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Laut der Statistik des Landesumweltamtes werden in Oder-Spree immer weniger Nutztiere getötet.

Bilanz
Wölfe reißen immer weniger Nutztiere

Neugieriger grauer Räuber: Die Zahl der Wölfe in Brandenburg steigt. Dieser Wolf lebt in einem Gehege eines Tierparks.
Neugieriger grauer Räuber: Die Zahl der Wölfe in Brandenburg steigt. Dieser Wolf lebt in einem Gehege eines Tierparks. © Foto: Janet Neiser
Frank Groneberg / 13.11.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 13.11.2019, 09:27
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Wölfe, die in unserer Region leben, sind in den vergangenen Wochen offenbar mehrfach erfolgreich auf Wiesen und Koppeln vorgedrungen, um dort Schafe zu reißen und zu fressen oder als Beutetiere mitzunehmen. Die Statistik des Landesumweltamtes zeigt: Die Zahl der wahrscheinlich durch Wölfe erlegten Nutztiere ist seit 2017 kontinuierlich zurückgegangen.

Nach den Berichten über gerissene Schafe vom Montag und vom Dienstag hat sich am Dienstag eine MOZ-Leserin aus Vogelsang in der Redaktion gemeldet. Sie lebt auf einem Grundstück am Rande ihres Dorfes und berichtete, dass sie am frühen Morgen des 2. November drei ihrer sechs Schafe tot aufgefunden hat, ein viertes komplett verschwunden war. "Zwei waren totgebissen, das dritte am Bauch aufgerissen", erzählte sie. Sie gehe davon aus, dass Wölfe die Schafe getötet und das vierte Tier weggeschleppt haben. Beweise dafür gibt es jedoch nicht – niemand hatte die Tiere beobachtet, einen Gutachter hatte sie auch nicht angefordert.

Jene zwei Schafe, die nicht verletzt worden waren, sind jetzt eingesperrt im Stall. Als die Raubtiere in der Nacht kamen, waren die Schafe nicht im sicheren Stall eingeschlossen, sondern standen frei auf offener Wiese. Die Räuber seien über ein Nachbargrundstück gekommen, hätten dabei einen Zaun übersprungen. "In derselben Nacht sind vorher in Ziltendorf bei zwei Leuten mehrere Schafe gerissen worden", berichtete die Frau aus Vogelsang.

Das Landesumweltamt führt genau Statistik über die Zahl der Wölfe, die in Brandenburg zu Hause sind, und über die Zahl der Nutztiere, die wahrscheinlich durch Wölfe getötet werden. Laut dieser Statistik geht im Landkreis Oder-Spree die Zahl der Nutztiere, die auf Beutezügen zu Opfern werden, permanent zurück. Demnach wurden im Jahr 2017 im Kreis 94 Schafe und zwei Rinder getötet. Im Jahr 2018 gehörten 35 Schafe und eine Ziege zur Beute der grauen Jäger. Und für dieses Jahr enthält die Statistik, deren letzter Eintrag vom 29. September stammt, 13 Schafe und eine Ziege, die wahrscheinlich von Wölfen gerissen worden sind.

In der Region leben drei Rudel

Vollständig ist diese Statistik zwar nicht, da – wie im Falle Vogelsang – nicht alle Tierhalter das Landesumweltamt informieren. Aber die Tendenz ist klar: Die Zahl der Risse ist rückläufig. Ein Grund dafür dürfte sein, dass immer mehr Tierhalter ihre Tiere wirklich wirksam vor den Raubzügen der Wölfe schützen.

In der Region sind derzeit drei Wolfsrudel bekannt. Eines lebt nahe Kaisermühl (Müllroser Rudel), eines zwischen Rießen und Wiesenau (Rautenkranzer Rudel) und eines im Wald am Wirchensee. Letzteres wurde im vergangenen Jahr noch als Paar geführt, ist aber inzwischen gewachsen. In allen drei Rudeln gab es in diesem Jahr Nachwuchs.

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