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Corona-Pandemie
Stadtfest in Eisenhüttenstadt wird abgesagt

Höhepunkt des Jahres: Zehntausende Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Stadtfest in Eisenhüttenstadt.
Höhepunkt des Jahres: Zehntausende Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Stadtfest in Eisenhüttenstadt. © Foto: Gerrit Freitag
Stefan Lötsch / 24.03.2020, 20:29 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 13:47
Eisenhüttenstadt (MOZ) Es sollte der Höhepunkt zu den Feierlichkeiten "70 Jahre Werk und Stadt" werden. Nun wird das Stadtfest, das vom 28. bis 30. August stattfinden sollte, wegen der Folgen der Corona-Epedemie abgesagt. Das haben die Stadt Eisenhüttenstadt und ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) in einer gemeinsamen Presseinformation mitgeteilt.

"Wir haben lange diskutiert mit Hauptsponsoren und Unternehmen", sagte Bürgermeister Frank Balzer auf Anfrage der MOZ. Für die Unternehmen steht momentan im Vordergrund, wie sie die von der Corona-Epedemie verursachten wirtschaftlichen Folgen überstehen und wie sie die Mitarbeiter halten und bezahlen können.

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"Hauptbeweggrund ist, dass durch die zahlreichen Rechtsverordnungen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus viele Sponsoren, ob große, kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige, Gewerbetreibende und viele Einzelspender, vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen", heißt es dazu in der Pressemitteilung. Ein kleiner Hoffnungsschimmer wird in der Pressemitteilung dennoch angedeutet: "Ob das Stadtfest zu einem späteren Zeitpunkt in einem veränderten Rahmen nachgeholt wird oder 2020 komplett ausfällt, wird zu gegebener Zeit entschieden."

Vertrag wird gekündigt

Das Stadtfest wird größtenteils aus Sponsorengeld finanziert. Im vergangenen Jahr lag das Budget bei rund 500 000 Euro. Die Stadt steuert noch 68 000 Euro bei. Bisher seien für das diesjährige geplante Stadtfest schon Kosten entstanden, erklärt Frank Balzer: "Ein paar Ausgaben gab es schon."

Unter anderem nennt er die Blinkis, die Stadtfestsouvenirs. Der Vertrag mit der Veranstaltungsagentur wird gekündigt. Noch nicht endgültig entschieden ist, ob und in welchem Rahmen der Festakt zu "70 Jahre Werk und Stadt" stattfindet. Am 18. August sollte an den symbolischen Axthieb im Jahr 1950 erinnert werden, der gleichsam das Startzeichen für den Aufbau des Werkes und der Stadt war.

Derweil dürfte das Stadtfest nicht die einzige Veranstaltung bleiben, die in diesem Jahr im Sommer nicht durchgeführt werden kann. Denn auch sie sind vom Sponsoring abhängig. Torsten Maedig und Hartmut Rose zum Beispiel überlegen noch, ob in diesem Jahr das Altstadtfest in Fürstenberg gefeiert wird, das für das Wochenende 14./15. August terminiert war. In den nächsten vier Wochen soll es dazu eine Entscheidung geben, erklärt Torsten Maedig.

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Werner Matzat 25.03.2020 - 16:58:38

Die Folgen der Corona-Krise: - Bundesverband E-Commerce und Versandhandel - Online-Handel boomt - Resultat, sterbende Innenstädte!

Werte informierte, kritische Eisenhüttenstädter Bürger, sowie alle unheimlichen "Kommentarverfolger" und Besserwisser in Zeiten der Corona-Krise. Der Bundesverband E-Cmmerce und Versandhandel (bevh) informierte am 20.03.2020: Dem Online-Handel kommt in der Corona-Krise eine tragende Rolle bei der Versorgung der deutschen Bürger zu, stellte am 20.03.2020 der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) fest und forderte 8 Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Online-Handels; u.a. Lockerungen bei Regelungen für die Zustellung etc. Quelle: https://www.internetworld.de/e-commerce/corona-krise/bevh-fordert-8-massnahmen-aufrechterhaltung-online-handels-2517439.html --- Dies gilt für die Dauer der Krise mit der Folge, dass sich noch mehr Bürger als bisher mit dem Prozedere im Online-Handel vertraut machen, sich daran gewöhnen und womöglich auch nach der Krise vermehrt im Internet bestellen werden. Der innerstädtische Eisenhüttenstädter Einzelhandel (plus gesamt Deutschland) - durch die Corona-Krise bedingten Schließungen ohnehin massiv geschwächt, wird, die nach der Corona-Krise vermutlich verstärkten Kaufkraft Abflüsse zum Internet - Handel, nicht überleben. Das wird für die Mehrzahl der Mittel - und Kleinstädte in Deutschland verheerende Folgen haben. Die Innenstädte veröden schon jetzt - danach auf Dauer! Ohne Passanten, ohne Besucher, ohne Kunden mit zugeklebten Scheiben, ohne Schaufensterbeleuchtung aber mit steigendem Vandalismus. Bei dieser Voraussage sollten aber nun langsam die Alarmglocken schrillen, denn die Befürchtungen gehen aktuell in die ganz andere Richtung. Seit Montag, Dienstag, Mittwoch zeigt mir jetzt jeder Einkaufsgang durch die Stadt, was für ein heftiger Kampf dort gerade ausgefochten wird. So sieht nicht nur in der Corona-Krise das traurige, wirkliche, Leben in Eisenhüttenstadt aus - Der Einzelhandel stirbt - und die Menschen kaufen zunehmend begeistert im Netz. Danach klingelt der Paketbote. Und zum Schluss braucht es wahrlich auch kein Stadtfest mehr - da "Das tote Stadt" - Projekt, Eisenhüttenstadt, dennoch seine ganz eigene Zerstörungs - Geschichte schreibt und dem Rest der Überlebenden Einwohner, die ihre Einkäufe per Klick im Internet erledigen, vom eigenen Tod erzählen kann.

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