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Wo sind sie?
Etliche vermisste Silvester-Hunde

Janet Neiser / 03.01.2020, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Paul ist immer noch nicht zu Hause." Diesen Satz schreibt Linda M. aus Göhlen am 2. Januar auf ihrer Facebookseite. Paul ist ihr Hund. "Er ist 15 Jahre alt und schwerhörig", erzählt die junge Frau zuvor am Telefon. Die Verzweiflung schwingt in jedem Wort mit und die Angst, dass sie "Paulchen" möglicherweise nie wiedersieht. Sie muss weinen, als sie über ihn spricht. Ein Fünkchen Hoffnung aber, das hat sie noch. Möglicherweise hat ja doch irgendjemand den Hund an einer Straße gesehen. Das Tier ist in der Silvesternacht ausgebüxt. Nur für einen kurzen Moment sei das Hoftor offen gewesen. Diesen Moment nutzte der Hund. "Da haben sie hier im Ort auch schon geknallt", berichtet die junge Frau. Die zwei Tierheime in und bei Eisenhüttenstadt hat sie bereits angerufen – vergeblich.

Paul ist nicht der einzige Hund, der seit dem Jahreswechsel vermisst wird oder wurde. "Dieses Jahr ist wohl das schlimmste Silvester, was wir bisher erlebt haben. Obwohl diverse Möglichkeiten zur Sicherung von Hunden immer bekannter werden, sind in diesem Jahr scheinbar so viele Hunde entlaufen wie noch nie", heißt es in einem Facebook-Eintrag vom Tierheim am See bei Eisenhüttenstadt. Das Telefon habe nicht still gestanden, bestätigt Jana Feister, die Inhaberin des Tierheims. Unzählige Sichtungen habe es gegeben. Bei ihr hätten aber nicht nur Menschen aus Eisenhüttenstadt und den umliegenden Ämtern angerufen, sondern auch aus der Region Beeskow und sogar aus Bad Freienwalde. Drei Hunde habe sie letztlich aufgenommen.

Ein großes Problem sieht Jana Feister darin, dass es in vielen Gemeinden vor allen an Wochenenden und Feiertagen keinen Ansprechpartner für entlaufene Tiere gibt. Da fühle sich dann keiner zuständig. Teilweise habe sie gehört, dass selbst in Tierheimen in anderen Gegenden niemand ans Telefon gegangen sei. Mit Eisenhüttenstadt, Frankfurt sowie den Ämtern Schlaubetal und Neuzelle habe sie zudem Vereinbarungen, wenn sie einen Fundhund aufnimmt. Schließlich entstehen dadurch auch Kosten. Beispielsweise mit der Region um Beeskow gibt es solche Verträge nicht. Was die Tierheim-Inhaberin aber auch ärgert: Nicht alle Hundebesitzer, die ihr Tier vermissen, melden sich bei Tierheimen. Dabei würde das die Koordination vereinfachen, wenn ein Fundtier gesichtet wird.

Auch Nala war verschwunden, eine Hündin, die laut dem Frauchen wahrscheinlich irgendwo zwischen Müllrose, Kaisermühl und Schernsdorf umherirrte. Auf Facebook wurde ein Foto geteilt, am Donnerstagnachmittag kam die erfreuliche Nachricht. "Sie ist wieder da! Ich habe sie in Rautenkranz am Kanal gefunden ... Sie ist unverletzt und es geht ihr gut. Danke an alle, ohne eine Info hätte ich sie nicht gefunden!"

Die Feuerwehr Wellmitz postete auf der Social-Media-Plattform ebenfalls ein Bild von einem Hund, der in der Silvesternacht zwischen Wellmitz und Breslack gefunden wurde. Nach Angaben der Feuerwehrleute ist er in einem Tierheim in Eisenhüttenstadt abgegeben worden. Bei der Feuerwehr in Eisenhüttenstadt landete auch ein Fundhund.

Manch Tier wurde abgeholt

In Möbiskruge wurde ein Vierbeiner auf der Straße eingesammelt und vorübergehend in einem Privathaushalt untergebracht. Offensichtlich sind aber noch viel mehr Tiere irgendwo auf den Straßen der Region unterwegs. "Das ist meist so, dass zu Silvester mehr Hunde vermisst oder bei uns abgegeben werden", weiß Ute Valentin von der Tierpension an der Oderlandstraße. Sie hatte in diesem Jahr zwei Hunde in Obhut. Beide wurden bereits von ihren Besitzern abgeholt.

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