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Königsschießen
Gilde-Treffen doch auf die Beine gestellt

Hochgehalten: Schützenkönig Gerald Wehnl mit dem Nachbau einer Kanone.
Hochgehalten: Schützenkönig Gerald Wehnl mit dem Nachbau einer Kanone. © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 14.08.2019, 06:15 Uhr
Müllrose (MOZ) Nach einem herzhaften Frühstück auf dem Gelände der Schützengilde in der Jahnstraße gingen die Schützen in den Container, um mit dem Luftgewehr ihr Talent zu zeigen. Sieger war der 58-Jährige Gerald Wehnl, der Metall-Handwerker erhielt zum vierten Mal die Königskette, so dass schnell der Ausruf "Der Schlosser ist wieder König" die Runde machte.

Aber so ändern sich die Zeiten, das Treffen 2019 war deutlich kleiner als beispielsweise das Fest vor zehn Jahren. Damals beteiligten sich noch alle Sparten der Gilde, nämlich die Bogen- , die Armbrust- und die Luftgewehrschützen, an der Vorbereitung und Durchführung der mehrtägigen Veranstaltung und es gab ein Bürger-, ein Vereins-, ein Pokal- und ein Königsschießen. Allein an dem Vereinsschießen nahmen 2009 insgesamt 27 Mannschaften – jeweils mit drei Schützen – teil, dabei waren die Herren und eine Dame vom Müllroser Motorboot Verein am erfolgreichsten.

2019 ist der Elan bei vielen Akteuren ganz anders. Zwar war das Schützenfest wie üblich als Bestandteil des Müllroser Seezaubers auch auf den gedruckten Einladungen angekündigt worden, musste aber kurzfristig wegen Personalmangels abgesagt werden. Man konnte sich bei der Frage der Arbeitsverteilung nicht einigen. Unausgesprochener Hintergrund sind Spannungen zwischen einerseits den Luftgewehr- und andererseits den Bogenschützen. So sind in den vergangenen Jahren etwa knapp 20 Gewehrschützen ausgetreten, darunter auch die Schützenkönige 2018 und 2017, berichtete Detlef Meine, stellvertretender Gildemeister und Gewehrschütze. Nun gab es die Wende der Wende – die Luftgewehr-Sportler rafften sich auf und stellten kurzerhand ein Königsschießen mit Müllrosern und niedersächsischen Gästen auf die Beine.

Dabei wird im Schlaubetal längst über die Frage beraten, wie es mit Gewehrschützen und Bogenschützen – die Armbrust-Sportler sind ganz wenige – unter einem Dach, nämlich dem der Schützengilde, weitergehen kann.

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