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Wirtschaft
Arbeitslosigkeit in der Region Eisenhüttenstadt steigt leicht an

Arbeitssuchende wenden sich an das Job-Center
Arbeitssuchende wenden sich an das Job-Center © Foto: Bernd Wüstneck
Stefan Lötsch / 30.07.2020, 20:47 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Saisonal ist es durchaus üblich, dass im Juli die Zahl der Arbeitslosen steigt. Doch ein Vergleich zu den Vorjahren zeigt, dass die Corona-Pandemie darüber hinaus am Arbeitsmarkt in der Region deutliche Spuren hinterlassen hat, die Steigerung größer ausfällt als in den Vorjahren.

So ist die Arbeitslosenquote im Geschäftsstellenbereich Eisenhüttenstadt der Agentur für Arbeit im Juli im Vergleich zum Vormonat zwar nur leicht um 0,2 Prozent auf 6,8 Prozent gestiegen. Aber geht man ein Jahr zurück, dann sah die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich freundlicher aus. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent.

"Wir bewegen uns damit auf dem Niveau der Jahre 2016 und 2017 wenngleich die Struktur damals eine andere war", sagt Torsten Hesse, Bereichsleiter für die Agenturen für Arbeit im Landkreis Oder-Spree. Die Steigerungen seien auch nicht so stark, dass der gute Trend der vergangenen Jahre komplett "aufgefressen" würde.

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwächt sich ab. Zumindest habe es in jüngster Zeit kaum noch coronabedingte Entlassungen gegeben, erklärt Torsten Hesse. Auch seien im Juli kaum noch Anträge von Unternehmen auf beabsichtigte Kurzarbeit eingegangen. Für den Landkreis Oder-Spree seien das im Juli gerade mal noch 13 Anträge gewesen, so Torsten Hesse. Als Vergleich nennt der Bereichsleiter die Anträge, die in den Monaten April bis Juli gestellt wurden, also auch in der Zeit, als die Wirtschaft und der Handel vom Lockdown betroffen waren. 1754 Unternehmen und Betriebe haben in diesem Zeitraum einen Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt. "Sonst sind es diesem Zeitraum eine Handvoll Betrieb", sagt Torsten Hesse. Für ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Oder-Spree wurden Anzeigen zur beabsichtigten Kurzarbeit gestellt. Wie viele tatsächlich dann von Kurzarbeit betroffen waren, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die endgültige Abrechnung erfolgt mit zeitlicher Verzögerung. Von Entlassungen waren am stärksten die Gastronomie und Hotellerie, der Handel sowie das Kfz-Gewerbe betroffen. Fast unbeschadet, zumindest was Entlassungen angeht, ist das Baugewerbe durch die Krise gekommen. "Da hat es sogar einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gegeben", so Torsten Hesse.

Folgen hat die Corona-Pandemie offensichtlich auch bei der Zahl der offenen Stellen. Im Geschäftsstellenbereich Eisenhüttenstadt sind seit Jahresanfang 368 freie Stellen neu gemeldet worden. Das sind gut 27 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Etwas günstiger sieht es im Bereich Fürstenwalde aus, wo der Rückgang bei nur elf Prozent liegt. 1341 freie Stellen wurden dort seit Januar neu gemeldet.

Hoffen auf Herbstbelebung

Trotzdem schätzt Torsten Hesse die Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten eher positiv ein. "Wir stehen vor der saisonal üblichen Herbstbelebung. Erfahrungsgemäß nehmen dann mehr Beschäftigte den Job auf. Das erwarten wir auch wieder in diesem Jahr", erklärt der Bereichsleiter. Wie stark es zu einer coronabedingten Überlagerung komme, müsse man abwarten. "Stand heute gehen wir optimistisch ran." Zum Beispiel gebe es auch nach wie vor in manchen Bereichen einen Mangel an ausgebildeten Fachkräften.

Torsten Hesse geht aber auch davon aus, dass auch in der zweiten Jahreshälfte mit einem erhöhten Bestand an Arbeitslosen in der Region zu rechnen sei.

Entwicklung im Bereich Eisenhüttenstadt

Die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli um 58 auf 1821 Personen im Bereich der Geschäftsstelle Eisenhüttenstadt gestiegen. Das waren 226 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 6,8 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent. Dabei meldeten sich 261 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 49 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 204 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–54). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1904 Arbeitslosmeldungen,das ist ein Minus von 312 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.⇥red

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