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City Center
Eine Streife, die keine ist

Symbolbild Polizei
Symbolbild Polizei © Foto: dpa/Arne Dedert
Janet Neiser / 17.08.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt Am Rande der Legalität haben sich laut Polizei zwei Personen in diesem Monat bewegt, als sie im und am City Center in Eisenhüttenstadt Streife liefen. Zumindest wurde die Aktion von den dafür Verantwortlichen als "Streife" bezeichnet. "Schutzzone" steht auf ihren T-Shirts. Darüber prangt ein großes "S"-Symbol. Slogan und Symbolik gehören zu der Kampagne "Wir schaffen Schutzzonen" der rechtsextremen NPD, die diese bereits im Vorfeld der Europawahl gestartet hatte.

Zwei Bilder, auf denen die zwei Männer mit diesen T-Shirts in Eisenhüttenstadt zu sehen sind, sind auf einer einschlägigen Facebook-Seite zu sehen. Darunter steht: "Für ihre erste Streife in der Stahlstadt haben sich unsere Jungs ein Einkaufszentrum und dessen Umgebung ausgesucht, um hier für ein paar Stunden nach dem Rechten zu sehen." Einige wenige Kommentare gab es: Einer lautet unter anderem: "Super. Ich hoffe, dass ihr viel Präsenz zeigt. Denn es nimmt langsam überhand mit den Verbrechen."

"Wir wussten das alles gar nicht", betont City-Center-Manager Ingo Walter. Das Einkaufszentrum halte seinen eignen Wachschutz vor. Er selbst habe erst durch Fotos davon erfahren, die man ihm gezeigt hatte. Angerufen oder nachgefragt habe keiner der Akteure. Dabei liegt das Hausrecht bei Ingo Walter.

Bundesweite Kampagne

Dieser sagt am Freitag, dass die Personen seines Wissens nach auch nicht mehr in Erscheinung getreten seien. Bezogen auf die Kriminalität im City Center erklärt er, dass es in den vergangenen zwölf bis 15 Monaten eine Mehrung von Einbrüchen gegeben habe. Unter anderem waren Edeka, ein Presseshop und ein Textilgeschäft betroffen. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Walter betont, dass es sich bei den Tätern nahezu ausschließlich um Jugendliche handeln würde, und zwar sämtlicher Nationalitäten. Auch Deutsche seien darunter. In der nicht weit entfernten Lindenallee sind seit Jahresbeginn ebenfalls schon 18 Einbruchs- und Diebstahlsdelikte zu verzeichnen.

Die Polizei hat die "Schutzzone", die bundesweit agiert und beispielsweise auch in Berlin, Döbeln, Hanau und Cottbus unterwegs ist, auf dem Schirm. Die Akteure, die auf den Bildern aus Eisenhüttenstadt zu sehen sind, seien identifiziert, teilt Stefan Möhwald, Sprecher der Polizeidirektion Ost, mit. Er verweist darauf, dass das Gewaltmonopol des Staates in den Händen der Polizei liege. "Bürger, die sich entschließen, auf  eine solche Streife zu gehen, bewegen sich deutlich am Rande der Legalität. Schnell ist hier die Grenze zur Strafbarkeit überschritten." Er fährt fort: "Schon das Tragen einheitlicher Kleidung, wie es auf den Bildern zu erkennen ist, kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen." Die Polizei werde weiterhin entschieden gegen diese Art von "Streifen" vorgehen. In Wolfsburg ermittelt die Polizei einem Bericht der Wolfsburger Allgemeinen zufolge bereits gegen drei Männer, die ebenfalls mit der Schutzzonen-Aufschrift aufgefallen waren.

Stefan Möhwald erklärt, dass die Polizei in Sachen Sicherheit auch mit Bürgern zusammenarbeite, und zwar im Rahmen von Sicherheitspartnerschaften. Insgesamt bestehen im Bereich der Direktion Ost 13 solcher Partnerschaften mit 192 Sicherheitspartnern. Allein auf den Bereich Oder-Spree/Frankfurt entfallen 62 aktive Mitglieder, teilt er mit und nennt als Beispiele Frankfurt, Storkow, Schöneiche sowie Woltersdorf.

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