Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der Verlagerung der Bestände in die sanierte Bürgerschule ist abgeschlossen. Nun zog auch die Beckmann-Plastik um.

Stadtarchiv
Der "erste Nutzer" ist schon da

Plastik von Johann Christoph Beckmann: Steinmetz Marten Tietz vom Betrieb Knösel und Bildhauer Walter Kreisel begutachten den neuen Standort in der sanierten Bürgerschule.
Plastik von Johann Christoph Beckmann: Steinmetz Marten Tietz vom Betrieb Knösel und Bildhauer Walter Kreisel begutachten den neuen Standort in der sanierten Bürgerschule. © Foto: Ralf-Rüdiger Targiel
Ralf-Rüdiger Targiel, Thomas Gutke / 12.12.2019, 17:30 Uhr - Aktualisiert 13.12.2019, 07:37
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Umzug des Stadtarchivs aus der Collegienstraße in die sanierte, ehemalige Bürgerschule am Lennépark ist weitgehend abgeschlossen. Bereits ab dem 7. Januar soll die Nutzung des Lesesaals möglich sein. Nachdem in den vergangenen Wochen sämtliche Bestände in das neue Archivgebäude umgelagert wurden (siehe Infokasten), folgte jetzt noch die Porträtplastik für Johann Christoph Beckmann. Das Abbild des erstens Nutzers ist ein Wahrzeichen des Archivs. Der Frankfurter Bildhauer Walter Kreisel hat sie 1976 geschaffen.

Regionalhistoriker und Gelehrter

Unter der Aufsicht des Künstlers – der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte – bargen die Mitarbeiter des Frankfurter Steinmetzbetriebes Knösel am Mittwoch die aus einem Zementblock herausgearbeitete Plastik. Im Eingangsbereich des neuen Hauses wurde das Kunstwerk dann präzise auf seinen neuen Sockel gesetzt. Wie früher in der Collegienstraße wird die Büste die künftigen Archivnutzer begrüßen, wenn sie nun den neuen Standort betreten.

Johann Christoph Beckmann war einst selbst Nutzer der Frankfurter Archivschätze, bzw. dessen "erster Nutzer". Für seine 1706 erschienene Stadtgeschichte durchforstete er die Archivalien der damaligen rathäuslichen Registratur. Als "Vater der märkischen und anhaltinischen Regionalgeschichtsschreibung" – wie er später bezeichnet wurde – ging er bei seinen Forschungen zu den originalen Archivquellen zurück. Der 1641 in Zerbst geborene und 1717 in Frankfurt verstorbene Beckmann war 1659 zum Studium nach Frankfurt an der Oder gekommen. Als Professor für Griechische Sprache, Geschichte, Politik und Theologie lehrte er ein halbes Jahrhundert an der Viadrina. Er wurde zum Bannerträger der Universität.

Die Universität wie auch die Stadt Frankfurt verdankten ihm, über seine heute genutzte Stadtgeschichte von 1706 hinaus, noch viel mehr. Darunter ist auch die Begründung des Friedrich-Gymnasiums, der Ausbau der Universitätsbibliothek, die Schaffung einer hebräischen Druckerei, die Anlegung der heute noch vorhandenen Lindenallee sowie des botanischen Gartens der Universität – dort, wo sich heute das ehemalige Klinikum in der Heilbronner Straße befindet.

Bildhauer Walter Kreisel lebt seit 1961 in der Oderstadt. Viele seiner Kunstwerke prägen bis heute das Stadtbild, darunter der "Junge mit Fisch" an der Oderpromenade oder die erst in diesem Jahr wieder aufgestellte "Erntehelferin" in Markendorf.

Umzug desStadtarchivs

Im Januar 2016 begannen die Sanierung und der Umbau der im Jahr 1862 erbauten Bürgerschule. Ab Mitte September 2019 wurden dann mehr als drei Kilometern Archivgut aus der Collegienstraße umgelagert – darunter 12 000 Kartons mit Urkunden, Akten und Amtsbüchern, 11 800 Plakaten, Grafiken und Karten, rund 60 000 Fotografien und 2 000 Film- und Tonaufnahmen sowie eine Bibliothek mit 16 000 Medieneinheiten.⇥thg

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG