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Eisenhüttenstadt
Passanten zeigen Verständnis für Einschränkungen wegen Corona

Sicher beim Einkaufen: Hans-Joachim Drengner desinfiziert am Eingang vor dem Eisenhüttenstädter Marktkauf die Einkaufswagen.
Sicher beim Einkaufen: Hans-Joachim Drengner desinfiziert am Eingang vor dem Eisenhüttenstädter Marktkauf die Einkaufswagen. © Foto: Gerrit Freitag
Frank Groneberg / 24.03.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 13:48
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Lindenallee in Eisenhüttenstadt gehört auch außerhalb von Krisenzeiten eher zu den ruhigen Einkaufsstraßen. An diesem Montag ist es aber noch ruhiger als sonst.

Die Märzsonne scheint, aber auf den breiten Gehwegen sind mittags nur wenig Menschen unterwegs. Die meisten laufen allein, einige sind zu zweit. Nur drei junge Leute, die im Trio zwei Hunde ausführen, haben von den seit Mitternacht geltenden Bewegungseinschränkungen offenbar noch nichts gehört.

"Warum soll man denn noch hierherkommen?", fragt eine ältere Dame. Sie wohnt nebenan im Brunnenring, geht wie an jedem Tag spazieren. "Hier sind doch fast gar keine Läden mehr auf." Tatsächlich kann man die Zahl der am Montag geöffneten Geschäfte beinahe an einer Hand abzählen. Zwei Fotoateliers, der Tabakwaren- und Zeitungsladen, das ab Mittwoch endgültig geschlossene Süßwarengeschäft Chocolata, die Bäckerei Dreißig und der Landkostladen – das war’s. Sowohl bei Dreißig als auch im Landkostladen gibt es Ware nur noch zum Mitnehmen – zum Essen Platz nehmen darf niemand mehr.

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Auf der Insel ist es am frühen Nachmittag auch ziemlich leer. Zwei einsame Jogger drehen ihre Runden, hin und wieder kommt ein Radfahrer vorbei. Aus dem geschlossenen Tiergehege hört man das Blöken der Schafe. "Seit ein paar Tagen treffe ich hier kaum noch jemand", bestätigt Annelies Kriening. Die Rentnerin wohnt in der Poststraße, geht täglich 45 bis 60 Minuten spazieren. "Die Maßnahmen der Regierung sind richtig", sagt sie, "sonst nimmt das Ganze gar kein Ende mehr." Sie hoffe, dass sich die Situation jetzt bald wieder bessern werde.

Am Ufer des Oder-Spree-Kanals genießt das Ehepaar Wiedner den Sonnenschein. "Am Sonntag haben wir hier noch sechs, sieben junge Leute sitzen sehen", erzählt Susanne Wiedner, "sie sind das eben so gewohnt." Sie begrüßt die nun geltenden Einschränkungen ebenfalls, auch wenn das gerade für Familien mit Kindern jetzt schwer sei. "Ich wünsche mir, dass es in den Supermärkten mehr Möglichkeiten gibt, die Griffe der Einkaufswagen zu desinfizieren", sagt sie.

Unweit der Magistralbrücke stehen Susanne und Karsten Kirsch am Kanalufer und füttern die Enten. "Das wollten wir schon lange mal machen", erklärt Karsten Kirsch, "aber heute haben wir endlich mal Zeit." Seine Frau ist zu Hause, muss ab Anfang April für einen Monat in Kurzarbeit. Er hat einen freien Tag, geht ab Mittwoch für drei Tage in Kurzarbeit. "Ich habe ja auch lange gedacht: So schlimm wird das nicht", sagt er, "und vielleicht hätte es auch schon früher größere Einschränkungen geben müssen. Aber niemand hat mit einer solchen Situa­tion Erfahrung, auch der Staat nicht. Kommt so etwas noch mal, sind wir auch besser vorbereitet."

Die jetzt geltenden Maßnahmen seien richtig, auch wenn gerade die kleinen Unternehmen darunter litten. "Wichtig ist gerade jetzt, dass sich die Menschen aus seriösen Quellen informieren, umfassend, und dass sie nicht jedes Halbwissen sofort weiterverbreiten", betont Karsten Kirsch.

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Ralf H. Janetschek 24.03.2020 - 14:35:50

Jean-Paul Sartre und Martin Luther

„Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere.“ (Jean-Paul Sartre) und "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott." (Martin Luther) Wem die Umstände nicht gefallen, unter denen er lebt, dann sollte er auch den Mut haben, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Werner Matzat 24.03.2020 - 13:30:12

Verständnis? - vielen droht Arbeitslosigkeit durch Corona - Sie erleben abgesagte Aufträge, haben Geldsorgen und Existenzangst!

Meine persönliche Aufklärung für alle intelligenten Leser, Leserinnen und alle anderen "Kommentarverfolger" auf dieser Seite. Zur bitteren Wahrheit gehört auch, die Bundesregierung will den Massen die Krisenlasten aufbürden. Angeblich sind bei der Bundesregierung alle in guten Händen und es würde sich um alle Probleme und Sorgen gekümmert. Wer genauer hinblickt oder mit Betroffenen spricht, merkt schnell: Ihnen geht es nur um die Stabilität ihrer Regierung und die Profite der Unternehmen die die wahrscheinlichen Hauptprofiteure des Corona - Krisen - Schocks sein werden. Den "Großen" hilft man, die "Kleinen" überlässt man ihrem Schicksal! Obwohl am Donnerstag, den 19.03.2020, laut öffentlich rechtlicher Nachrichtensender, die EZB im Kampf gegen eine drohende Rezession eine weitere milliardenschwere Finanzspritze aufzog, war die Reaktion der Finanzmärkte eindeutig: Zu wenig, zu zaghaft, ungenügend. Auf die Finanzkrise folgt nun die Wirtschaftskrise! Alles will bezahlt werden, auch wenn keine Kunden kommen. Würde durch die Corona - Pandemie die Ideologie des Neoliberalismus endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte landen wäre dies wenigstens ein positiver Aspekt des aktuellen Schreckens. Doch die überwiegende Masse der Bevölkerung aber leidet, sie erleben abgesagte Aufträge, Geldsorgen, Existenzangst: Die Corona - Krise trifft viele Menschen, vor allen Dingen die Niedriglöhner, Teilzeitbeschäftigte und Minijobber. Wegen der Coronavirus - Pandemie schließen bis auf Weiteres Geschäfte, Musikschulen, Sportstätten, Theater, Kneipen und Clubs. Besonders hart trifft es viele Kleinunternehmer und Selbstständige: (auch in Eisenhüttenstadt ist dies der Fall) Ihre Einnahmen fallen jetzt weg. Hier erzählen sieben von ihnen, wie es ist, plötzlich nicht mehr arbeiten zu dürfen. Quelle: https://www.zeit.de/arbeit/2020-03/arbeitslosigkeit-coronavirus-existenzaengste-job?utm_source=pocket-newtab --- Wer mehr zur bitteren Wahrheit erfahren möchte lese bitte hier: Corona - Krise - wir sind erst in Phase 2 - Was die Weltwirtschaft noch erwartet - Quelle: https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/coronavirus-die-krise-ist-erst-in-phase-2-auf-finanzkrise-folgt-deflation-a-1305433.html --- Somit können sie sehen, die öffentliche Meinung, wie auch die sogenannten Experten sind heute extrem gespalten. Werte Leserinnen, Leser und "Kommentarverfolger", bei mir macht sich zunehmend ein Gefühl breit, welches lieber dazugehört als aufgeklärt zu sein scheint. In vielen Gesprächen mit Bekannten und den sogenannten "Freunden" werde ich regelmäßig abgestraft, sobald ich die gängige Meinung hinterfrage, Argumente lohnen nicht, eine ohnmächtige Isolation ist in vielen Fällen das Ergebnis. Was soll ich also tun? Auf etablierte Medien zurückgreifen um sozial integriert zu bleiben oder weiter kritisch der Wahrheitsrealität ins Auge blickend und weiter lernen, in den Gesprächen mit Bekannten und "Freunden", die Klappe zu halten? Ich habe mich für die Wahrheitsrealität entschieden, wenn gleich damit eine Art Dauer - Ohnmacht - Zustand eintritt. Doch wie komme ich an jene "Menschen" ran, die nicht mehr aufgeklärt werden wollen? Ich glaube inzwischen nach Abwägung vieler Gesichtspunkte, dass der Schaden durch die Lahmlegung weiter Teile von Wirtschaft und Gesellschaft größer sein wird als der Schaden, den die Corona - Pandemie anrichtet. Der Schock wird sinnvolle Strukturen zerstören und viel menschliches Leid auslösen. Die großen Spieler werden sich weitere Vermögenswerte unter den Nagel reißen. Und die Medien stützen mehrheitlich den offiziellen Kurs. Warum ist das so? Schon aus diesen genannten Gründen habe ich persönlich kein Verständnis für gravierende Einschränkungen, denn die sprichwörtliche "Solidarität" mit ALLEN Betroffenen, in Deutschland, ist gleich Null!!! Und sagen sie nicht hinterher, Sie hätten von nichts gewusst.Darüber sollte einmal dringend nachgedacht werden!

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