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Deutsch-Polnisches Sommerfest lockt so viele Besucher wie nie zuvor.

Tradition
In wenigen Sekunden beim Nachbarn

Janet Neiser / 01.09.2019, 16:24 Uhr - Aktualisiert 02.09.2019, 09:38
Ziltendorf (MOZ) Maxi ist verzaubert. Spätestens als der Magier mit den Riesenseifenblasen ihr zeigt, wie Seifenblasenbabys entstehen, ist die bald Fünfjährige nicht mehr zum Weiterlaufen zu bewegen. Zwischen den Ständen beim Deutsch-Polnischen Sommerfest in Aurith greift sie immer wieder in den Eimer mit Seifenlauge und pustet Miniblasen. "Du schaffst das", ermuntert der Straßenkünstler sie. Wunderschön sieht es aus, wenn die durchsichtigen Gebilde sich ihren Weg bahnen, und lustig ist es, wenn vor allem Erwachsene immer wieder erschrocken ausweichen.

Gekommen sind viele zu dem Örtchen an der Oder, sehr viele sogar. "Es ist super. Ich bin sehr zufrieden", freut sich Marta Sztelmach-Wiecek, die neue Geschäftsführerin des Fördervereins Schlaubemündung-Odertal, der mit dem Amt Brieskow-Finkenheerd und der polnischen Gemeinde Cybinka Ausrichter des Sommerfestes ist. "Wir gehen sogar davon aus, dass es einen neuen Besucherrekord gegeben hat", betont sie und spricht von geschätzten 3000 Personen, die zum Festareal gefunden haben. Das lasse sich an den vielen Autos auf dem Parkplatz festmachen.

Etwa 3000 Besucher feierte das Deutsch-Polnische Sommerfest.
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Sommerfest in Aurith/Urad

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"Die Stimmung ist gut", sagt Marta Sztelmach-Wiecek, nachdem auf der Bühne gerade junge Tänzer aus Brieskow-Finkenheerd herumgewirbelt waren. Die sind nun auf dem Wasser, um nach Urad überzusetzen, denn dort werden sie das Publikum ebenfalls unterhalten, genau wie die Einradgirls. Die Geschäftsführerin gönnt sich derweil eine kleine Pause im Schatten des Vereinszeltes. Muss auch mal sein, denn die Sonne brennt an diesem Nachmittag gnadenlos. Kein Wunder, dass die Schlange am Getränke- und Eiswagen des Aurither Radlerhofes gar nicht kürzer werden will.

Aber auch Fischer Schneider hat gut zu tun. Während er – na klar – Fischprodukte anbietet, wird ein paar Meter weiter Honig aus der Region verkauft. Spielzeug gibt es, Kindersachen, alte Bücher und vieles mehr. Und die Dame, die original Gubener Plinse zubereitet, kann die Pfanne auch nicht abkühlen lassen.

Amtsdirektor lobt die Stimmung

Einer, der darauf nicht verzichten möchte, ist Mathias Schulze von der Naturparkverwaltung Schlaubetal. "Die schmecken fantastisch", schwärmt er und lässt sich ein paar einpacken. Schulze und seine Kollegin Andrea Schwarz werden immer wieder in Gespräche vertieft. "Wir sind grundsätzlich hier, um mit den Menschen zu reden, um mit den Vereinen und Verbänden gut zusammenzuarbeiten", erklärt der stellvertretende Naturparkleiter. Der direkte Bezug zu den Leuten, von denen auch viele Stammgäste beim Naturparkfest sind, der sei enorm wichtig. "Wir wollen den Besuchern den Naturpark näherbringen und kümmern uns um die Umweltbildung." Immer wieder greifen die, die am Stand vorbeigehen, zu den Wanderkarten und Informationsblättern. Auch über Ambrosia-Pflanzen, die starke Allergien auslösen können, wird aufgeklärt. "Viele wissen nicht, dass Ambrosia auch durch Vogelfutter eingebracht wird", sagt er.

Währenddessen hat Tina Söllner die Bühne betreten und zwischen den Ständen beginnen zwei Frauen ausgelassen zu tanzen. "Dass die Stimmung so gut ist, das freut mich. Alles ist friedlich geblieben", sagt Amtsdirektor Danny Busse – auch mit Blick auf die Parteien, die wenige Stunden vor dem Urnengang  noch einmal offensiv für sich werben. "Wichtig war es, dass das mit dem Boot geklappt hat."

Das findet Günter Schapke aus Vogelsang auch: "Wir fahren jedes Jahr rüber, das gehört dazu", erzählt der 82-Jährige, der auf der deutschen Seite des Flusses gerade wieder von Bord gegangen ist. "Wir haben ein Bierchen getrunken und den Einradgirls zugeschaut. Jetzt gehe ich mit der Frau noch ein Eis essen." Und noch etwas fällt ihm ein: "Da drüben hat ein frisches Windchen geweht." Das sei angenehm gewesen. Auch andere wollen aufs Übersetzen nicht verzichten. Etliche stehen in der Schlange und warten, dass sie an Bord gehen dürfen. Zwischen 30 und 40 Sekunden braucht die "Kaska", um von einem ans andere Ufer zu kommen. Die Strömung ist nicht ohne, aber kein Problem für den Kapitän.

Nächstes Jahr könnte dann schon die heiß diskutierte Fähre pendeln. "Das wäre optimal", sagt Marta Sztelmach-Wiecek vom Förderverein Schlaubemündung-Odertal. "Wir machen alles, um das zu verwirklichen." Fest steht schon, dass es die nächste Ausgabe des Sommerfestes geben wird, erneut auf beiden Seiten der Oder. Auf die Frage, ob in ihrem Heimatland anders gefeiert wird, sagt sie: "Polen fangen generell später an, feiern aber länger."

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Sommerfest unter Nachbarn: In Sekundenschnelle über die Oder

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