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Dunkle Herbsttage fordern das Sehvermögen vieler Autofahrer heraus.

Verkehrssicherheit
Vom Sehen und gesehen Werden

Augenoptikermeister Gunter Richter (r.) demonstriert in der Beeskower Filiale von Optik Schuster einen Sehtest.
Augenoptikermeister Gunter Richter (r.) demonstriert in der Beeskower Filiale von Optik Schuster einen Sehtest. © Foto: Michael Heider
Michael Heider / 09.11.2019, 08:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Nachts sind alle Katzen grau. Da ist schon was dran", meint Augenoptikermeister Andreas Kunze, der seinen Laden seit vier Jahren in Beeskow betreibt. "Das Dämmerungssehen ist bei uns Menschen von Natur aus schlechter", sagt er. Daher biete er in seinem Laden unterschiedlichste  Nachtfahrbrillen an. Selbst solche, die auf Lichteinstrahlung reagieren und sich automatisch verdunkeln. Bei allem Fortschritt müssen dennoch Prioritäten gesetzt werden. "Man kann nicht alles in eine Brille rein packen."

Schlechte Sicht bei Dämmerung

Eine Erfahrung, die Gunter Richter teilt. Er ist ebenfalls Augenoptikermeister, bereits seit 1994. Auch sein Sortiment in der Beeskower Filiale von Optik Schuster ist mit allerlei Brillen ausgestattet, die eine bessere Sicht beim Autofahren gewährleisten sollen. Richter erinnert sich an Fälle von Autofahrern, die meinten, einwandfrei sehen zu können, nur um dann festzustellen, dass es um ihr Sehvermögen doch nicht so gut bestellt war. "Da erlebt man manchmal unliebsame Überraschungen."

Dass regelmäßige Sehtests daher umso wichtiger sind, da sind sich die beiden Beeskower Optiker einig. Denn nicht nur ältere Menschen sind betroffen. Der Berufsverband der Augenärzte schätzt denn auch, dass pro Jahr etwa 300 000 Verkehrsunfälle durch mangelnde Sehleistung verursacht werden. Doch gerade für viele junge Fahranfänger bleibt es meist für lange Zeit nur beim verpflichtenden Sehtest zur Führerscheinprüfung.  In Deutschland wird auf Wiederholungstests verzichtet. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen diese in unterschiedlicher Ausprägung Vorschrift sind.

Zusätzliche Sehdefizite machen Jung wie Alt zu Risikogruppen im Straßenverkehr. Während den Einen die Fahrpraxis fehlt, kommen bei den Anderen altersbedingte Einschränkungen hinzu. "Deshalb ist der regelmäßige Sehtest besonders für junge Menschen bis 30 und ältere ab 65 Jahren Voraussetzung für das sichere Führen eines Fahrzeugs und die Vermeidung gefährlicher Verkehrsunfälle", so Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen.  "Sie sollten so selbstverständlich sein wie der regelmäßige Zahnarztbesuch, der nicht gesetzlich vorgeschrieben ist."

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfiehlt das Kuratorium, seine Sehkraft nach dem Führerscheintest alle drei bis vier Jahre prüfen zu lassen. Unter 30-Jährige mit Kurzsichtigkeit sollten dies jährlich tun, ebenso  Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Beim Einsetzen der Alterssichtigkeit ab dem 40. Lebensjahr reiche ein Test alle zwei Jahre aus.

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