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Architektur
Schaugiebel als Zeichen einstigen Wohlstands in Frankfurt

Referierte: Architekt Christian Nülken
Referierte: Architekt Christian Nülken © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 03.12.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 03.12.2019, 08:03
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wer die Stadt besucht, will sie sehen – die Schaugiebel am Rathaus und der gegenüber liegenden Marienkirche. Im Rahmen der Benefiz-Veranstaltungsreihe "Frankfurter für St. Marien" hat Christian Nülken am Montag knapp 30 Interessierten in der beheizten Sakristei berichtet, was es mit den Giebeln auf sich hat.

Nülken (68) muss es wissen: Der in Greifswald geborene und in Stralsund aufgewachsene Architekt, der 1973 nach Frankfurt kam, hat von 1981 bis 2006 den Wiederaufbau der Marienkirche geleitet. Und war mit der Sanierung der Rathausgiebel betraut. Diese waren dem um 1250 erbauten Rathaus gegen 1330 vorgebaut worden. Zu einer Zeit, als es der Frankfurter Bürgerschaft sehr gut ging, wie Christian Nülken berichtete. Damals wurde in dem Rats- und Kaufhaus auch die Gerichtsbarkeit der Stadt installiert.

Deren Bedeutung spiegele sich im Nordgiebel wider, der "noch imposanter ist, weil die beiden Fialen im Mittelteil besonders stark vorgearbeitet sind", wie der Architekt erklärte. Auf einer Zeichnung, die er auf die Leinwand projizierte, waren die großen Wölbungen überm Eingang zur einst offenen Gerichtslaube zu erkennen. Und die Rosetten, die aus besonders festem Kalkstein hergestellt wurden, wie Nülken erklärte. Auch der Südgiebel mit seinen drei Wimpergen und spitzen Fialtürmchen ist Ausdruck einstigen Wohlstandes. Der ähnlich gestaltete Giebel der Marienkirche sei farblich etwas anders gestaltet worden, so Nülken.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Reinhard Richter, reichte den Gästen des Vortrags das druckfrische Programm für die weiteren Veranstaltungen der neuen Reihe, die unter dem Motto "Architektur – Kunst – Religion" steht und deren Erlöse in die Restaurierung der Steinepitaphien in der Marienkirche fließen sollen. Viel Beifall gab es auch fürs Spiel von Cellistin Kerstin Tiedeken vom Staatsorchester, die den Vortrag umrahmte.

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