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Projekttag
Europamobil zu Gast in Eisenhüttenstadt

Vor welchen Herausforderungen steht Europa beim Thema Klimaschutz? Die Elftklässler Norman, Emi und Tom diskutieren mit der Studentin Kaja aus Slowenien (v.l.) über die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima auf der Erde.
Vor welchen Herausforderungen steht Europa beim Thema Klimaschutz? Die Elftklässler Norman, Emi und Tom diskutieren mit der Studentin Kaja aus Slowenien (v.l.) über die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima auf der Erde. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 26.09.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wie viel Ressourcen verschlingt die Produktion einer Rindfleischbulette, wie man sie für einen Hamburger benötigt? Die Antwort überrascht die meisten der Elftklässler, die gerade am Workshop zum Thema Klimawandel teilnehmen. "Etwa 200 Liter Trinkwasser werden dafür verbraucht", erläutert Tom anhand einer Grafik. Außerdem 3 Kilogramm Tierfutter, fast 7 Quadratmeter Weide- und Ackerland und so viel Energie aus fossilen Brennstoffen, dass ein herkömmliches Mikrowellengerät damit 18 Minuten lang betrieben werden könnte.

Dass die Massen-Rinderhaltung einen großen Anteil an der Klimaveränderung hat, das haben die Elftklässler des Eisenhüttenstädter Albert-Schweitzer-Gymnasiums natürlich schon mal gehört. Wie hoch dieser Anteil ist, das war vielen von ihnen bisher aber nicht bewusst. Und die Auswirkungen des Gases Methan sind da noch nicht mal enthalten. "Kühe produzieren Methan – und wir haben in Europa sehr viele Kühe", hat Norman zuvor erklärt. Und: "Auch Methan ist verantwortlich für die globale Erwärmung." Das alles trägt er in beinahe perfektem Englisch vor.

Die Themen, mit denen sich die Elft- und Zwölftklässler am Dienstag während des Europa-Projekttages beschäftigen, sind vielfältig. Zum ersten Mal ist das Europamobil der Stiftung Genshagen in der Schule zu Gast. Mit ihm sind Studenten aus verschiedenen europäischen Staaten – auch aus solchen, die nicht Mitglied der EU sind – nach Eisenhüttenstadt gekommen, um hier mit den Schülern über Europa, seine Chancen und seine aktuellen Herausforderungen zu sprechen. Auf Englisch, denn Englisch ist die europäische Sprache.

"Europa ist Thema in vielen Fächern", sagt Sonja Edel, Lehrerin für Politische Bildung und Organisatorin des Projekttages. Als das Angebot der Stiftung Genshagen im Gymnasium eingegangen sei, "war ich sofort begeistert". Dass alle Workshops in englischer Sprache durchgeführt werden, sei eine "interessante Herausforderung. Unsere Jugendlichen sprechen ja viel zu wenig in Fremdsprachen."

Workshops auf Englisch

Die Studenten hatten vier jeweils 90-minütige Workshops vorbereitet, unter anderem zu den Themen Demokratie, Institutionen der EU und eben zum Klimaschutz. Jeder Schüler nahm an einer der Gesprächsrunden teil. "Ich fand es sehr gut, dass der Workshop in Englisch durchgeführt worden ist", sagte Norman Schnippa am Ende, "so konnten wir unser Englisch ein bisschen aufbessern." Während des Workshops habe er "einige neue Infos zur EU-Klimapolitik gewinnen" können, versicherte der 16-Jährige. Und auf Nachfrage erzählte er, dass auch er versuche, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem er Verpackungsmüll so weit wie möglich vermeide. "Ich versuche, auf den Gebrauch von Plastiktüten zu verzichten", nannte er ein Beispiel. Und zur Schule nehme er auch keine Einwegflaschen mehr mit, sondern nutze eine stabile Trinkflasche, die er jeden Tag neu fülle.

Europa ist Austausch

Im elften Jahr veranstaltet die Stiftung Genshagen derzeit das Projekt Europamobil. "Wir sind damit seit 2009 in Brandenburg unterwegs, außerdem in den Brandenburger Partnerregionen in Polen und Frankreich", erläutert Stephen Bastos, Projektleiter bei der Stiftung. "Wir wollen mit den Schülern über Europa sprechen und ihnen bewusst machen, dass Europa auch Spaß machen kann, dass Europa konkreter Austausch ist mit jungen Leuten und die Anwendung der englischen Sprache fördern." Das Europamobil fährt stets andere Schulen an. 2020 wird es in Polen unterwegs sein, 2021 wieder in Brandenburg.

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