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Handball in Müllrose
HSG bleibt hinter den Erwartungen zurück

HSG-Trainer Robert Kaberidis gibt während einer Auszeit Anweisungen an seine Spieler Paskal Korau, Mateusz Krzyzanowski, Marcel Jüterbock und Sven Adamzent (von links).
HSG-Trainer Robert Kaberidis gibt während einer Auszeit Anweisungen an seine Spieler Paskal Korau, Mateusz Krzyzanowski, Marcel Jüterbock und Sven Adamzent (von links). © Foto: michael benk
Wilfried Hohmann / 18.05.2020, 20:00 Uhr
Müllrose Fünf Spiele vor dem Ende der Saison 2019/20 endete diese auch für die Handballer der HSG Schlaubetal-Odervorland wegen der Corona-Pandemie vorzeitig. Die Erste Männermannschaft kam bis dahin auf 19:11 Punkte und 449:389 Tore. Damit stellte man in der Liga den drittbesten Angriff und gemeinsam mit der OSG Fredersdorf/Vogelsdorf die zweitbeste Abwehr und verfehlte einen Medaillenrang denkbar knapp um einen einzigen Punkt.

Damit blieben die Müllroser mit ihrem neuen Trainergespann Robert Kaberidis und Chris Junghanns etwas hinter den eigenen Erwartungen dieser Saison zurück. Diese hatte Kaberidis vor der Saison wie folgt umschrieben: "In unserer ersten Gesprächsrunde gaben wir das Ziel aus, unter den ersten drei Mannschaften der Verbandsliga zu landen und mit um den Aufstieg in die Brandenburgliga zu kämpfen." Eine durchaus hohe, aber auch realistische Zielstellung – betrachtet man die Voraussetzungen des Teams vor der Saison. So umfasste der Kader insgesamt drei Torhüter und zwölf Feldspieler (einschließlich Kaberidis als Spielertrainer). Ein zwar vergleichsweise kleiner Kader, mit dem man jedoch ursprünglich alle Positionen doppelt besetzen konnte. Von daher war die taktische Ausrichtung vor allem darauf ausgerichtet, aus einer sicheren 6:0-Deckung im Angriff schnell und variabel mit verschiedenen personellen Wechseln zu spielen. Insbesondere die Abwehr sollte dabei als Prunkstück der Mannschaft dienen, um damit noch zu erwartende Fehler in den Abläufen des Angriffs zu kompensieren.

Umstellung durch Verletzungen

Noch vor dem Beginn der Saison ergaben sich jedoch gravierende personelle Veränderungen, die das Trainerduo zu ständigen taktischen Änderungen zwangen. Mathias Stalla und Max Voß fielen durch langfristige Verletzungen aus, die Verletzung von Friedrich Hanschel konnte nicht wie erwartet auskuriert werden und auch Bernt Kratkey und Eric Zimmermann fielen verletzungsbedingt längere Zeit aus. Das hatte zur Folge, dass zwangsläufig Spieler aus dem Kader der 2. Mannschaft eingesetzt werden mussten, die allesamt entsprechend ihren Möglichkeiten mitgezogen haben, so dass die Mannschaft sich praktisch bis auf die letzten drei Spiele über die gesamte Saison unter den ersten drei Mannschaften der Liga platzieren konnte. Hier erwies es sich als besonders hilfreich, dass die Zusammenarbeit zwischen den Trainern und Spielern der HSG I und II so gefestigt wurde, dass man gemeinsam an einem Strang zog – auch wenn die personellen Veränderungen zu Problemen in beiden Teams führten.

Natürlich hatten diese Probleme auch taktische Auswirkungen. Insbesondere zeigte sich das in der personellen Besetzung der Aufbaureihe, wo man des Öfteren mit nur einem etatmäßigen Rückraumschützen auskommen musste. Hier setzte das Trainerduo mehrfach auf den Einsatz eines zusätzlichen siebten Feldspielers anstelle des Torhüters, auch wenn man dabei das Risiko eines leichten Gegentores bei Ballverlusten eingehen musste. Damit schaffte man jedoch mehr Angriffsalternativen über den Kreis oder die Außen und stellte die Gegner in der Abwehr vor mehr Probleme. So konnte die Kadermisere oftmals ausgeglichen werden und die Mannschaft platzierte sich bis zum 15. Spieltag jeweils auf einen Medaillienrang. In Anbetracht der dargestellten Kaderprobleme ist dies eine bemerkenswerte Leistung und verdeutlicht, dass die Mannschaft über einen guten Teamgeist verfügt und sich sowohl körperlich, technisch als auch taktisch weiterentwickelt hat.

In diesem Zusammenhang beurteilt Robert Kaberidis die Saison wie folgt: "Ich erinnere mich sehr gern an zwei Spiele zurück. Das Hinspiel in heimischer Halle gegen die am Ende verlustpunktfreie Mannschaft aus Bad Liebenwerda. Wir waren bis dahin auch ohne Niederlage in der Liga und es war ein absolutes Spitzenspiel. Leider hatten wir genau zu diesem Spiel enorm viele Ausfälle zu beklagen. Wir setzten dann auf den Überraschungseffekt und agierten über das ganze Spiel durch die Auswechslung unseres Torhüters mit einer 7:6-Variante im Angriff. Leider verloren wir am Ende sehr knapp, aber ich war stolz auf die Leistung meiner Spieler. Unser wohl bestes Spiel zeigten wir beim Tabellenzweiten Guben. Mit nur einem Auswechselspieler agierten wir über 60 Minuten sehr stabil und auf hohem Niveau, am Ende gewannen wir nach starker Leistung 26:22."

Zudem stellt die HSG mit Mateusz Krzyżanowski den besten Torschützen der Verbandsliga. Der Pole erzielte 137 Treffer in 14 Einsätzen. "Auch das ist ein Erfolg für die ganze Mannschaft und freut mich für Mateusz, da er bei jedem Training alles gibt und ein absoluter Teamplayer und Leader ist", lobt der Trainer. Man habe zwar am Ende mehr Minuspunkte als nach der vergangenen Saison und belegt am Ende nur Platz 4. "Das deutet natürlich erstmal auf Misserfolg hin. Aber man muss natürlich dabei auch immer einen Blick hinter die Kulissen wagen – der Kader war von Beginn an sehr klein, viele Verletzungen und auch die Trainingsbeteiligung wurde im Laufe der Saison schwächer", erklärt Kaberidis. Ohne Unterstützung der jungen Spieler aus der zweiten Mannschaft hätte man teilweise sogar Punktspiele absagen müssen. "Aber ganz klar, ein paar Punkte mehr hätten es sein können. Trotzdem haben fast alle Spieler einen Sprung nach vorn gemacht und rein von der Teamchemie sind wir auch sehr gut aufgestellt."

Trainingsbeginn weiter offen

Wie und wann es mit Handballspielen weitergeht, lässt sich gegenwärtig noch nicht beantworten. Ebenso hängen Trainingsbeginn, der Kader und die weiteren Planungen der HSG Schlaubetal-Odervorland derzeit wie vieles noch in der Luft.

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