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Handballer wollen anpacken
HSG Schlaubetal hilft beim Einkaufen

Mit diesem Bild wirbt die HSG für ihre Hilfsaktion. Auf dem Foto bejubelt das Team einen Erfolg in der Mannschaftskabine.
Mit diesem Bild wirbt die HSG für ihre Hilfsaktion. Auf dem Foto bejubelt das Team einen Erfolg in der Mannschaftskabine. © Foto: privat
Hubertus Rößler / 17.04.2020, 07:00 Uhr
Müllrose (MOZ) Auch für die Handballer der HSG Schlauebetal-Odervorland ist die Saison beendet. Nach dem Beschluss des Handballverbandes Brandenburg wird die laufende Spielzeit abgebrochen. Es wird keine Absteiger geben, die Staffelsieger und Aufstiegsberechtigten können ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen. Die Müllroser Männer beenden die Verbandsliga Süd auf dem 4. Rang, verpassen damit die anvisierte Meisterschaft und den Aufstieg in die Brandenburgliga deutlich.

Ungeachtet der ungewissen Zukunft wollen die Handballer ihren "treuen Anhängern, Sponsoren und den Einwohnern von Müllrose und der Umgebung" etwas von der Unterstützung ihres Sports zurückgeben. Daher hat sich die komplette 1. Männermannschaft der HSG bereiterklärt, Menschen der sogenannten Risikogruppe ehrenamtlich bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen.

In einem Aufruf auf der Facebook-Seite des Vereins sowie auf zahlreichen Plakaten wird auf die Aktion "Die HSG möchte helfen" aufmerksam gemacht. "Die ganze Mannschaft hat sich dazu entschlossen, den Menschen in der Müllroser Region helfen zu wollen", beschreibt Spielertrainer Robert Kaberidis die ehrenamtliche Aktion seines Teams.

Weiter heißt es in dem Aufruf: "Gehören Sie zur Risikogruppe? Dann melden Sie sich bei uns, der 1. Männermannschaft der HSG Schlaubetal. Wir erledigen für Sie gern Einkäufe, holen Medikamente aus der Apotheke oder gehen mit Ihrem Hund Gassi. (...) Sport ist eine schöne Sache, aber gerade überhaupt nicht wichtig! Daher bieten wir gern unsere Hilfe an (natürlich kontaktlos), damit Sie gesund bleiben und nicht mehr als nötig vor die Tür gehen müssen. Wir werden die ganze Saison über von Fans und Sponsoren unterstützt – nun ist es an der Zeit, unsere Mitmenschen zu unterstützen. Dies gilt natürlich nicht nur für Vereinsmitglieder, sondern für alle, die Hilfe benötigen – auch in den umliegenden Dörfern", steht auf den Plakaten. "Bislang ist die Resonanz noch sehr gering, lediglich für Menschen aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft war ich ein-, zweimal einkaufen. Wir hätten aber noch weitaus mehr Kapazitäten. Auch hätten wir gerne alle unsere einhundert Plakate verteilt, leider war dies nicht überall erwünscht, was uns etwas verwundert hat", berichtet Kaberidis.

Zeit zum Blessuren-Ausheilen

Hinsichtlich der sportlichen Situation erklärt der 32-Jährige: "Dass wir die Saison jetzt als Vierter abschließen, ist natürlich ärgerlich, da wir bestimmt an achtzig Prozent der Spieltage auf Rang 2 gestanden haben. Aber einen großen Unterschied macht es auch nicht. Davon abgesehen ist die Entscheidung natürlich richtig. Und unsere Spieler können ihre Blessuren ausheilen und sich außerdem mehr um ihre Familie und Arbeit kümmern, was ja oft zu kurz kommt."

Bei den Männern der HSG bereitet man sich bereits jetzt auf die neue Saison vor – die hoffentlich im September beginnen kann. "Aus diesem Grund bin ich mit unserem Vorstand in ständigem Austausch, auch mit den Spielern laufen bereits Gespräche. Geplant sind zudem mehrere Neuzugänge", berichtet Robert Kaberidis.

Der HSG gehe es den Umständen entsprechend gut. "Wir müssen natürlich schauen, wie unsere vielen kleinen Sponsoren aus der Krise herauskommen und auch die Zuschauereinnahmen fehlen. Aber der Verein bleibt optimistisch", sagt der Spielertrainer.

Wer Hilfe benötigt oder diese vermitteln möchte, kann sich täglich bei der HSG Schlaubetal melden unter Telefon 0172 6964265 oder per E-Mail an robert.kaberidis@hotmail.com.

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