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Kontrolle
Profis geben ihr Okay zu Straßen- und Alleebäumen

Dietmar Puttins / 08.11.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt Zu wenig Regen und Grundwasser im Sommer, Schneelasten im Winter und Orkanböen zu jeder Jahreszeit können Straßenbäume kippen oder deren Stämme brechen lassen. Den Baumkontrolleuren der Straßenmeisterei Eisenhüttenstadt, die für die Verkehrssicherheit an Bundes- und Landstraßen sorgen, darf deshalb kein Fehler unterlaufen. Mehr als 10 000 Straßen- und Alleebäume müssen sie im Blick haben. Einer von ihnen ist Lukas Wunder (32) aus Neuzelle.

"Prinzipiell ist es so, dass ein Baum in seiner Alterungsphase an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen mehrmals im Jahr kontrolliert werden muss", sagt er. Lukas Wunder arbeitet  seit neun Jahren als Streckenwärter in der Straßenmeisterei, deren Zuständigkeit sich auf ein Gebiet von Frankfurt mit der Ortsdurchfahrt B 87 in Richtung Beeskow, dann nach Weichensdorf und Steinsdorf bis hin nach Eisenhüttenstadt erstreckt. Gemeinsam mit Straßenwärter Dennis Sass führt er – neben den von der Straßenmeisterei beauftragte Fachfirmen – die Baumkontrollen durch.

Fachlich fit machte den gelernten Forstwirt die Weiterbildung zum Baumkontrolleur bei der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (Bonn)  Mit dem für ihn positiven Ergebnis, dass er seit diesem Sommer als Streckenwart Grün die Kontrollinstanz in der Straßenmeisterei ist, die – verbunden mit viel Büroarbeit – die Arbeitsaufträge für externe Dienstleister schreibt.

Oft hilft ein Fernglas zur Prüfung

Wie geht er bei der Baum-Kontrolle vor? "Einen ersten Gesamteindruck verschafft ich mir visuell, wenn ich weiter entfernt stehe", erzählt er. "Ich erkenne die Vitalität des Baumes, auch wenn er keine Blätter hat und beurteile einen eventuellen Schrägstand." Danach prüft er die Stark-Äste, sucht eventuelle Wunden. Die Krone prüft er optisch mit einem Fernglas, manchmal muss er mit der Hebebühne hinauf. Gefährlich sind dort Brüche oder Risse. Tot-Äste, weiß er, sterben langsam ab. Wann diese herabstürzen, weiß er nicht. Es liegt dann in seinem Ermessen, Pflege- oder Rückschnitt zeitlich zu bestimmen. Windbruchäste in der Krone lässt er sofort entfernen. Mit einem Hammer klopft er gegen den Baumstamm, um Hohlräume zu identifizieren. Manchmal nimmt er dazu einen Sondierstab. Lukas Wunder: "Ein Fünf-Meter-Obstbaum mit Hohlung kippt nicht um. Habe ich eine 30-Meter-Eiche vor mir, ist da schon ein ganz anderer Hebel einzukalkulieren. So einen Baum würde ich der Fachabteilung in der unteren Naturschutzbehörde vorstellen." Dann kämen auch spezielle Messgeräte wie Resistograph zur Bohrwiderstandsmessung oder ein Tomograf für eingehende Schallmessungen zum Einsatz.

Pilzbefall ist ein Risikofaktor

"Im Wurzelbereich sind die meisten Verletzungen zu finden", weiß Lukas Wunder. Schädigen aggressive Pilze die Bäume so sehr, dass das Gefährdungspotential hoch ist, darf er eine Fällung, gut begründet, selbst einleiten. "Es gibt aber auch Arbeiten wie die Wiederherstellung des Lichtraumprofils oder Fällungen, die Zeit haben, und zunächst der unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt vorgestellt werden", erläutert sein Chef, Straßenmeisterei-Leiter Danny Knedler. "Die Baumkontrolleure tragen eine sehr hohe Verantwortung", unterstreicht er. "Sie müssen die Erkrankungen und Schädigungen erkennen, dokumentieren und mir vorlegen, damit wir entsprechende Arbeiten einleiten."

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