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Erste Hilfe
Auf dem Weg zum deutschen Meister

Christina Sleziona / 24.08.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) David Jähnisch liegt regungslos auf dem Boden. Für die Übung der Wasserwacht-Jugend Eisenhüttenstadt in der Nähe der Inselhalle gibt er diesmal vor, sich eine Überdosis Heroin gespritzt zu haben. Sein Freund in dem Szenario, Rick Schwuchow, ist währenddessen wach, aber betrunken. Jetzt liegt es in den Händen der Jugendlichen, die Symptome richtig einzuschätzen und Erste Hilfe zu leisten.

Thomas Noffz leitet das Team, das demnächst auch beim Bundeswettbewerb im Rettungsschwimmen teilnehmen wird, an. Souverän gibt er Anweisungen und Hilfestellungen. Beim Blick auf die inszenierte Spritze am Arm von David Jähnisch wird dem Übungstrupp klar, dass Eile geboten ist. Florian Gehrmann kniet sich sofort zum vermeintlich Bewusstlosen. "Er atmet zwei Mal in der Minute", wirft Cindy Friedrick, Rettungsschwimmerin der DRK-Wasserwacht und heutige Übungsleiterin, ein. Das ist ein kritischer Wert. Ein gesunder Mensch atmet etwa 12 bis 14 Mal in der Minute, erklärt sie. Ein Beatmungsbeutel muss David nun den dringend benötigten Sauerstoff zuführen. Ein paar Schritte weiter kümmert sich  Paula Schliebe bereits um den orientierungslos wirkenden Rick Schwuchow. Er will nach Hause, ruft immer wieder nach seinem bewusstlosen Kumpel. Aus der Ruhe bringen lässt sie sich davon aber nicht. Sie redet immer wieder auf ihn ein und tastet seinen Körper nach potentiellen Verletzungen ab.

Am Ende der Übung sind alle Teilnehmer sichtlich zufrieden. "Es kann immer wieder passieren, dass Menschen aufgeregt sind und sich nicht leicht behandeln lassen, damit muss man umgehen können", betont die Übungsleiterin am Ende der Auswertungsrunde und lobt die Zusammenarbeit der Jugendlichen.

Rettung zu Wasser und zu Land

Die Wasserwacht-Jugend übt zwei Mal in der Woche im Inselbad den Notfalleinsatz zu Wasser. Da die Schwimmhalle jedoch noch bis zum 26. August gesperrt ist, proben die Jugendlichen momentan vor allem den Sanitätsdienst. "Das wird neben der Wasserrettung auch wichtiger Bestandteil des Bundeswettbewerbs sein", erzählt Florian Gehrmann. Der 17-Jährige hat bereits mit sechs Jahren die Ausbildung bei der Wasserwacht begonnen und schätzt sein Wissen selbst sehr gut ein. Hoffentlich auch gut genug für den Sieg, sagt er. Florian und sein siebenköpfiges Team haben schon Ende März beim Landeswettbewerb siegreich gezeigt, was sie drauf haben. Nun gehen sie am ersten Septemberwochenende bei dem Bundeswettbewerb für Brandenburg ins Rennen. Silvana Barsch, Leiterin der Ortsgruppe der Wasserwacht Eisenhüttenstadt, konnte zwar bei der Übung  nicht dabei sein, ist aber davon überzeugt, dass das Team gut aufgestellt ist. "Sie haben auf jeden Fall das Zeug zum Deutschen Meister", sagt sie. Bis dahin übt die Gruppe fleißig weiter.

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