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Leichtathletik
Sieg mit einem Jahr Verspätung

Hagen Bernard / 21.10.2019, 02:45 Uhr - Aktualisiert 21.10.2019, 10:30
Eisenhüttenstadt (MOZ) Bei nahezu optimaler Witterung waren 268 Läufer und Walker dabei. Und die Veranstalter um den Vorsitzenden des Schlaubetal-Marathon-Vereins Falk Hartmann konnten gleich zwei Streckenrekorde registrieren.

Erwartungsgemäß brachte der 32-jährige Hannes Hähnel nach dem Viertel- und Halbmarathon nun auch den über die lange Distanz in seinen Besitz. "Für mich ist dieser Lauf eine schöne Alternative. Derzeit habe ich nicht die Form, um bei einem der großen City-Marathons meine Bestleistung zu verbessern. Ich wollte eine 2:35-er-Zeit schaffen, das hat geklappt. Damit bin ich zufrieden."

Mit 2:35:51 Stunden verbesserte Hähnel die im Vorjahr aufgestellte Bestmarke um knapp sieben Minuten. "Ein anspruchsvoller Kurs auf weichem Waldboden. Ab Kilometer 30 ging es größtenteils bergab", charakterisierte er die Bedingungen bei seiner Solovorstellung. Fast eine Dreiviertelstunde betrug sein Vorsprung auf den ehemaligen Eisenhüttenstädter Ringer Percy Blohm, der seine Zelte mittlerweile im fränkischen Lauf aufgeschlagen hat.

Spannender verlief der Frauen-Wettbewerb. Dabei gelang der in Eisenhüttenstadt aufgewachsenen Friederike Preuß nach 2014 und 2016 der dritte Sieg. Dieser hing ab Kilometer 27 allerdings am seidenen Faden, als sie sich eine Bänderdehnung im Fuß zugezogen hatte. Den Rest der Distanz musste sie natürlich noch zurücklegen, hatte jedoch umgehend moralische Unterstützung gefunden. "Vielen Dank an Reyk Grudzinski und Detlef Juds, die mich von diesem Zeitpunkt an begleitet haben", sagte die 29-Jährige nach 3:42:53 Stunden – und begab sich zum Sanitäter.

Erst am Abend zuvor eingetragen

Während sich Preuß am Limit bewegte, hatte sich die zweitplatzierte Julia Werk bei 3:56:59 sichtlich Reserven gelassen. "Alles was über 30 Kilometer geht, ist für mich Neuland", begründete die 29-jährige Groß Lindowerin ihre vom Tempo her große Zurückhaltung. "Ich hatte auf der Strecke aber überhaupt keine Probleme. Beim nächsten Mal werde ich schneller anlaufen." Erst am Abend zuvor hatte sie sich für den Marathon eingetragen.

Ähnlich frisch wirkte Vorjahressiegerin Marita Wahl aus Berlin-Blankenfelde (4:04:17). "Ich werde im nächsten Jahr 50. Da nimmt die Grundschnelligkeit ab. Ich konzentriere mich auf die Ultramarathonläufe wie im Frühjahr die zwölf Stunden in Grünheide, die ich gewonnen habe. Außerdem steht ja meine Ablösung bereit", erklärte sie und wies dabei auf ihre 18-jährige Tochter Teresa, die im Nieselregen im Start-Ziel-Bereich neben der Inselhalle gewartet hatte.

Nachdem diese vor einem Jahr mit Stöpsel im Ohr die Abbiegung für den Viertelmarathonkurs verpasst und damit wohl den Gesamt-Sieg verschenkt hatte, holte die Veterinär-Medizinstudentin an der FU Berlin diesen am Sonnabend eindrucksvoll nach. Mit 41:01 Minuten verwies sie auch alle männlichen Starter auf die Plätze. "Es hat total Spaß gemacht. Drei bis viermal wöchentlich trainiere ich, seit Mai habe ich dafür mehr Zeit. Meine Mutter hat viele Bücher zum Marathonlauf, da sind auch Trainingstipps für die zehn Kilometer drin. Davon habe ich mir einiges abgeschaut, bin deutlich schneller geworden."

Der zweite Streckenrekord dieser Veranstaltung ging indes auf das Konto der Frankfurterin Cathleen Meier. Die vor einem halben Jahr Mutter gewordene Landespolizistin benötigte für den Halbmarathon 1:35:14 Stunden.  "Ich bin mega-zufrieden. Ohne die Zweitplatzierte Annika Holland wäre diese Zeit aber nicht möglich gewesen, sie hat bis kurz vor Schluss ständig geführt", erklärte die 29-Jährige noch euphorisch ob ihres Erfolges. Holland hatte 27 Sekunden Rückstand.

Hingegen einen Start-Ziel-Sieg über diese Distanz hatte Maik Wollherr hingelegt. Der 34-jährige 3000-m-Hindernis-Spezialist (Bestleistung 8:52 min) war vom Kurs begeistert. "Eine herrliche Strecke, aber schwer. Das ist nichts gegen den Schillerplatz, wo ich oft laufe", erklärte der Hauptstädter.

"Für mich der schönste Kurs"

Ins selbe Horn stieß die Walkerin Ina Hentzschel, zum dritten Mal in Folge schnellste Starterin im Viertelmarathon (1:11:30) und damit ihren Konkurrentinnen hoch überlegen. "Von den Marathon-Veranstaltungen ist es für mich der schönste Kurs. Ich liebe die Natur. Ein Fitnessstudio wäre nichts für mich. Dafür nehme ich auch die sechs Stunden Anfahrt mit der Bahn in Kauf", erklärte die Merseburgerin. "Die Veranstaltung ist echt super, auch die Medaille ist sehr gelungen. Vielleicht könnte es wie bei den Läufern auch für die Walker Pokale geben. Dafür würde ich auch ein, zwei Euro mehr Startgeld ausgeben."

Übrigens waren 15 Prozent der Starter dieses Mal Walker beziehungsweise Nordic Walker.

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