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Verabschiedung
Gemeindepädagogin sieht Liebe zu Kindern als Berufung

Ralf Loock / 10.10.2019, 06:15 Uhr
Groß Lindow Wer Mirella Schulz (63) begegnet, der trifft einen Menschen, den man im Volksmund als eine patente Frau bezeichnet. Stets freundlich und verbindlich kann sie mit einem Lächeln auf Kinder und Erwachsene zugehen. Dies sind wichtige Eigenschaften, wenn man in der Gemeindearbeit tätig ist, besonders im Umgang mit Kindern. Fleißig und kenntnisreich ist sie natürlich auch.

Schon 1992 war Mirella Schulz, die vorher als Erzieherin in der Kita Ziltendorf gearbeitet hatte, in der Diakonie Cottbus und dann im Kirchenkreis Guben als Katechetin tätig. Von 1994 bis 1996 hat sie eine Ausbildung zur Gemeindepädagogin in Brandenburg absolviert. So ausgerüstet nahm sie ihre Arbeit für die Gemeinden Ziltendorf-Wiesenau, Brieskow-Finkenheerd, Groß Lindow, Möbiskruge, Fünfeichen und Rießen auf. Ganze Generationen von Kindern und Familien hat sie kennengelernt und betreut. Nun hieß es Abschied nehmen.

Geschmückter Festplatz

Pfarrer Mathias Wohlfahrt dankte ihr herzlich für ihren Einsatz und betonte, dass man hoffe, dass die Ziltendorferin künftig als Ehrenamtliche die Jugendarbeit weiter begleiten werde. Auch Reinhard Schülzke, langjähriger Jugenddiakon der Kirche in Frankfurt, Barbara van der List-Pestner, Kinderbeauftragte des Kirchenkreises Oderland-Spree, Hannelore Krüger, langjährige Katechetin in Frankfurt und berufliche Wegbegleiterin von Mirella Schulz, sowie Kristin Fredeland und Gudrun Grunow, beide von der Kirchengemeinde Groß Lindow, dankten der 63-Jährigen. Ihre Nachfolgerin ist Juliane Cadden.

Zum Gottesdienst auf dem mit vielen Erntegaben wunderschön geschmückten Köhlerplatz waren viele Familien aus Ziltendorf, Brieskow-Finkenheerd und Groß Lindow sowie aus Frankfurt erschienen.

In seiner Predigt konzentrierte sich Pfarrer Mathias Wohlfahrt auf die Notwendigkeit zur Versöhnung. Man müsse das leben, was man mit dem Vaterunser bekenne – die Bereitschaft zur Vergebung. In den Fürbitten erinnerte Mathias Wohlfahrt an Pfarrer Hans-Michael Hanert, der viele Jahre in Frankfurt gewirkt hatte, dann nach Görlitz wechselte und dort jetzt schwer erkrankt sei. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom oekumenischen Bläserkreis Müllrose und Umgebung, dem mit viel Beifall gedankt wurde. Grussworte sprachen Förster Michael Köckritz aus Groß Lindow sowie Herbert Grunow vom Kienstubbenverein, der mit seinen Männern Zelt, Bänke und Tische aufgebaut und den Platz dekoriert hatte.

Zur Suche nach einem neuen Pfarrer für Fürstenberg/Eisenhüttenstadt teilte Mathias Wohlfahrt mit, dass die Bemühungen bislang erfolglos waren und daher weiter andauern werden. Wolfgang Krautmacher, früher Pfarrer in der Nikolaikirche und in der Friedensgemeinde in Eisenhüttenstadt, war im Sommer nach Lieberose gewechselt; jetzt ist die Stahlstadt ohne Seelsorger. Mathias Wohlfahrt, der für den Sprengel Ziltendorf, Wiesenau, Brieskow-Finkenheerd und Groß Lindow zuständig ist, hat nun als Vertretung auch die Nikolaikirche und Friedensgemeinde übernommen.

Fest am 31. Oktober

Der Festgottesdienst zum Reformationsfest am 31. Oktober werde daher 2019 nicht wie in den Vorjahren üblich in der Martin-Luther-Kirche in Brieskow-Finkenheerd sondern in der Nikolaikirche in Fürstenberg gefeiert, anders sei dies alles für ihn nicht zu schaffen, so Mathias Wohlfahrt.

Zum Abschied bedankte sich Mirella Schulz herzlich, die Christenlehrekinder hatten aus Pappe Fische gebastelt und diese an einer Leine aufgereiht. Dieses Präsent hängt bereits in ihrem Arbeitszimmer an der Wand. "Das war das Beste an diesem Tag, die strahlenden Kinderaugen und dass ich noch nicht vergessen war." Denn als sie kamen, riefen sie gleich ihr Namen und liefen schnell zu ihr. "Solche Freude von den Kindern gab mir immer Mut und machte auch immer wieder Spaß sie zur Gemeinschaft in der Kirche zu bringen und somit auch zum christlichen Glauben. Das war meine Berufung, die ich von Herzen getan habe."

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