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Fünf Jahre nach der Schließung wird das Awo-Objekt in der Karl-Marx-Straße anderweitig genutzt. Für Auszubildende gibt es andere Angebote.

Azubis
Kein Bedarf für Wohnheim

Als Wohnheim zu groß: Der Awo gehört in der Karl-Marx-Straße ein Plattenbau, der teilweise genutzt wird.
Als Wohnheim zu groß: Der Awo gehört in der Karl-Marx-Straße ein Plattenbau, der teilweise genutzt wird. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 10.09.2019, 21:22 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Als vor rund fünf Jahren der Awo-Bezirksverband Brandenburg Ost das Wohnheim in der Karl-Marx-Straße geschlossen hat, gab es die Befürchtung, dass Auszubildende künftig nur noch schwer einen Wohnplatz in Eisenhüttenstadt finden würden. Davon kann allerdings nicht die Rede sein. Angebote für "Junges Wohnen" gibt es nach wie vor. Die Nachfrage geht eher zurück.

Mangelende Nachfrage war auch der Hauptgrund, der den Awo-Bezirksverband Brandenburg Ost mit Sitz in Frankfurt dazu veranlasst hatte, das Wohnheim mit seinen 250 Plätzen zu schließen. Zwischenzeitlich waren in dem Plattenbau in der Karl-Marx-Straße Flüchtlinge untergebracht. Insofern ließ aufhorchen, als Bürgermeister Frank Balzer jüngst am Rande einer Veranstaltung mitteilte, dass das Wohnheim nun doch wieder eröffnet werden soll.

Diese Information bestätigt die Awo allerdings nicht. Richtig ist vielmehr, dass das Objekt nach einer Phase des Leerstandes zum Teil wieder vermietet ist. Ein Mieter ist der Landkreis Oder-Spree. "Darüber hinaus befindet sich im Gebäude unser Büro ,Junges Wohnen’ beziehungsweise unsere Anlaufstelle für Auszubildende und Schüler", erklärt Mandy Timm, Pressesprecherin des Awo-Bezirksverbandes. Dieses Angebot war nach Schließung des Wohnheimes eingerichtet worden. Das Büro war anfangs auch in Räumen der städtischen Gebäudewirtschaft in der Straße der Republik untergebracht.

Die Wohnungen beziehungsweise die Wohn-Plätze gehören nicht der Awo. "Die Wohngemeinschaften, die sich in angemieteten Wohnungen befinden, bestehen aus Drei- bzw. Vier-Raum-Wohnungen – mit Küche und Gemeinschaftsbad. Es stehen aktuell 40 Wohnplätze zur Verfügung", sagt Mandy Timm. Wobei sich das Angebot des "Jungen Wohnens" in erster Linie an Auszubildende und Schüler der Stadt und der Region richte, aber vor allem auch an Auszubildende, die von weiter herkommen und einen Internatsplatz benötigen. "Voraussetzung, um einziehen zu können, ist das Mindestalter von 16 Jahren. Auf Antrag kann dieses Alter aber auch unterschritten werden", sagt die Pressesprecherin.

Unabhängig von der Awo vermietet die Gebäudewirtschaft auch selber Wohngemeinschaften, sagt Geschäftsführer Oliver Funke, wobei er feststellt: "Die Nachfrage hat abgenommen. Die Auslastung ist nicht mehr so wie früher." Neben Wohngemeinschaften bietet die Gewi auch kleine Wohnungen an. Ein Block in der Rosa-Luxemburg-Straße war extra auf die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgerichtet worden, unter anderem auch mit inliegenden Balkonen. Das Objekt ist ausgelastet. Allerdings war für diese Zielgruppe ursprünglich noch ein zweiter Block in der Rosa-Luxemburg-Straße vorgesehen, ebenfalls mit eher kleineren Wohnungen. Der ist zwar umgebaut worden. Aber es handelt sich nun um eher ältere Mieter.

Bedarf kann gedeckt werden

Die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, der zweite große Vermieter in Eisenhüttenstadt, hat ebenfalls Angebote für das Segment Junges Wohnen. Unter anderem gehören dazu Ein-Raum-Wohnungen, in denen sich eine Küche befindet. Allerdings hat sich das nicht so bewährt, weil durch die Einbauten die Miete höher liegt. Aber auch so schätzt Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der EWG, ein, dass der Bedarf an Wohnraum für Auszubildende in der Stadt gedeckt werden kann, unter anderem eben auch  durch die EWG.

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