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Eisenhüttenstadt
Trauer um Arnold Walter

Arnold Walter, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, ist gestorben.
Arnold Walter, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, ist gestorben. © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 12.02.2020, 20:16 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Er war 26 Jahre lang der Kapitän der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft, hat das Schiff in schwierigen Zeiten auf Kurs gehalten. Von Bord gegangen ist Arnold Walter als Vorstandsvorsitzender der EWG bereits im Jahr 2006, jetzt hat er für immer Ahoi gesagt. Im Alter von 76 Jahren ist er gestorben. Der Mann, der zuletzt in Bad Saarow gelebt hat und 1943 im damaligen niederschlesischen Schweinitz bei Grünberg (Zielona Góra) geboren wurde, ist in Eisenhüttenstadt von allen nur "Arno" genannt worden.

Arno Walter hat die politische Wende an der Spitze der Wohnungsbaugenossenschaft miterlebt. Da änderte sich weit mehr als nur der Name von AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) in EWG. Walter selbst sprach von einem tiefgreifenden neuen Abschnitt. "Neue Regularien mussten gelernt, einstudiert und ausgeführt werden." Musste er zu DDR-Zeiten den ständigen Wohnungsbedarf absichern, ging es in der Marktwirtschaft um höhere Qualitätsansprüche der Mieter. Es war der Anfang einer bis heute anhaltenden Komplexsanierung und Modernisierung des Wohnungsbestands. "Aufwertung wie eine Komplexsanierung ist auch Bau", sagte der Vorstandschef. Hinzu kam: Die Bevölkerung schrumpfte, die Arbeitslosigkeit stieg und der Leerstand auch. Die Folge: Wohnungen mussten abgerissen werden. "Arno Walter hat bleibende Zeichen in der Stadt gesetzt", erklärte der damalige Bürgermeister Rainer Werner im Jahr 2006, als der 63-jährige Vorstandsvorsitzende auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt wurde. Seine Nachfolgerin? Verena Rühr-Bach.

Zu dieser Zeit befand sich der Verwaltungssitz der EWG nicht im "Aktivist", sondern in der Fährstraße. Dass der dortige Handwerkerhof von 1982 bis 1985 eigens für die AWG "Friedenswerk" gebaut wurde, ist ein Verdienst von Arno Walter. Den Bau bezeichnete er als beruflichen Höhepunkt: "Das war damals ein Vorzeigehof, Dresden machte uns das später nach."

Begonnen hat Walter ehrenamtlich bei der AWG. Das war 1971, als er noch Bereichsleiter im Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) war. Nach einer Ausbildung als BMSR-Mechaniker – die Abkürzung steht für Betriebsmess-, Steuerungs- und Regelungstechnik – studierte er Elektrotechnik und Hochbau. 1980 wurde aus dem Vorstandsmitglied der AWG der hauptberufliche Vorstandschef, der Kapitän.

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