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Tiergehege
Eisenhüttenstädter Streichelzoo ohne Streichler

Jörg Hanisch / 23.03.2020, 03:00 Uhr
Eisenhüttenstadt Was normalerweise im erwachenden Frühling zum festen Programm vieler Familien gehört, muss in diesem Jahr ausfallen: der Besuch im Tiergehege auf der Insel. Das Tiergehege ist für den Besucherverkehr gesperrt und die Mitarbeiterzahl wurde durch den Abzug von MAE-Kräften drastisch reduziert. "Das stellt uns natürlich vor Probleme, die wir so noch nicht hatten", sagt Leiterin Vivian Schmiedel. Sie ist dankbar dafür, dass es ehrenamtlich engagierte Leute gibt, die versuchen, diese Lücken zu schließen: "Denen und meinen festen Mitarbeitern danke ich ganz besonders, denn die Tiere wollen pünktlich ihr Futter bekommen, die Gehege sollen sauber sein und auf dem Wirtschaftshof gibt es jede Menge Arbeit."

Gerade ist Jan Raymann dabei, die Ziegen zu füttern, und hat alle Hände voll zu tun, um der drängenden Herde Herr zu werden. "Für mich ist es mein erster Tag als ehrenamtlicher Mitarbeiter. Ich habe hier auf MAE-Basis gearbeitet und mir hat das so viel Spaß gemacht, dass ich weiter mitmachen möchte", erzählt er. Am anderen Ende ist Gabriele Stöshel in den Vogelvolieren unterwegs. "Eigentlich betreue ich die Kleinnager, aber in diesen Zeiten gibt es keine Aufgaben, die wir nicht übernehmen. Wichtig ist, dass es den Tieren gut geht", betont sie, während sie Schaufel und Rechen in die Schubkarre packt und zur "ihren" Lieblingen, den Kaninchen geht.

Im Knäuel zusammengekauert sitzt dort der Nachwuchs im frischen Stroh. Hier und in den anderen zum Teil sehr weiträumigen Gehegen ist es auffallend sauber und gepflegt. Die Frettchen tollen umher, der Silberfuchs beschnuppert neugierig das Gitter und die Pfleger. Die Kanadagänse scheinen außer Rand und Band und schnattern die ganze Umgebung zusammen. Auch der neue Hauptweg fällt auf.

"Leider können das nun die Besucher  nicht erleben", sagt Kath­rin Flügel, Vorsitzende des Tiergehegevereins. "Wir merken das ganz extrem an den fehlenden Einnahmen, die wohl in die Tausende gehen werden." Die Anzahl der Tiere sei gleich geblieben und die Arbeit werde dank der ak­tuell sechs ehrenamtlichen Mitarbeiter geschafft. "Aber den finan­ziellen Verlust können wir trotz der Unterstützung der Stadt nicht ausgleichen. Deshalb sind wir dankbar für Spenden." Näheres dazu sei auf der Internetseite des Tiergeheges veröffentlicht. "Auch für uns ist es schade, dass das Frühjahrs- beziehungsweise Osterfest im Tiergehege ausfallen muss. Wir hoffen aber auf die nächsten fixen Termine."

Zwergkaninchen abzugeben

Natürlich sei sie auch Arbeitgeberin und den festangestellten Mitarbeitern besonders verpflichtet. Und so hoffen alle, dass auch hier die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wirken und etwas helfen können. Denn Kurzarbeit ist im Tiergehege keine Op­tion. Auch ihre Anerkennung gelte besonders den ehrenamtlichen Helfern und rückblickend auch den MAE-Kräften, so Kathrin Flügel. "Ohne diese Hilfe könnten wir als Verein das Tiergehege nicht pflegen und betreiben."

Wer helfen möchte, kann das mit Geld- und Futtermittelspenden, aber auch mit Tierpatenschaften machen. Und die jüngst geborenen Zwergkaninchen können auch erworben werden.

Info Alle Informationen im Internet: www.tiergehege-ehst.de

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