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Bei der Sanierung der alten Gastwirtschaft "Türmchen" fanden Handwerker in Ziltendorf neun Militär-Gewehre aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Entdeckung
Geheimes Waffenversteck in Ziltendorfer Kneipe

Dietmar Puttins / 10.09.2019, 21:47 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 08:51
Ziltendorf (MOZ) Fast 13 Jahre lang, seit dem Jahr 2006, dämmerte die alte Gastwirtschaft an der Oderstraße 2 in Ziltendorf im Dornröschenschlaf. Seit einigen Wochen aber erwacht das Gebäude zu neuem Leben. Michael Krüger, seit zwei Jahren Geschäftsführer des Familienunternehmens Krüger Metallhandel in Wiesenau, der die Gastwirtschaft 2015 erworben hatte, lässt bereits seit der zweiten Juni-Woche das gesamte Gebäude aufwändig sanieren und modernisieren. Bei den Bauarbeiten an der Hinterseite des Gebäudes erlebten Handwerker eine Überraschung: Sie fanden alte Waffen.

Anheimelnde Namen wie etwa "Zum grünen Baum" oder "Zur Linde" trug die Gastwirtschaft, die durchweg über mehr als 100 Jahre in dem 1910 errichteten Gebäude betrieben wurde. Bis heute hat sich jedoch nur ein Begriff im Volksmund gehalten: "Türmchen". Grund: Der Bauherr hatte einst einen kleinen Turm in Erkerform in eine Eckpartie des Hauses zur Straße hin integriert.

Fund der Polizei übergeben

Als die Handwerker vor etwa vier Wochen am Hinterhaus eine doppelflügelige Holztür ausbauten, mussten sie die Holzbohlen aufnehmen, um den Anschlag links und rechts zu mauern. Sie staunten nicht schlecht. "Da haben wir neun Karabiner gefunden, die alle in den Jahren zwischen 1916 und 1918 gebaut worden waren", berichtet Michael Krüger. Und die waren alle ordentlich abgelegt? "Nein", sagt er, "Als wir die erste Holzdiele aufnahmen da lagen die Waffen einfach so im Sand unter dem Boden. Nicht eingewickelt, aber noch sehr gut erhalten", sagt er und weiß, wovon er spricht, denn  Krüger ist auch Jäger.

"Ich habe der Polizei den Fund gemeldet. Polizisten holten die Waffen ab", erzählt er. Er sagt, dass die Polizei mit den Militär-Gewehren, die ursprünglich die Kavallerie und bespannte Truppen einsetzten, Beschussproben durchführen wird, um die  Waffen identifizieren zu können.

Nach wie vor ist die Herkunft der Waffen ungeklärt. Gut möglich, dass es für immer ein Geheimnis bleibt. Michael Krüger: "Ich hoffe, dass ich die Karabiner in eineinhalb Jahren wieder zurückbekomme, denn als Jäger habe ich eine Waffenbesitzkarte und kann die Waffen dort eintragen lassen." Er, der seit der letzten Kommunalwahl im Mai zum Mitglied der Gemeindevertretung Ziltendorf gewählt worden war, will im Nebenerwerb das "Türmchen" nicht als ständig offene Kneipe, sondern als Örtlichkeit für Feiern wie etwa Hochzeiten, Geburtstage oder Jugendweihen betreiben. Am vorigen Sonnabend war Eröffnung.  "Wir machen einen reinen Umbau", erläutert er. Dächer, Fenster und Fassade werden saniert. Das Nutzungskonzept sieht vor, dass im Gastraum und im Saal Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen möglich sind. "Essen kann sich jeder Kunde individuell bei einem Caterer bestellen und wir sorgen für den Getränkeausschank."  Seine Zielgruppe sind Privatleute, die sich große Festgesellschaften in ihren eigenen vier Wänden organisatorisch nicht mehr zumuten möchten. Im jetzt noch leeren Obergeschoss des "Türmchens" will Michael Krüger nächstes Jahr vier Pensionszimmer ausbauen.

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