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Corona-Krise
Besuche der Friedhöfe in Eisenhüttenstadt eingeschränkt

Betreten verboten: Die Tore am Inselfriedhof in Eisenhüttenstadt bleiben für Besucher verschlossen.
Betreten verboten: Die Tore am Inselfriedhof in Eisenhüttenstadt bleiben für Besucher verschlossen. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 25.03.2020, 19:58 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 10:34
Eisenhüttenstadt (MOZ) Ich wollte meiner Mutter zum Geburtstag ein paar Blumen ans Grab bringen", sagt der ältere Mann traurig und ratlos. Ein paar Meter entfernt steht eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter, in der Hand ein Blumenstrauß. Die Grabstellen von Papa und dem Bruder sein auf dem Inselfriedhof. Eine andere Frau berichtet, sie komme regelmäßig auf dem Friedhof, um Gräber zu versorgen.

Doch seit Montag ist es verboten, die drei kommunalen Friedhöfe – Inselfriedhof sowie die beiden Friedhöfe in Diehlo und Schönfließ – zu besuchen. Sie sind gesperrt, worauf Schilder an den Eingängen hinweisen. Seit Mittwoch darf auch der kirchliche Friedhof in Fürstenberg nicht mehr betreten werden. "Idiotisch", sei das, findet der ältere Herr vor dem Inselfriedhof. Eine andere Frau meint: "Unverständlich." Es gebe schon so viel Beschränkungen, und nun dürfe man nicht einmal auf den Friedhof. Eine andere Frau, die an die Grabstelle ihres Sohnes will und vor dem verschlossenen Tor steht, hat teilweise Verständnis. "Ich sehe das ein." Wobei sie einschränkt: "Die Baumärkte haben geöffnet."

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Seitdem die Stadtverwaltung am Montag bekannt gegeben hat, dass es für Besucher drastische Einschränkungen auf den Friedhöfen gibt, wird über die Pressemitteilung auch im Internet heftig diskutiert. "Ich finde das nicht in Ordnung. Geht alles ein bisschen weit", heißt es in einem Kommentar. "Auf dem Friedhof steckt man sich am wenigsten an und dort ist auch kein Massenauflauf", heißt es in einem anderen.

Wobei die Stadt nur die sogenannte Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und Covid-19 in Brandenburg umsetzt. Dort heißt es unter anderem: "Das Betreten öffentlicher Orte wird bis zum 5. April 2020 (24 Uhr) untersagt. Öffentliche Orte sind insbesondere öffentliche Wege, Straßen, Plätze, Verkehrseinrichtungen, Grünanlagen und Parks", heißt es in dem Paragraphen auf dem die Sperrung der Friedhöfe beruht.

Beerdigungen finden statt

Es gibt eine Ausnahme: Beerdigungen dürfen stattfinden, allerdings mit großen Einschränkungen. Nur der engste Familienkreis und maximal zehn Personen dürfen an der Bestattung teilnehmen. Die Trauerhalle darf nicht genutzt werden, am Grab muss Abstand gehalten werden. Und alle Teilnehmer müssen sich in eine Liste eintragen, sagt Heiko Dorn, Inhaber des Bestattungshauses Dupski. Ralf Odoy, Geschäftsführer von Bestattungen Geller, macht die Erfahrungen, dass Angehörige die Bestattungen auf eine spätere Zeit verschieben wollen, wenn die Auflagen gelockert sind. Doch Heiko Dorn gibt zu bedenken, dass man nicht wisse, wann das sein wird und dass dann später in kurzer Zeit sehr viele Beerdigungen stattfinden werden.

Die Bestattungsunternehmen müssen derweil darauf achten, dass die Vorgaben eingehalten werden. Auch für sie sind das belastende Situationen.

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