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Geschlossen
Müllroser Heimatmuseum muss saniert werden

Mit Handschuhen: Romy Werner bereitet eine alte Federwaage für die vorübergehende Einlagerung vor. Das Heimatmuseum ist seit Montag geschlossen. Die Schlaubetal-Information im Haus des Gastes ist aber weiterhin geöffnet.
Mit Handschuhen: Romy Werner bereitet eine alte Federwaage für die vorübergehende Einlagerung vor. Das Heimatmuseum ist seit Montag geschlossen. Die Schlaubetal-Information im Haus des Gastes ist aber weiterhin geöffnet. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 11.07.2019, 06:00 Uhr
Müllrose (MOZ) Der große Raum der Dauerausstellung im Heimatmuseum wirkt ungewohnt kahl. Wo noch in der vergangenen Woche Werkzeuge aus der Bronzezeit und Haushaltsgefäße aus der Neuzeit in großen gläsernen Vitrinen von der Historie des Schlaubetals zeugten, herrscht jetzt gähnende Leere. Nur diverse Markierungen auf dem Dielenboden weisen da­rauf hin, dass hier bis vor kurzem Ausstellungstische, Vitrinen, Informationstafeln oder alte Bauernmöbel gestanden haben.

In einer Ecke steht Romy Werner, Museologin im Haus des Gastes, über einen Tisch gebeugt. In ihren mit Handschuhen bekleideten Händen hält sie eine Waage. Eine Federwaage, um genau zu sein. Ein Messgerät, das mit einem großen Zeiger ausgestattet ist, der auf einer noch größeren runden Scheibe anzeigt, welches Gewicht jener Gegenstand hat, der unten an der gusseisernen Halterung befestigt wird. Wenn denn jemand dort einen Gegenstand befestigt. Im Zeitraum zwischen 1850 und 1920 etwa – genauer sind die Angaben nicht – haben Menschen im Schlaubetal mit Hilfe dieser Federwaage das Gewicht diverser Dinge bestimmt. In den vergangenen Jahrzehnten lag das Instrument dann in einer der Vitrinen des Heimat­museums. Und am Mittwoch schlägt Romy Werner die Waage ein – erst in spezielles Archivseidenpapier, danach in Luftpolsterfolie. Dermaßen sicher verpackt, wird das Museumsexponat jetzt erst einmal eingelagert – und zwar bis zu jenem Tag, an dem die Dauerausstellungsräume wieder neu bestückt werden können.

Wann dieser Tag kommen wird, das weiß noch niemand so genau. In den kommenden Wochen haben erst einmal die Bauarbeiter das Sagen im Heimatmuseum. "Seit Montag sind wir mit den vorbereitenden Maßnahmen beschäftigt", sagt Romy Werner. "Nächste Woche beginnen dann die eigentlichen Bauarbeiten."

Lecks in den Heizkörpern

Diese Bauarbeiten sind notwendig, weil zum einen in der der Kirche zugewandten Giebelwand des großen Ausstellungsraumes zwei große Risse direkt über den hohen Fenstern seit Jahren immer größer werden. "Statische Risssanierung" nennt sich der Auftrag, mit dessen Ausführung ein Müllroser Handwerksbetrieb beauftragt worden ist. Anfang kommender Woche werden die Bauleute das Baugerüst außen an der Fassade aufstellen, danach geht es den Rissen an den Kragen.

Im Inneren des Heimatmu­seums wird gleichzeitig auf einer anderen Baustelle gearbeitet: Die Heizungsanlage muss dringend instand gesetzt werden. Sie ist zwar noch nicht sehr alt, aber in den Heizkörpern, die sich unter jedem Fenster befinden, gibt es seit längerer Zeit immer wieder mal kleinere Lecks.

Ursache noch nicht bekannt

Die Folge: "Wasser trat aus den Heizkörpern aus", bestätigt Romy Werner. Warum es immer wieder zu diesen Lecks kommt, ist noch unklar. Die beauftragte Installateurfirma – ebenfalls ein heimischer Handwerksbetrieb – wird zunächst die Ursache ermitteln und diese dann beseitigen.

Genau deshalb – weil die Ursache noch nicht bekannt ist – kann Romy Werner noch nicht sagen, wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden. Und weil etliche der Exponate vorübergehend im Erdgeschoss gelagert werden, ist auch noch unklar, ob es in diesem Jahr eine Weihnachtsausstellung geben kann.

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