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Hoch hinaus
Blick bis weit nach Polen

Stefan Lötsch / 17.07.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.07.2019, 08:00
Eisenhüttenstadt (MOZ) Hohe Gebäude gibt es in Eisenhüttenstadt einige. Auf 108 Meter bringt es zum Beispiel der Gasometer auf dem Gelände von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt. Doch nur Monteure haben von dort einen Blick über Eisenhüttenstadt und die Region.

Bei dem Turm, der zur Nikolaikirche im Ortsteil Fürstenberg gehört, ist das anders. In den Sommermonaten ist das Gotteshaus von Montag bis Freitag einige Stunden geöffnet. Wer will kann auch die mehr als 120 Stufen nach oben steigen, vorbei an den Glocken im Turm und gelangt schließlich auf die Aussichtsplattform. Mehr als 40 Meter hat man dann erklommen und wird mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Zum einen geht der Blick natürlich nach Eisenhüttenstadt und die Planstadt samt den Produktionsanlagen von ArcelorMittal. Auf der anderen Seite kann man über die Oder weit bis nach Polen schauen oder erkennt das Kloster in Neuzelle.

Dass das Gotteshaus im Sommer nicht zuletzt für Touristen ein beliebtes Ausflugsziel ist, ist allerdings nicht selbstverständlich. Denn so exponiert sich die spätgotische, dreischiffige Backsteinhallenkirche über die Oder erhebt, so exponiert war sie auch in den letzten Kriegstagen. In der Nacht vom 23. zum 24. August 1945 wurde die Kirche bis auf die Umfassungsmauern und die insgesamt elf Pfeiler zerstört. Auch das Inventar wurde vernichtet.

Es ist nicht das erste Mal in der Jahrhunderte langen Geschichte der Kirche, die sich bis auf das Jahr 1400 zurück datieren lässt, dass das Gotteshaus völlig zerstört wurde. 1603, so steht es in einer Urkunde, gab es in Fürstenberg einen großen Stadtbrand, der auch die Kirche zum Opfer fiel.

Langer Wiederaufbau

Der Wiederaufbau nach dem Krieg zog sich sehr lange hin. Beharrlichem Bemühen ist es zu verdanken, dass den Besucher heute keine Ruine erwartet. Der Besuch lohnt sich in diesem Jahr, weil das Bauwerk ein, angesichts seiner langen Geschichte, kleines Jubiläum feiert. Denn im September vor 20 Jahren wurde die wiederaufgebaute Nikolaikirche wieder eingeweiht. Der Turm war schon wesentlich früher fertiggestellt. 1963 konnte die Glockenweihe gefeiert werden.

Im Gotteshaus fallen unter anderem die bunten Fenster auf. Entworfen hat sie die Künstlerin Annelie Grund. Es handelt sich um einen Bilderzyklus, der sich in zwölf Fenstern mit den Legenden um den Namensgeber der Gotteshauses, dem heiligen Nikolaus, beschäftigen. Bedeutend ist auch die Orgel, die ebenfalls vor 20 Jahren geweiht wurde. Das Instrument mit 35 Registern ist eines der größten in der Region. Die Orgel erklingt nicht nur im Gottesdienst sondern in den Sommermonaten auch immer wieder in Konzerten

Informationen fürBesucher

Geöffnet ist die Nikolaikirche unter der Woche am Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 14 Uhr sowie am Dienstag und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr. Den Schlüssel, um auf den Turm zu steigen, bekommt man beim Aufsichtspersonal.

Nicht weit entfernt von der Nikolaikirche lohnt auch ein Besuch des städtischen Museums in der Löwenstraße.

Das nächste Orgelkonzert findet am 24. Juli, um 19 Uhr, statt. Der Eintritt dazu ist frei.

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