arbeitssicherheit.

Aus dem See ist zuletzt für die Dammbaustelle an der Oder Kies gefördert worden. Gearbeitet wird momentan aber nicht. Peter Schmidt hofft, dass wenigstens ein Teil des Sees für das Baden freigegeben wird, zumindest die Seite im Bereich der Gartensparte, wo kein Kiesabbau mehr stattfindet. Sein Wunsch ist, dass sich dort die Stadt engagiert. "Man könnte dort ein Naherholungsgebiet machen", erklärt er. Tatsächlich war das schon einmal Thema, wurde zuletzt aber vor gut acht Jahren zu den Akten gelegt. Als problematisch wurde u.a. angesehen, dass für eine Ausweitung der Badestelle extra Parkplätze angelegt werden müssten.

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